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Imposantes Lissabon

Imposantes Lissabon

Seefahrer, enge Gassen und alte Palazzi

Mit Respekt sprechen die Portugiesen von ihrer Hauptstadt und bezeichnen sie als „Königin am Tejo“. Denn Lissabon fasziniert mit historischem Charme in seinen Winkeln und engen Gassen der Altstadt. Majestätisch und mit atemberaubenden Aussichten liegen die Häuser, alten Palazzi und das Castelo Sao Jorge auf den sieben Hügeln, auf denen Lissabon erbaut wurde. Die oftmals steilen Straßen lassen sich bequem mit den elektrischen Straßenbahnen bewältigen, die das Bild von Lissabon prägen. Sie verbinden nicht nur die Stadtteile miteinander, sondern führen auch entlang der wichtigsten Sehenswürdigkeiten.

Eines der bekanntesten Wahrzeichen der Hauptstadt ist der Torre de Belém im gleichnamigen Stadtteil. Das Bauwerk direkt an der Tejomündung gehört wie das nahegelegene Mosteiro dos Jerónimos zu den wenigen herausragenden Bauwerken des manuelinischen Stils, die das Erdbeben von Lissabon im Jahr 1755 überstanden haben. Von dieser Festung brachen jahrhundertelang portugiesische Seefahrer zu den unbekannten Gefilden der neuen Welt auf. So startete im Jahr 1497 auch Vasco de Gama von dort aus und entdeckte als erster Europäer den Seeweg um das Kap der Guten Hoffnung nach Indien. Damit brach in Lissabon das "Goldene Zeitalter" an und machte die Stadt am Tejo zur wichtigsten Handelsmetropole ihrer Zeit. Beide Bauwerke stehen seit dem Jahr 1983 als UNESCO-Weltkulturerbe unter besonderem Schutz. Neben dem kulturellen Erbe, das auch in zahlreichen Museen und Sammlungen präsentiert wird, begeistert Lissabon ebenso kulinarisch mit seinen typisch portugiesischen Köstlichkeiten, die in kleinen „Tascas“ frisch zubereitet werden. Urig-gemütlich laden diese meist mit traditionell bemalten Keramikfliesen dekorierten Restaurants, zur Einkehr ein – für den Genuss mit allen Sinnen.

Farbenprächtiges Weltkulturerbe - Malerisches um die Metropole Lissabon entdecken

Als „glorreiches Eden“ hat der Schriftsteller Lord Byron die kleine Stadt Sintra mit ihren winkligen Gassen beschrieben, die nur 25 Kilometer westlich von Lissabon in den Bergen liegt. Auch Hans Christian Andersen hielt seine Begeisterung für das architektonische Kleinod literarisch fest. Prägend für die malerische Region Sintra, die als Kulturlandschaft seit dem Jahr 1995 zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört, ist vor allem der farbenprächtige Palast von Pena. Oft wird der in den Hügeln von Sintra gelegene Park und der Palast, der als Sinnbild des Romantizismus in Portugal gilt, mit dem bayerischen Schloss Neuschwanstein verglichen. Denn in dem von Ferdinand II. nach 1840 beauftragten Bauwerk sind die verschiedensten Baustile von romanisch bis maurisch vereint. Der Palast wurde auf den Mauern eines ehemaligen Klosters errichtet und so gestaltet, dass er von jedem Punkt des weitläufigen Parks aus zu sehen ist. Dieser umfasst einen Wald und unterschiedlich gestaltete Gärten mit mehr als fünfhundert verschiedenen Baumarten aus verschiedenen Ländern. Die Gartenanlage wurde im Jahr 2013 mit dem Europäischen Gartenpreis in der Kategorie „Beste Weiterentwicklung eines historischen Parks oder Gartens“ ausgezeichnet.

