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Julia und Roland Kohler
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Julia und Roland Kohler: Epoxidharztische nach Maß: Inspired by Nature trifft Handwerkskunst

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Es gibt Möbel, und es gibt Möbel. Die einen erfüllen einen Zweck. Andere hingegen hinterlassen einen bleibenden Eindruck. Ein handgefertigter Epoxidharztisch ist beides – und noch viel mehr. Er vereint die Kraft jahrzehntealten Holzes mit der Eleganz moderner Gestaltung und wird zum Mittelpunkt eines Raumes. Bei diesen kunstvollen Exponaten erzählt jeder Ast, jede Maserung, jede natürliche Struktur eine eigene Geschichte. In der Schreinerei Liebwerk am Bodensee verbinden sich traditionelle Handwerkskunst mit innovativem Design, natürlichen Materialien und einem feinen Gespür für Ästhetik. Unter den Händen von Roland Kohler entstehen in Zusammenarbeit mit seiner Frau Julia außergewöhnliche Solitäre, die Geschichten erzählen, Räume prägen und die Schönheit der Natur in zeitloser Form sichtbar machen.

STILPUNKTE: Was fasziniert Sie persönlich an der Verbindung von massivem Holz und Epoxidharz?

Julia Kohler: Mich begeistert vor allem die Verbindung dieser beiden eigentlich so unterschiedlichen Materialien. Bereits aussortiertes Holz, nicht mehr für den klassischen Möbelbau zu verwenden, erfährt in Verbindung mit Epoxidharz – unseres besteht fast vollständig aus nachwachsenden Rohstoffen – eine völlig neue Bedeutung. Knorrige Hölzer oder Altholz werden mit Epoxidharz verfestigt und auf besondere Art veredelt, und erfahren dadurch eine völlig neue Ästhetik. Künstlerisch. Wertvoll. Schön. – Einfach einzigartig.

Und dazu nachhaltig. Die Stämme, zum Teil aus dem eigenen Forst und aus unserem alten Obstgarten, können wir komplett aufbrauchen. Denn gerade die rissigen und porösen Bretter, die sonst zu nichts zu gebrauchen sind, eignen sich hervorragend für die Arbeit mit Epoxidharz. Wir haben viel ausprobiert, umgedacht, getüftelt und erprobt und können jetzt sagen: Seit einer Dekade sind wir mit diesen gestalterischen Design-Objekten auf absolutem Top-Niveau vorne dran, wenn es um Extras, Einzigartiges und naturverliebte Raummöbel der Extraklasse geht. 

STILPUNKTE: Wann wird aus einem Tisch ein echtes Kunstobjekt?   

Roland Kohler: In dem Moment, in dem er Emotionen auslöst. Zunächst erfüllt ein Tisch natürlich eine Funktion – er bietet Raum für Begegnungen, Gespräche und gemeinsame Momente. Und zum Kunstobjekt wird er dann, wenn er darüber hinaus eine Wirkung entfaltet, wenn Menschen innehalten, ihn nicht nur betrachten und sich begeistern lassen, sondern sich von ihm berühren lassen, eine Zwiesprache der anderen Art stattfindet. Das gelingt nicht durch Effekthascherei, sondern allein durch Charakter und Ausstrahlung. Durch eine außergewöhnliche Form, eine faszinierende Holzstruktur oder ein Design, das die Persönlichkeit seiner Besitzer widerspiegelt. Ein echtes Unikat „spricht“. Es wirkt nicht beliebig, sondern unverwechselbar.

Handgefertigter Epoxidharz-Couchtisch von Liebwerk als kunstvolles Einzelstück für stilvolle Wohnräume.
Liebwerk

STILPUNKTE: Welche Rolle spielt die Auswahl des Holzes für die spätere Wirkung eines Epoxidharztisches?

Julia Kohler: Eine sehr große, denn das gewählte Holz ist entscheidend und bestimmt den Charakter des gesamten Stücks. Jede Holzart besitzt ihre eigene Ausstrahlung. Eiche vermittelt Ruhe, Beständigkeit und Kraft. Nussbaum wirkt elegant und zeitlos, wobei sich hier vor allem der europäische Nussbaum mit seinen markanten Strukturen hervortut. Auch Ulme oder Esche überraschen mit einer ganz besonderen Dynamik. Noch wichtiger als die Holzart selbst sind jedoch die individuellen Merkmale eines Stammes. Die Maserung, Verwachsungen, Astbilder oder natürliche Risse machen jedes Stück einzigartig.

