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Daniel Kurzke
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Daniel Kurzke: Gin, mehr als Wacholder – die Geschichte hinter jUNIPER tARAXACUM

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Ob Paradiesapfel, Blaubeere oder Glocken-Gin – Gin ist längst mehr als ein beliebiger Wacholder, Tonic und ein gut gefülltes Glas. Hinter einem wirklich charaktervollen Gin stehen Menschen, Ideen und vor allem die Bereitschaft, Geschmack nicht dem Zufall zu überlassen. Einer, der diese Haltung mit bemerkenswerter Leidenschaft lebt, ist Daniel Kurzke. In seiner Destillerie jUNIPER tARAXACUM im thüringischen Apolda entstehen handgemachte Gins in kleinen Chargen – mit regionalen Botanicals, viel Sorgfalt und einem ausgeprägten Gespür für Aromen. Was als persönliche Begeisterung für die Kunst des Brennens begann, ist heute eine ganz eigene Genusswelt. Für die kleinen Auszeiten und besonderen Momente: Gin mit Persönlichkeit aus der Glockenstadt im Weimarer Land.

STILPUNKTE: Herr Kurzke, wenn man Ihnen zuhört, merkt man schnell: Gin ist für Sie weit mehr als ein Getränk. Wann und wie hat diese Leidenschaft eigentlich begonnen – und was hat Sie schließlich dazu bewogen, Ihre eigene Destillerie zu gründen?

Daniel Kurzke: Am Anfang stand ein Weihnachtsgeschenk, vor gut sechs Jahren. Sie kennen sicher diese Sets, in denen die passenden Botanicals bereits enthalten sind. Man legt sie in Wodka oder Ähnliches ein und erhält „seinen“ Gin. Ein solches Set habe ich bekommen, und geschmacklich hat es mich leider nicht überzeugt. Also habe ich angefangen, mit eigenen Rezepten zu experimentieren. Sobald man erlebt, wie sehr sich ein Gin durch unterschiedliche Zutaten verändert, wird man zu einer Art kleinem Miraculix, nur ohne Sichel. 1A gelungene Kreationen und Neugier sind der Antrieb – die Experimente halten bis heute an.

Die Varianten wurden mehr, und ich brauchte Versuchspersonen und Kritiker. Familie und Freunde mussten herhalten, und die Rückmeldungen waren erfreulich positiv. So entstand die Idee, die Herstellung so aufzustellen, dass ich meinen Gin auch offiziell verkaufen kann. Ein „Flitz“, wie man so schön sagt, eine Schnapsidee im wahrsten Sinne des Wortes, die als Ergebnis hervorragende Gins aufweist und schließlich zur eigenen Destillerie geführt hat. 

Limetten für die Gin Herstellung
jUNIPER tARAXACUM

STILPUNKTE: jUNIPER tARAXACUM ist eine kleine, inhabergeführte Gin-Destillerie im Weimarer Land. Was war Ihnen bei der Gründung besonders wichtig – und welche Idee oder Philosophie sollte von Anfang an in jeder Flasche spürbar sein?

Daniel Kurzke: Ich bin völlig unvoreingenommen an die Sache herangegangen, ohne genauen Plan und ohne feste Ziele für die Zukunft. Ich wollte einfach meinen Gin machen, nach meinen Vorstellungen, und ihn in ausgewählten Geschäften und Lokalen anbieten.

Wichtig war mir jedoch von Anfang an, einen hochwertigen Gin herzustellen. Das betrifft nicht nur den Inhalt der Flasche, sondern auch das Aussehen und die Wirkung nach außen. Gin ist kein ganz günstiges Produkt, und das darf und soll man sehen und schmecken. Alles sollte von Anfang an professionell und perfekt sein. Zugegeben, ich musste einige Vorstellungen anpassen und etwas herunterschrauben. Aber der Aufwand, all die Mühen haben sich gelohnt. Das Endergebnis kann sich sehen lassen – am besten, Sie überzeugen sich selbst davon!

STILPUNKTE: „Echte Handarbeit. Echter Geschmack.“ lautet ein Leitgedanke Ihrer Brennerei. Was bedeutet Handarbeit für Sie ganz konkret – und welchen Unterschied macht sie am Ende tatsächlich im Glas?