 

Einzigartig auf eine andere Art ist Cabo da Roca, das sich ebenfalls in der Region Sintra unweit von Lissabon befindet. Die Felsenlandschaft am Atlantik mit ihrem zweitältesten Leuchtturm Portugals ist der westlichste Punkt des Festlands auf dem europäischen Kontinent. Umtost von Wellen liegt Cabo da Roca 140 Meter über dem Meeresspiegel. Dorthin kommen vor allem jene, die in atemberaubender Kulisse romantische Sonnenuntergänge am Rande der Klippen genießen möchten. Wer unbeschwertes Strandleben in geschichtsträchtiger Atmosphäre schätzt, kann vor den Toren von Lissabon die mondänen Badeorte von Estoril und Cascais besuchen, die mit dem Charme herrschaftlicher Villen aus vergangenen Jahrhunderten beeindrucken.

Exklusiv erleben - Zu Wasser und zu Land

Privat und individuell. Eine Stadt wie Lissabon fasziniert durch ihre vielfältigen Facetten. Wer die Stadt am Tejo abseits der Touristenpfade aus ungewöhnlichen Blickwinkeln kennenlernen möchte, kann zwischen verschiedenen exklusiven Arrangements wählen.

Allgegenwärtig und weltberühmt sind die elektrischen Straßenbahnen, die durch ganz Lissabon fahren. Dazu zählt auch die „Elevador da Bica“. Die bekannte Standseilbahn fährt auf einer 260 Meter langen, steilen Gasse, die vom Tejo ansteigt, und bietet zahlreiche beeindruckende Motive zum Fotografieren. Dabei überwindet die Bahn auf der Rua da Bica de Duarte Belcio, zwischen der Rua de São Paulo und dem Largo do Calhariz in der Oberstadt „Bairro Alto“, einen Höhenunterschied von 45 Metern. Neben der Bahn, die im Jahr 2002 zum nationalen Monument erklärt wurde, verbinden andere „Elektrische“ die weiteren Stadtteile von Lissabon und werden von Besuchern und Einheimischen gleichermaßen genutzt. Unvergesslich wird dies mit einer Privattour in einer der berühmten elektrischen Straßenbahnen, die hautnah an historischen Monumenten, Kirchen und Plätzen vorbeiführt – eine Stadtrundfahrt der besonderen Art.

Wer es noch exklusiver schätzt, sollte aufs Wasser gehen. Denn sobald das Licht der untergehenden Sonne auf den Wellen des Tejo glitzert, locken Motor- oder Segel-Katamarane zu exklusiven Ausflügen auf den Fluss. So fahren die oft privat zu charternden Boote vom Hafen aus, entlang der Küstenlinie der Hauptstadt, dem „Sundown“ entgegen. Dabei können die Gäste mit einem Glas Wein in der Hand und kulinarischen Köstlichkeiten auf dem Tisch spektakuläre Ausblicke auf Lissabon genießen – auf den Spuren der großen portugiesischen Seefahrer und Entdecker.

Fado - Berührend, melancholisch und einzigartig

Manch verlorene Liebe oder auch die Sehnsucht nach den guten alten Zeiten werden im traditionellen „Fado“ besungen. Harmonisch unterstützend, begleiten meist zwei Gitarrenspieler die „Fadista“ bei ihrem schwermütigen, fast dramatisch anmutenden Gesang. Diese weltweit einzigartige Musikform, deren Name vom lateinischen „Fatum“ abgeleitet wird und „Schicksal“ bedeutet, ist seit dem 19. Jahrhundert in Lissabon bekannt. Ihr Ursprung ist jedoch unklar. Mancher sieht im „Fado“ brasilianische Einflüsse, andere führen ihn auf die „Shanties“ portugiesischer Seeleute zurück, die bei ihren Fahrten über die Weltmeere die Liebsten daheim vermissten. Immer ein wenig schwermütig und melancholisch scheint der „Fado“, der sich durch zahlreiche arabische Melodie-Elemente und Tonhöhensprünge auszeichnet, einen Einblick in die Seele der Portugiesen zu geben. Denn für viele verkörpert der Fado die „Saudade“, ein typisch portugiesisches Gefühl, das oft als „süßer“ Weltschmerz beschreiben wird.

