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Andrea Franke
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Andrea Franke: Innenarchitektur Planung – Vom Grundriss bis zum fertigen Raum

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Je müheloser ein Raum wirkt, desto mehr Arbeit steckt meistens dahinter. Genau darin liegt die Kunst guter Innenarchitektur Planung. – Viele Menschen erleben dies erst im fertigen Zustand. Sie sehen die harmonische Gestaltung, die stimmigen Materialien und nehmen die besondere, einmalige Atmosphäre wahr. Was dabei häufig verborgen bleibt, ist der aufwendige Weg dahin. Den Blicken verborgen, hinter den Kulissen, steht hinter jedem gelungenen Raum ein vielschichtiger, strukturierter Prozess aus Analyse, Planung, Koordination, technischer Expertise und unzähligen Entscheidungen. Für Andrea Franke von Innenarchitektur Federleicht in München startet jedes Projekt lange vor dem ersten Entwurf. Es beginnt mit Zuhören. Mit Fragen. Mit dem Verstehen von Lebens- und Arbeitsweisen, Bedürfnissen und Werten.

STILPUNKTE: Viele Menschen sehen am Ende nur das Ergebnis, den fertigen Raum – was sehen Sie?

Andrea Franke: Ich sehe die Entscheidungen dahinter – und die Varianten, die es nicht geworden sind. Wo heute eine Wand fehlt, lag vielleicht ein Lüftungsstrang, der verlegt werden musste. Wo eine Nische selbstverständlich wirkt, saß vorher eine Tür an der falschen Stelle. Ich sehe außerdem Millimeter: Fugenbilder, Anschlusshöhen, den Übergang von einem Bodenbelag zum nächsten. Das klingt kleinteilig, aber genau daraus entsteht die Ruhe, die Kunden am Ende beschreiben, ohne sie benennen zu können. Der fertige Raum ist das sichtbare Ende eines langen, sehr strukturierten Prozesses.

Helles Badezimmer mit langem Waschtisch, Spiegelwand und abgestimmter Beleuchtung als Ergebnis einer detaillierten Innenarchitekturplanung
Innenarchitektur Federleicht

STILPUNKTE: Und wann beginnt ein Projekt tatsächlich?

Andrea Franke: Deutlich früher, als die meisten denken – nämlich beim Bestand und beim Budget, nicht bei der Idee. Bevor wir gestalten, prüfen wir, was das Gebäude zulässt: Statik, Leitungen, Brandschutz, Genehmigungsfähigkeit. Sehr oft entscheidet dieser Blick darüber, ob ein Wunsch überhaupt realistisch ist – und das weiß man besser in Woche zwei als im fünften Monat. Offiziell beginnt ein Projekt bei uns mit der Grundlagenermittlung, der ersten Leistungsphase. Inoffiziell beginnt es in dem Moment, in dem jemand sagt: „So, wie es ist, geht es nicht weiter. Ich brauche eine Veränderung.“

STILPUNKTE: Weshalb ist das Kennenlernen, das erste Gespräch so entscheidend – und welche Informationen benötigen Sie von Ihren Kunden?

Andrea Franke: Weil dort entschieden wird, ob wir zueinander passen – und weil ich in einer Stunde mehr über ein Zuhause oder ein Unternehmen erfahre als aus jedem Fragebogen. Ich brauche drei Dinge: den Bestand mit Plänen, Baujahr und was bereits gemacht wurde. Dazu den Rahmen, der Budget und Zeitpunkt, vor allem sämtliche Mitentscheider beinhaltet. Und dann ergänzend, was schwerer zu benennen ist – die konkrete Formulierung, wie Sie leben oder arbeiten wollen. Deshalb fragen wir auch nach Wünschen, Problemen, Abläufen und nach Lieblingsorten. 

Nach dem Budget frage ich bewusst und sehr direkt, da eine Planung ohne Kostenrahmen nur eine schöne Idee bleibt. Wer das offenlegt, bekommt von uns eine belastbare Einschätzung statt einer Hoffnung.

STILPUNKTE: Wie geht es danach weiter – wie entsteht aus Wünschen und Vorstellungen ein klares Konzept?

Andrea Franke: Aus dem Erstgespräch wird zuerst ein Raumprogramm, besonders im Bürodesign: eine nüchterne Liste, was auf welcher Fläche stattfinden soll. Darauf folgen Varianten im Grundriss – meistens zwei bis drei, die sich grundsätzlich unterscheiden und nicht nur im Detail. Erst wenn eine Variante steht, kommen Material, Farbe und Licht dazu, und zwar an echten Mustern, nicht nur am Bildschirm. Visualisierungen helfen dabei: Unsere Kunden entscheiden, bevor gebaut wird. Der Sprung von „Ich hätte gern etwas Helles, Ruhiges“ zum klaren Konzept passiert genau in diesem Übersetzungsschritt.

Küchenkonzept mit dunklen Oberflächen, Holztresen und abgestimmter Lichtgestaltung von Innenarchitektur Federleicht
Innenarchitektur Federleicht

STILPUNKTE: Viele Kunden verbinden Innenarchitektur mit Kreativität – wieviel Strategie steckt dahinter?

