Robin Gawlina: Maßgeschneiderte Glaslösungen aus Dorsten – wie modernes Funktionsglas Wohn- und Arbeitsräume verändert
Das Glasmännchen im Tannenwald ist schon viele hundert Jahre alt – so heißt es bei Wilhelm Hauff. Von damals bis in unsere Zeit hat die Entwicklung des Glases enorme Fortschritte gemacht. Minimalistisch, hochwertig und individuell gehört Glas zu den gefragtesten Materialien moderner Architektur und Inneneinrichtung. Das Familienunternehmen Gawlina in Dorsten zeigt, wie vielseitig und stilprägend moderne Glaslösungen sein können. Mit innovativer Technik, kreativen Ideen und großer Handwerkskompetenz entstehen hier passgenaue Lösungen für Wohnräume, Büros und auch Fassadenflächen. Ob maßgeschneiderte Glasduschen, elegante Glastüren oder transparente Raumkonzepte – bei Robin Gawlina und seinem Profiteam wird jedes Projekt individuell geplant und umgesetzt.
STILPUNKTE: Um das alte Sprichwort zu bemühen: „Wer im Glashaus groß wird, entwickelt nicht nur Fingerspitzengefühl, sondern irgendwann auch Unternehmergeist.“ – Trifft das auch auf Sie zu?
Robin Gawlina: Das trifft es ziemlich genau auf den Punkt. Mein Weg führte mich vom bundesweit besten Auszubildenden über die preisgekrönte Meisterprüfung mit gerade einmal 19 Jahren – womit ich der jüngste Glasermeister der Geschichte wurde – direkt in ein erfolgreiches Betriebswirtschaftsstudium. Bereits mit 27 Jahren habe ich dann ein neues Unternehmen gegründet und damit die Glaserei meines Vaters erworben und parallel mein eigenes Sachverständigenbüro als öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger der HWK Münster eröffnet. Man kann also sagen: Der Unternehmergeist wurde mir im „Glashaus“ in die Wiege gelegt und hat sich auf diesem Weg voll entfaltet.
STILPUNKTE: Was macht den besonderen Reiz, die große Faszination für den Werkstoff Glas aus?
Robin Gawlina: Mit der Verwendung von Glas eröffnen sich ungeahnte Möglichkeiten, sowohl architektonischer Natur als auch in der Innenraumgestaltung. Auf der einen Seite diese scheinbare Fragilität und Eleganz und auf der anderen Seite die ungeheure Robustheit und Stabilität. Durch die Entwicklung moderner Beschichtungen ist der Einsatz dieser faszinierenden Materie nochmals um vieles erweitert worden und der Werkstoff Glas, dem man auf den ersten Blick nicht ansieht, was er alles kann, ist zum Allrounder in nahezu allen Lebensbereichen geworden.
Glas ist weit mehr als nur Fensterscheiben und Türen. Transparent und lichtdurchlässig, pflegeleicht und zugleich optimal für höchste Hygieneansprüche, ist es prädestiniert für den Einsatz im Bad – etwa für großzügige, bodengleiche Glasduschen – ebenso wie für Küchenrückwände aller Art. Mit seiner unvergleichlichen Eleganz ist Glas die ideale Wahl. Nicht nur für exklusive Zimmertüren, sondern auch im Businessbereich für moderne Raumelemente wie Trennwände und Besprechungsräume. Seine Transluzenz bringt Licht in Räume, schafft zugleich Abgrenzung, dämmt Geräusche und sorgt für die notwendige Diskretion. Faszinierende Balkonbrüstungen oder sogar Treppen aus Glas – dieses Material ist gemacht für unsere Moderne – stilvoll, ästhetisch ebenso wie funktional. Glas bringt Leichtigkeit und das gewisse Etwas ins Spiel, das kein anderes Material in dieser Ausprägung bieten kann.
STILPUNKTE: Architektur und Design sind ohne Funktionsglas kaum noch vorstellbar – welche unterschiedlichen Arten Glas gibt es?
Robin Gawlina: Glas ist in der modernen Architektur längst kein bloßes „Fenstermaterial“ mehr, sondern ein echter Hightech-Werkstoff, der Ästhetik, Statik und Energieeffizienz miteinander verschmilzt. Wenn wir von Funktionsglas sprechen, bewegen wir uns heute vor allem in drei großen Dimensionen:
- Sicherheit & Statik: Hier spielen Einscheibensicherheitsglas (ESG) und Verbundsicherheitsglas (VSG) die Hauptrolle. ESG ist durch thermische Behandlung extrem biege- und stoßfest. VSG hingegen besteht aus mehreren Glasschichten, die durch eine reißfeste Folie verbunden sind. Das ist unser Werkstoff für maximale Sicherheit – von absturzsichernden Verglasungen bis hin zum Einbruchschutz.