Daniel Kurzke: Handarbeit heißt für mich, jeden einzelnen Schritt meines Produkts zu kennen und auch selbst auszuführen. Das beginnt bei der Auswahl und Zubereitung der Zutaten und reicht über das Destillieren bis zur Abfüllung und Etikettierung der Flaschen. Auch der Vertrieb gehört für mich dazu, wenn auch nicht im wörtlichen Sinn.

Ich nenne meine Destillerie gern Gin-Manufaktur. Der Begriff wird meines Erachtens zwar zunehmend inflationär gebraucht, doch er drückt genau das aus: Handarbeit ohne Massenproduktion. Und genau das schmeckt man im Glas. Es sind die Handarbeit, die Liebe zum Detail und die Zeit, die man sich und dem Gin beim Werden gibt. 

Daniel Kurzke beim Etikettieren seiner Gin Flaschen
jUNIPER tARAXACUM

STILPUNKTE: Gin erlebt seit Jahren einen regelrechten Boom. Woran erkennt ein Genießer Ihrer Erfahrung nach, den Unterschied zwischen einem beliebigen Gin und einem wirklich charaktervollen, hochwertigen Gin?

Daniel Kurzke: In erster Linie daran, ob man einen Gin auch pur genießen kann oder ob er nur in einem Mixgetränk wie etwa dem Gin Tonic besteht. Ein charaktervoller Gin überzeugt durch spürbare, „schmeckbare“ Aromen seiner Zutaten. Charakter ist aber auch das Ungewöhnliche, das Abweichende vom Gewohnten. Das findet man beim Gin von jUNIPER tARAXACUM in außergewöhnlichen Kombinationen und Geschmacksrichtungen.

STILPUNKTE: Ihre Botanicals stammen teilweise aus der Region und werden mit großer Sorgfalt ausgewählt. Welche Rolle spielen Herkunft, Regionalität und Saisonalität für die Aromatik – und wie viel Thüringen darf oder soll man in einem guten Gin eigentlich schmecken?

Daniel Kurzke: Regionalität spielt eine immer wichtigere Rolle, und das ist auch gut so. Manche typischen Gin-Zutaten wachsen in unseren Breitengraden schlicht nicht. Die Heidel- oder Blaubeeren in meinem Blaubeer-Gin dagegen sind regional und saisonal zugleich, und an ihnen lässt sich die Aromatik besonders gut nachvollziehen. Jeder Sommer, in dem die Beeren reifen, ist klimatisch anders, und das schmeckt man. Selbst die Menge an Blaubeer-Gin, die entsteht, hängt vom Klima und von der Ernte ab und ist von Jahr zu Jahr verschieden. Meiner Ansicht nach, darf und soll man das schmecken. Die Blaubeere übrigens, eigenhändig von uns stets frisch geerntet und destilliert, ist für mich das beste Beispiel für den Geschmack Thüringens. – Genuss pur aus dem Weimarer Land. 

Wacholderbeeren werden gepresst
jUNIPER tARAXACUM

STILPUNKTE: Was macht einen Gin aus Ihrer Brennerei unverwechselbar? Gibt es eine ganz bestimmte geschmackliche Handschrift, die sich wie ein roter Faden durch Ihre Kreationen zieht?

Daniel Kurzke: Die beste Handschrift meiner Gins ist das Destillieren in kleinen Chargen. Nur so lässt sich die Qualität der Zutaten wirklich beeinflussen und überwachen. Geschmacklich liegt den meisten meiner Gins tatsächlich eine Art Grundrezept zugrunde. Es variiert in den Mengenverhältnissen von Gin zu Gin und wird durch die jeweiligen Zutaten ergänzt.

Ein zusätzlicher roter Faden, mit hohem Wiedererkennungswert zeigt sich im Design der Etiketten. Das Gestaltungskonzept bleibt stets gleich, nur die Farbgebung wechselt. Lediglich ein Gin, der sich auch geschmacklich von den anderen Gins abhebt – dieser Glocken-Gin mit Schlagton C, der seinen Namen der Glockenstadt Apolda zu verdanken hat, hat ein besonderes und abweichendes Etikett.

STILPUNKTE: Und wenn ein Gast zum ersten Mal bei Ihnen in der Destillerie steht und einen Gin verkostet: Was wünschen Sie sich, dass er nach diesem ersten Schluck mitnimmt – außer vielleicht dem Wunsch nach einem zweiten?