Wir suchen unser Material immer sehr bewusst aus und verwenden vorwiegend heimische Hölzer aus der Region, rund um den Bodenseekreis. 

STILPUNKTE: Was unterscheidet einen wirklich außergewöhnlichen Epoxidharztisch von kurzlebigen Designtrends?    

Roland Kohler: Zeitlosigkeit. Trends entstehen oft aus dem Wunsch nach Aufmerksamkeit. Wirklich gutes Design entsteht aus Qualität, Handwerk und einer klaren gestalterischen Haltung. Ein außergewöhnlicher Tisch wirkt auch nach zehn oder zwanzig Jahren noch faszinierend. Auch wenn das Arbeiten mit Epoxidharz in Amerika und Kanada schon lange Usus ist, folgen die Tische aus der Schreinerei Liebwerk keiner Mode, sondern besitzen eine eigene Identität. Unsere Tische sind nicht laut, nicht knallig oder schrill. Stattdessen erzählen sie dem Betrachter eine Geschichte. Deshalb legen wir in unserer Salemer Werkstatt großen Wert auf ausgewogene Proportionen, hochwertige Materialien und eine Gestaltung, die die Natürlichkeit des Holzes respektiert.

Mit der Entwicklung unseres ganz eigenen Designs haben wir uns einen sehr guten Namen gemacht und großen Bekanntheitsgrad erworben. Eine spezielle und ausgewählte Verbindung von Altholz und Epoxidharz – als Ausdruck einer besonderen Wohnkultur. Inzwischen erobern diese einmaligen und eleganten Epoxidharz-Tische, die Wohnräume weit über den Bodenseekreis hinaus. 

Massiver Epoxidharztisch mit transluzentem Harz und Holzstruktur – individuelles Design von Liebwerk.
Liebwerk

STILPUNKTE: Designliebhaber und anspruchsvolle Kunden – weshalb entscheiden sich diese bewusst für handgefertigte Einzelstücke statt für industrielle Möbel?    

Julia Kohler: Ganz einfach, weil sie diese Individualität schätzen und nicht nach einem Produkt von der Stange suchen, nichts, das es überall gibt. Unsere Kunden suchen nach etwas, das ihre Persönlichkeit widerspiegelt und das nicht in tausenden Haushalten zu finden ist. Hinzu kommt die Wertschätzung für echtes Handwerk. Und genau dieses, die Einzigartigkeit, und zugleich ein besonderes Erlebnis, das gibt’s nur bei uns. Wo auch immer unsere Interessenten zu Hause sind, bei dem Wunsch nach einem derartigen Tisch, laden wir sie direkt zu uns in die Werkstatt ein, damit wir das Thema, die Planung und das Wunschdesign gemeinsam angehen können. Genau dieses Wir-Gefühl, die Beteiligung an dem künftigen Möbelstück, das Involviertsein in maßgebliche Entscheidungen schafft nochmals einen ganz anderen Bezug, erhöht die Bindung und auch die Wertigkeit. Das Ja zu einem handgefertigten Möbelstück ist ein bewusster Entschluss für einen Solitär und für Qualität statt austauschbarer Beliebigkeit. 

STILPUNKTE: „Inspired by Nature“ – was bedeutet dieser Ansatz konkret in Ihrer täglichen Arbeit?       

Roland Kohler: Die Natur ist unser größter Gestalter. Sie erschafft Formen, Strukturen und Farbwelten, die kein Mensch perfekter entwerfen könnte. Deshalb versuchen wir nicht, die Natur zu korrigieren, sondern ihre Schönheit sichtbar zu machen. Wir arbeiten mit dem Material, nicht gegen das Material. Natürliche Linien, organische Formen, gewachsene Strukturen und harmonische Farbwelten prägen viele unserer Entwürfe. Und gerade Epoxidharz in einer bewusst gewählten Farbigkeit, angepasst und sanft nuanciert zu dem ursprünglichen Ton des Holzes, ist ein hervorragendes Material, um der Natur, Hölzern, die sonst ausrangiert würden, zu neuem Leben zu verhelfen. Mit Fingerspitzengefühl kombiniert, sind die beiden unverwechselbar, elegant und stilvoll – ein echtes Naturkunstwerk.

Detail eines Epoxidharztisches von Liebwerk mit organischer Holzstruktur und naturinspirierter Harzgestaltung.
Liebwerk

STILPUNKTE: Welche Möglichkeiten eröffnet Epoxidharz heute gestalterisch, die früher nicht denkbar waren?      