- Energie, Licht & Komfort: Moderne Wärmeschutz- und Sonnenschutzgläser sind wahre Klimaanlagen. Durch hauchdünne, unsichtbare Edelmetallbeschichtungen reflektieren sie im Winter die Heizwärme zurück in den Raum und sperren im Sommer die Hitze aus, ohne dem Raum das Tageslicht zu nehmen. Kombiniert mit speziellem Schallschutzglas schaffen wir so urbane Ruheoasen.
- Design & Innovation: Das ist die Spielwiese für die Architektur. Das Spektrum reicht von digital bedruckten oder strukturierten Gläsern bis hin zu absolutem High-End: schaltbarem Glas (Smart Glass). Dieses verändert per Knopfdruck oder Sensorsteuerung seine Molekularstruktur und wechselt sekundenschnell von transparent zu blickdicht.
Kurz gesagt: Für jede architektonische Herausforderung gibt es heute die passende molekulare Antwort aus Glas.
STILPUNKTE: Sind auch bei diesen Glasspezifikationen Moden und Trends erkennbar – in welche Richtung geht die Nachfrage?
Robin Gawlina: Transparent, klar und dazu völlig recyclebar ist Glas eindeutig auf dem Vormarsch – beliebt bei Architekten, Designern und Liebhabern einer gepflegten Wohnkultur. Als Glasexperten auf absolut hohem Niveau belegen wir das durch unsere Arbeit. Unser Top-Team von Glas Gawlina arbeitet länderübergreifend und begleitet Projekte feinster High-End-Häuser in ganz Europa.
Glasdesign bewegt sich immer mit dem Zeitgeist – und der spricht aktuell eine sehr klare Sprache. Die Ära von figürlichen Gravuren ist vorbei; heute dominieren Geometrie und Struktur die Fläche. Ob dezent satiniert, funktional sandgestrahlt oder filigran gelasert: Gefragt ist eine Ästhetik, die dem Raum Licht und Weite schenkt. Beschläge nehmen sich optisch fast vollständig zurück, um der Transparenz die Bühne zu überlassen. Kristallin, klar und so puristisch wie möglich – das ist das moderne Design-Verständnis.
STILPUNKTE: Was ist der Unterschied zwischen Isolierglas, Wärmeschutzglas und Sonnenschutzglas – wo liegen die jeweils bevorzugten Einsatzgebiete, was sind deren Vorteile?
Robin Gawlina: In der Praxis werden diese Begriffe oft zusammengeworfen, dabei baut die moderne Glastechnologie sie logisch aufeinander auf. Man kann es so ausdrücken: Isolierglas ist das mechanische Fundament, während Wärme- und Sonnenschutz die intelligenten Upgrades durch unsichtbare High-Tech-Beschichtungen sind.
Die Unterschiede und ihre idealen Einsatzbereiche auf den Punkt gebracht:
- Isolierglas – das solide Fundament:
- Was es ist: Der physikalische Grundaufbau aus zwei oder drei Glasscheiben. Die Räume dazwischen sind mit einem Edelgas (meist Argon) gefüllt, das als thermischer Puffer wirkt.
- Vorteile & Einsatz: Es bildet die Basis für Schall- und Wärmeschutz. Als reines Basis-Isolierglas kommt es heute im Grunde nur noch bei Standardrenovierungen zum Einsatz – moderne Gebäude verlangen nach den veredelten Varianten.
- Wärmeschutzglas – der Energiesparer für den Winter:
- Was es ist: Ein Isolierglas, das auf den Innenseiten mit einer hauchdünnen, unsichtbaren Edelmetallschicht (Low-E) bedampft ist.
- Vorteile: Diese Schicht funktioniert wie ein energetischer Einbahnstraßen-Spiegel: Sie lässt das langwellige Sonnenlicht von außen herein, reflektiert aber die teure Heizungswärme aus dem Innenraum zurück ins Zimmer. Das senkt die Heizkosten drastisch und verhindert das typische Frösteln in Fensternähe.
- Einsatzgebiete: Der absolute Standard im modernen Wohnungsbau – ideal für Nord-, Ost- und Westfassaden, wo im Winter jeder Sonnenstrahl genutzt und die Wärme im Haus gehalten werden soll.
- Sonnenschutzglas – der Hitzeschild für den Sommer:
- Was es ist: Hier filtert eine spezielle Außenbeschichtung gezielt die energiereiche Infrarotstrahlung der Sonne, bevor sie überhaupt ins Gebäude gelangt.
- Vorteile: Es verhindert das extreme Aufheizen von Räumen im Sommer und spart immense Kosten für Klimatisierung. Das Geniale daran: Der Raum bleibt angenehm kühl, wird aber – anders als bei heruntergefahrenen Rollläden – optimal mit natürlichem Tageslicht versorgt.
- Einsatzgebiete: Unverzichtbar bei großflächiger Architektur, Wintergärten, Dachverglasungen und generell auf sonnenintensiven Südseiten.