Daniel Kurzke: Dem Wunsch nach einem zweiten Schluck komme ich sehr gern nach. Das ist auch meist notwendig, um den ersten Eindruck zu verfestigen. Am meisten freut es mich, wenn die Gäste schmecken, dass mein Gin ohne zusätzliche Aromen destilliert wird, dass dies kein Massenprodukt, kein Gin von der Stange ist und sie Handarbeit und Liebe zum Detail am Gin herausschmecken.

Das Beste, was passieren kann: Die Gäste, interessierten Besucher und Kunden verlassen die Brennerei und empfehlen meinen Gin und jUNIPER tARAXACUM weiter. Wenn sie nach dem ersten Schluck auch noch eine ganze Flasche mitnehmen, ist das natürlich besonders schön, und nicht nur für den Umsatz.

Aus einem Weihnachtsgeschenk wurde eine Leidenschaft, aus der Leidenschaft eine Manufaktur – handgemachter Craft-Gin, in kleinen Chargen, mit regionalen Botanicals und ausgeprägtem Charakter. Ein Gin, den man auch pur genießen kann.

Häufig gestellte Fragen

Was ist Gin?

Gin ist eine Spirituose, deren prägender Geschmack von Wacholder stammt. Nach der europäischen Spirituosenverordnung wird Gin auf Basis von Ethylalkohol landwirtschaftlichen Ursprungs und Wacholderbeeren hergestellt. Der Mindestalkoholgehalt beträgt 37,5 Volumenprozent und der Wacholdergeschmack muss vorherrschend bleiben.

Neben Wacholder können weitere Aromen und Botanicals den Charakter eines Gins bestimmen. Dadurch entstehen sehr unterschiedliche Geschmacksprofile mit beispielsweise zitrischen, würzigen, floralen oder fruchtigen Noten.

Wie wird Gin hergestellt?

Bei handwerklich destilliertem Gin werden zunächst Wacholder und weitere Botanicals ausgewählt und aufeinander abgestimmt. Sie können vor der Destillation im Alkohol eingelegt werden, damit sich ihre Aromen lösen. Anschließend wird die Mischung destilliert.

Bei Juniper Taraxacum erfolgt die Destillation langsam im traditionellen Kupferkessel. Nach dem Brennvorgang ruht der Gin, bevor er von Hand abgefüllt, etikettiert, nummeriert und kontrolliert wird. Gerade bei kleinen Chargen lassen sich Rezeptur und Aromatik besonders gezielt gestalten.

Was sind Botanicals bei Gin?

Botanicals sind pflanzliche Zutaten, die Gin sein individuelles Aroma verleihen. Dazu können neben dem unverzichtbaren Wacholder beispielsweise Zitrusfrüchte, Kräuter, Gewürze, Blüten oder andere aromatische Pflanzenbestandteile gehören.

Welche Botanicals verwendet und wie sie miteinander kombiniert werden, prägt den Charakter des fertigen Gins wesentlich. Bei Juniper Taraxacum kommen unter anderem Wacholder, Zitrus, Kräuter und florale Komponenten zum Einsatz. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf regionalen und saisonalen Zutaten.

Was ist ein Gin Tasting?

Bei einem Gin Tasting werden unterschiedliche Gins bewusst miteinander verglichen, um Botanicals, Aromatik und geschmackliche Unterschiede kennenzulernen. Dabei kann deutlich werden, wie Wacholder, Zitrusnoten, Kräuter oder florale Zutaten den Charakter einer Rezeptur verändern.

In einer Destillerie lässt sich die Verkostung zusätzlich mit Einblicken in Herstellung und Handwerk verbinden. Juniper Taraxacum bietet beispielsweise Tastings direkt an der Brennerei an, bei denen verschiedene Gins zusammen mit passendem Tonic und kleinen Snacks verkostet werden.

von Andrea Hilscher
Veröffentlicht am 17. Oktober 2026
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Daniel Kurzke

Daniel Kurzke

Inhaber Juniper Taraxacum

Kurzbeschreibung über Daniel Kurzke

Daniel, Gründer und Inhaber von Juniper Taraxacum. Persönliche Begeisterung ist heute eine eigene Gin-Destillerie. Mit Blick auf regionale und saisonale Botanicals entstehen in jeweils kleinen Chargen Gin  und Likör mit Charakter, die überraschen. In jeder Flasche zu schmecken: Handarbeit, Sorgfalt, Zeit und Ruhe - so selbstverständlich wie auch besonders.



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