Julia Kohler: Mit Epoxidharz eröffnen sich uns faszinierende Möglichkeiten, natürliche Gegebenheiten kreativ einzubeziehen. Risse, Astlöcher oder offene Strukturen, die früher oft als Makel betrachtet wurden, können heute bewusst in das Design integriert werden. Dadurch entstehen einzigartige Kompositionen zwischen Transparenz, Tiefe und natürlicher Struktur. Gleichzeitig lassen sich Formen realisieren, die mit Holz allein kaum umsetzbar wären. Das erweitert den kreativen Spielraum enorm. Wobei natürlich auch dem Licht eine Paraderolle zukommt. Ob transluzent oder blickdicht verarbeitet – unterschiedlichste Lichtquellen erzeugen faszinierende Lichtspiele. Dennoch bleibt für uns das Holz immer der Hauptdarsteller.

STILPUNKTE: Wo liegen die größten handwerklichen Herausforderungen bei hochwertigen Epoxidharztischen?  

Roland Kohler: Gerade die scheinbare Leichtigkeit hochwertiger Arbeiten ist das Ergebnis eines enormen Aufwands. Die Auswahl und Trocknung des Holzes, die Vorbereitung der Oberflächen, die Verarbeitung des Harzes und die spätere Veredelung verlangen viel Erfahrung und Geduld. Jeder Arbeitsschritt beeinflusst das Endergebnis. Besonders anspruchsvoll ist die Balance zwischen Technik und Ästhetik. Schon allein die Oberflächenbearbeitung stellt uns vor große Herausforderungen. Wenn auch einheitlich gegossen, müssen bis zur Fertigstellung, Holz und Epoxidharz anders geschliffen und bearbeitet werden, damit die beabsichtigte vollkommene Einheit entstehen kann. Das Material muss perfekt verarbeitet sein und gleichzeitig natürlich wirken. Das geht nur mit Erfahrung und großem Know-how. Diese Verbindung macht den Unterschied zwischen einem gewöhnlichen Produkt und einem Meisterstück.

Epoxidharztisch mit Altholz und Harzverlauf – präzise Handwerkskunst der Schreinerei Liebwerk.
Liebwerk

STILPUNKTE: Welche Bedeutung haben Maserung, Risse und natürliche Unregelmäßigkeiten für die Ästhetik eines Tisches?          

Julia Kohler: Das sind keine Fehler oder Makel, sondern die entscheidenden Akteure, und sie machen den eigentlichen Reiz aus. Gerade diese Merkmale erzählen die Geschichte des Holzes. Sie zeigen Wachstum, Witterungseinflüsse und die Spuren der Zeit. In einer Welt voller Perfektion und industrieller Gleichförmigkeit wirken solche natürlichen Details besonders authentisch. Sie machen aus einem Möbelstück ein Original. Und genau diese Echtheit schätzen unsere Kunden. Die Tische leben von eben diesen Strukturen – umso spannender, umso besser für die Endwirkung und Ausstrahlung.

STILPUNKTE: Wie erleben Kunden den Moment, wenn sie ihren fertigen Tisch zum ersten Mal sehen?  

Roland Kohler: Das sind oft sehr emotionale Augenblicke. Viele Kunden begleiten den Entstehungsprozess über Wochen – sie sehen das Rohholz, die ersten Entwürfe und einzelne Fertigungsschritte. Wenn das fertige Stück schließlich vor ihnen steht, wenn aus der Idee Realität wird, entsteht häufig eine Mischung aus Staunen, Freude und Begeisterung. 

Auch für uns bleibt es bis zum Schluss, bis zur Enthüllung, spannend und aufregend. Denn trotz genauster Vorgehensweise und akkurater Planung, können wir nur bis zu einem gewissen Grad vorhersagen, wie der Tisch später aussehen wird. Viele Faktoren wirken, während wir den Trocknungsprozess kaum abwarten können. Dazu entwickelt das Holz in Verbindung mit den gewählten Farbpigmenten eine eigene Bildsprache. Philosophisch gesprochen sind unsere Epoxidharz-Tische nicht nur Kunstwerke, sondern sie fordern uns auch die Kunst des Loslassens ab.

Nahaufnahme von Holzmaserung und Epoxidharz – natürliche Risse als Gestaltungselement eines Liebwerk Tisches.
Liebwerk

 

STILPUNKTE: Inwiefern bestätigen Erkenntnisse aus der Neuroästhetik die Wirkung natürlicher Materialien auf den Menschen?      