Mein Fazit als Experte: Isolierglas sorgt für die Struktur, Wärmeschutzglas hält die Energie im Haus und Sonnenschutzglas sperrt die Sommerhitze aus. In der modernen Architektur kombinieren wir diese Eigenschaften heute maßgeschneidert für jedes einzelne Fenster, um das perfekte Wohlfühlklima zu kreieren.
STILPUNKTE: Und worin liegt der Unterschied zwischen ESG und VSG – gibt es eventuell Vorschriften, wann welches Glas zu verwenden ist?
Robin Gawlina: Hier bewegen wir uns im absoluten Kernbereich des Personenschutzes. Obwohl sowohl ESG als auch VSG unter den Oberbegriff „Sicherheitsglas“ fallen, reagieren sie im Ernstfall völlig unterschiedlich – sie haben quasi zwei verschiedene Überlebensstrategien.
- ESG (Einscheibensicherheitsglas): Dieses Glas wird im Herstellungsprozess extrem erhitzt und schlagartig abgekühlt. Dadurch entsteht eine enorme innere Spannung. Das Ergebnis: Es ist hochelastisch und extrem stoßfest. Wird die Oberflächenspannung jedoch punktuell durchbrochen, zerfällt das Glas schlagartig in tausende winzige, stumpfkantige Krümel – ähnlich wie man es von einer Auto-Seitenscheibe kennt. Das minimiert das Verletzungsrisiko durch tiefe Schnitte drastisch.
- VSG (Verbundsicherheitsglas): Hier bauen wir ein „Sandwich“. Zwei oder mehr Glasscheiben werden durch eine hochreißfeste, glasklare PVB-Folie fest miteinander verklebt. Wenn VSG bricht, zerspringt zwar das Glas, aber die Scherben bleiben bombenfest an der Folie haften. Die Scheibe behält dadurch eine sogenannte Resttragfähigkeit – man bricht nicht durch und die Barrierewirkung bleibt bestehen.
Zu den Vorschriften – und wer sie beherrscht: Ja, es gibt in Deutschland extrem strenge Vorschriften (allen voran die DIN 18008), die haarklein regeln, wo welches Glas zwingend vorgeschrieben ist. Grob gesagt gilt: Wo Menschen vor dem Durchstürzen geschützt werden müssen (wie bei Balkonbrüstungen) oder wo Glas über den Köpfen verbaut wird (wie bei Wintergartendächern), ist VSG absolute Pflicht, damit niemand von herabfallenden Scherben verletzt wird. Für rahmenlose Ganzglastüren oder Duschkabinen hingegen ist ESG die erste Wahl.
Und genau hier trennt sich am Bau die Spreu vom Weizen. Die statische Bemessung und die rechtssichere Einhaltung dieser hochkomplexen Normen erfordern tiefes, fundiertes Fachwissen. Das ist kein Terrain für das klassische „Allrounder“-Zweitgewerk, das Glas mal eben nebenbei miterledigt, und erst recht nichts für den ambitionierten Heimwerker aus dem Baumarkt. Wenn es um Haftung, Statik und das Leben von Menschen geht, gehört die Planung und Montage ausnahmslos in die Hände eines echten Glasermeisters. Nur der Fachmann garantiert, dass die Ästhetik am Ende auch rechtlich und physisch auf sicheren Füßen steht.
STILPUNKTE: Aber nicht genug, es gibt auch noch ganz spezielle Glasvarianten wie Schallschutzgläser oder Vogelschutzglas – was hat es mit diesen auf sich, wann kommen diese zum Einsatz?
Robin Gawlina: Während herkömmliches Glas lediglich vor Wind und Wetter schützt, erfordern moderne Lebensräume hochspezialisierte Lösungen – sei es zum Schutz unserer eigenen Lebensqualität oder zum Schutz der Umwelt.
Um urbanen Lärm oder den Schall stark befahrener Straßen effektiv auszusperren, bedarf es spezieller Schallschutzgläser. Deren Effizienz in den verschiedenen Schallschutzklassen basiert auf dem präzisen Zusammenspiel von Glasmasse und Asymmetrie: Unterschiedliche Scheibendicken, die spezielle Edelgasfüllung und der exakt berechnete Abstand im Scheibenzwischenraum absorbieren die Schallwellen und sorgen für spürbare Ruhe.
Ein ebenso wichtiges Thema moderner Architektur ist der Vogelschutz, gerade bei großflächigen Glasfassaden oder Wintergärten. Die zeitgemäße und nachhaltige Alternative zu den optisch störenden Greifvogel-Aufklebern vergangener Tage ist innovatives Vogelschutzglas. Dank einer speziellen Beschichtung, die für das menschliche Auge nahezu unsichtbar, für das hochentwickelte Auge von Vögeln jedoch als Hindernis klar erkennbar ist, vereinen wir effektiven Tierschutz mit kompromissloser, kristalliner Architekturästhetik.
Immer individuell, transparent und fair – glasklar: Glas Gawlina aus dem Ruhrpott!
Auch bekannt von den RuhrpottHELDEN
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