Wer diese besondere portugiesische Musikrichtung, die im Jahr 2011 von der UNESCO als immaterielles Kulturerbe der Menschheit eingestuft wurde, ergründen möchte, kann das Fado-Museum von Lissabon besuchen. In einem denkmalgeschützten Gebäude in unmittelbarer Nähe zum traditionellen Fado-Viertel werden die Werke der größten portugiesischen Künstler des „Fados“ vorgestellt, die über die Grenzen Portugals hinaus in der ganzen Welt bekannt sind. Doch den „Fado“ einmal live auf der Bühne eines Fado-Hauses in der Alfama oder dem Bairro Alto zu erleben, ist ein unvergessliches Erlebnis.

Köstliches am Meer - Fisch, Käse und süße Törtchen

Ein Duft von frisch gerilltem Fisch mischt sich in den Straßen von Lissabon oft mit der frischen Meeresluft, die vom Ufer des Tejo heraufweht. So locken die Röstaromen von gegrillten Sardinen, die eine der bekanntesten Spezialitäten der portugiesischen Hauptstadt sind, Fischliebhaber in die „Tascas“. Diese eher einfachen, mit traditionell bemalten Kacheln dekorierten Restaurants zaubern "Petiscos", portugiesische „Tapas“, auf die Teller. So werden die gegrillten Sardinen auf Brot oder wie die anderen Fisch- und Fleischgerichte mit Reis, selbstgemachten Pommes Frites oder Salzkartoffeln serviert. Dazu werden meist gegrillte Paprikaschoten oder Salat gereicht. Ein weiterer Klassiker der Lissabonner Küche ist „Meia desfeita de bacalhau“. Der herzhaft zubereitete Kabeljau wurde schon früh von portugiesischen Schriftstellern beschrieben und als besonders delikat gelobt. Bei diesem Gericht, das in zahlreichen Restaurants auf der Speisekarte steht, werden die Fischstücke mit Kichererbsen, Zwiebeln, Petersilie, Knoblauch Paprikapulver vermischt und mit Olivenöl, Essig und Pfeffer abgeschmeckt.

Wer zum vielgerühmten portugiesischen Rotwein lieber einen leckeren Käse probieren möchte, sollte den Queijo de Azeitão versuchen, eine der großen Käsespezialitäten aus der Region Lissabons. Mit ihrem intensiven Geruch, der cremigen Konsistenz und einem unverwechselbaren Geschmack überzeugen die kleinen Käselaibe als Vorspeise mit Brot, als Zwischenmahlzeit oder als Nachtisch mit Marmelade. Die bekanntesten süßen Verführungen der Lissabonner Konditoreien sind die „Pastéis de Nata“. Frisch aus dem Ofen sind die Pudding-Blätterteigtörtchen mit Puderzucker und Zimt ein wahrer Genuss.

Luxus der Einfachheit - Der Expertentipp

Mein absoluter Top-Tipp in Portugal ist das „understatement“-Luxushotel Sublime Comporta Country House Retreat & SPA. Idyllisch zwischen 17 Hektar Korkeichen- und Pinienwäldern in einem hügeligen Gelände liegt das Anwesen in der Nähe des Ortes Carvahal, circa eine Stunde südlich von Lissabon. Das Hotel ist eine Oase der Ruhe – abseits vom Massentourismus. Einfachheit at it’s best! Mit einer anspruchsvollen und dennoch entspannten Atmosphäre überzeugen die modernen, luxuriösen und komfortablen Varianten der „Cabanas“ von früher. Die aus natürlichen Materialien gebauten Villen sind den strohgedeckten Häusern nachempfunden, in denen einst die Fischer und Bauern lebten.

Nicht nur das Luxus-Hideaway selbst mit seinen gerade mal 14 Zimmern wird hoch gelobt, auch das Restaurant gilt als exzellent und verfügt über eine hervorragende Weinauswahl. In der Küche werden hauptsächlich Bioprodukte aus der Umgebung für die außergewöhnlichen Kreationen sowie für das hausgemachte Brot und die Kuchen verwendet. Wer die Natur hautnah erleben möchte, kann in einer privaten Lagune baden und picknicken oder mit einem Fischer frühmorgens raus aufs Meer fahren und abends den Fang - frisch zubereitet - genießen. Für mich ist das Sublime Comporta Country Retreat & Restaurant ein echter „secretplace“, der zum Entdecken einlädt.

 

Titelbild: Pexels @Max Avans

Stilpunkte® Redakteurin Claudia Wingens

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