Julia Kohler: Die Neuroästhetik beschäftigt sich mit der Frage, warum bestimmte Formen, Farben und Materialien auf Menschen positiv wirken. Interessanterweise zeigen viele Studien, dass natürliche Strukturen Stress reduzieren, das Wohlbefinden steigern und als besonders harmonisch wahrgenommen werden. Genau das erleben wir auch in der Praxis. Menschen reagieren intuitiv auf echtes Holz. Sie berühren Oberflächen, betrachten Maserungen und empfinden die natürliche Wärme des Materials als angenehm. In Kombination mit Epoxidharz entsteht eine gewisse Komplexität und strukturelle Tiefe, deren Betrachtung den menschlichen Geist wachhält. Es gibt immer wieder Neues zu entdecken.

Vielleicht liegt darin das Geheimnis zeitloser Gestaltung: Sie spricht nicht nur den Verstand an, sondern auch unsere Sinne.

Und genau dort entstehen die stärksten Verbindungen – Holz & Epoxidharz in Vollendung.

Häufig gestellte Fragen

Was ist ein Epoxidharztisch?

Ein Epoxidharztisch ist ein Tisch, bei dem Massivholz mit Epoxidharz kombiniert wird. Häufig werden natürliche Risse, Astlöcher, Baumkanten oder Zwischenräume im Holz mit Harz ausgegossen. Dadurch entsteht ein individuelles Möbelstück, das die natürliche Struktur des Holzes sichtbar macht und gleichzeitig moderne Gestaltungsmöglichkeiten eröffnet.

Welches Holz eignet sich für einen Epoxidharztisch?

Für einen Epoxidharztisch eignen sich besonders charakterstarke Hölzer mit Maserung, Rissen, Astbildern oder natürlichen Kanten. Häufig werden Eiche, Nussbaum, Ulme oder Esche verwendet, weil sie eine starke eigene Wirkung haben. Entscheidend ist nicht nur die Holzart, sondern auch die individuelle Struktur des Stammes.

Warum ist ein Epoxidharztisch ein Unikat?

Ein Epoxidharztisch ist ein Unikat, weil jede Holzplatte eine eigene Maserung, Form und Geschichte besitzt. Risse, Verwachsungen, Astlöcher und natürliche Unregelmäßigkeiten werden nicht versteckt, sondern bewusst in das Design einbezogen. Durch die Kombination mit Harz entstehen Möbelstücke, die nicht industriell reproduzierbar sind.

Was kostet ein Epoxidharztisch nach Maß?

Der Preis für einen Epoxidharztisch nach Maß hängt von Größe, Holzart, Harzmenge, Farbgestaltung, Tischgestell und handwerklichem Aufwand ab. Da jedes Stück individuell geplant und gefertigt wird, lässt sich der Preis nicht pauschal festlegen. Besonders aufwendige Holzstrukturen, große Tischplatten und spezielle Designwünsche erhöhen den Aufwand.

Wie viele Jahre hält ein Epoxidharztisch?

Ein hochwertig gefertigter Epoxidharztisch kann bei richtiger Pflege viele Jahre bis mehrere Jahrzehnte halten. Entscheidend sind die Qualität von Holz und Harz, eine fachgerechte Verarbeitung, eine stabile Oberflächenveredelung und der Schutz vor starker Hitze, Feuchtigkeit und direkter Sonneneinstrahlung. Im Innenbereich ist die Lebensdauer meist deutlich höher als im Außenbereich, da UV-Strahlung und Witterung das Harz mit der Zeit verfärben oder belasten können.

von Andrea Hilscher
Veröffentlicht am 12. Juni 2026
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Julia und Roland Kohler

Julia und Roland Kohler

Inhaber Liebwerk

Kurzbeschreibung über Julia und Roland Kohler

Roland Kohler ist Schreinermeister und seit 2013 selbständig mit seiner Massivholzschreinerei Liebwerk. Im Jahr 2021 vergrößerte er seinen Betrieb um Werkstatt,Ausstellungsraum und eine Handvoll Mitarbeiter. Im gleichen Zuge gab er seine Lehrtätigkeit als Werkstattdozent an der Bildungsakademie in Waldshut auf.

Julia Kohler ist ausgebildete Theaterpädagogin und Absolventin der Ausbildung Architektur x Psychologie an der Akademie für Raum und Wandel. Nach mehreren Stationen im Bereich Marketing und Kommunikation, davon 15 Jahre in der Einrichtungsbranche, rockt sie seit 2021 mit Roland  die Schreinerei Liebwerk.



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