Andrea Franke: Sehr viel. Ich würde sagen, ein Großteil unserer Arbeit ist Analyse, Organisation und Koordination – der Entwurf ist der kleinere Teil. Kreativität ohne Struktur produziert Bilder, keine Räume. Zur Strategie gehören Kostenschätzung, Terminplanung, Ausschreibung, Vergabeempfehlung, Bemusterung und die gesamte Abstimmung mit Fachplanern und Behörden. Das schöne Bild am Ende ist die Spitze; darunter liegen Listen, Pläne und Protokolle. Idealerweise merken Kunden davon wenig – sie merken nur, dass es läuft.

STILPUNKTE: Welche Rolle spielen Grundrisse und wie gelingt der Spagat zwischen Funktionalität und Ästhetik?

Andrea Franke: Der Grundriss ist die wichtigste Entscheidung im ganzen Projekt, weil er sich später am teuersten korrigieren lässt. Wir arbeiten uns immer über die Wege vor: Wo geht man hundertmal am Tag entlang, wo trägt man Einkäufe, wo braucht man Ablage, wo Licht. Funktion und Ästhetik sind dabei seltener ein Widerspruch, als gedacht – Räume, die gut funktionieren, wirken meistens auch ruhig. Kritisch wird es bei Wünschen, die nur der Optik dienen: die frei stehende Wanne ohne Abstellfläche, die Kücheninsel, um die man nicht herumkommt. Das sage ich früh und deutlich, das gehört zu unserer Aufgabe. Und auch Lösungen dafür zu finden, dass Wünsche und Funktion vereinbar sind.

Offene Küche mit Kochinsel, Sitzbank und abgestimmten Laufwegen als Beispiel funktionaler Grundrissplanung
Innenarchitektur Federleicht

STILPUNKTE: Materialien, Farben und Formen – wie zeigt sich Nachhaltigkeit in diesem Planungsprozess?

Andrea Franke: Der größte Hebel liegt vor der Materialwahl. Was erhalten bleibt, muss nicht produziert und nicht entsorgt werden. Wir prüfen deshalb zuerst, welche Substanz tragfähig ist. Böden, Türen, gute Schreinerarbeit, manchmal ganze Einbauten, die sich aufarbeiten lassen, statt ersetzt zu werden. Bei neuen Materialien achten wir auf Herkunft, Emissionsarmut, Reparierbarkeit und darauf, dass sich Bauteile später sortenrein trennen lassen. Wir arbeiten bevorzugt mit regionalen Betrieben, weil kurze Wege auch die Baustelle einfacher machen. Und wir planen langlebig: Der nachhaltigste Raum ist der, den man in fünfzehn Jahren nicht neu machen möchte. Natürliche Materialien sind gerade im Wohnbereich wichtig.

Schlafzimmer mit Holzlamellen, Textilien und integrierter Beleuchtung als abgestimmtes Innenarchitekturkonzept
Innenarchitektur Federleicht

STILPUNKTE: Welche Arbeitsschritte und Leistungen bleiben den Augen Ihrer Kunden verborgen?

Andrea Franke: Fast alles zwischen dem schönen Plan und der fertigen Baustelle. Dazu gehören Aufmaß und Bestandsaufnahme, die Werk- und Detailplanung, Leistungsverzeichnisse für die einzelnen Gewerke, Angebotsvergleiche, die Koordination der Fachplaner, Bemusterungstermine, Baustellenprotokolle und die Rechnungsprüfung. Häufig unterschätzt wird das Nachfassen für Angebote, und Absprachen – telefonisch wie auch auf der Baustelle selbst.

Wir sind ein reines Planungsbüro – gebaut wird von Fachbetrieben, mit denen unsere Kunden direkt Verträge schließen. Genau deshalb können wir Angebote unabhängig bewerten: Wir verdienen nichts daran, wer den Zuschlag bekommt. Hinzu kommt, dass wir als in die Architektenliste der Bayerischen Architektenkammer eingetragene Innenarchitektinnen für bauliche Änderungen an bestehenden Gebäuden bauvorlageberechtigt sind – bei vielen Umbauten entfällt damit ein zusätzliches Honorar.

STILPUNKTE: Was sind typische Herausforderungen während der Umsetzung und wie gehen Sie mit unerwarteten Veränderungen um?

Andrea Franke: Im Bestand gibt es fast immer eine Überraschung – eine Wand, die tragend ist, obwohl der Plan etwas anderes nahelegt, feuchter Estrich, Leitungen an unmöglichen Stellen. Wir kalkulieren deshalb Puffer ein, zeitlich wie finanziell, und lassen kritische Stellen so früh wie möglich öffnen. Taucht etwas auf, gilt bei uns eine einfache Regel: sofort informieren, zwei Lösungswege mit Kosten danebenlegen, gemeinsam entscheiden. Was Projekte wirklich gefährdet, sind nicht die Überraschungen, sondern verspätete Entscheidungen. Deshalb halten wir die Kommunikation eng – auch wenn es sich um unangenehme Nachrichten handelt.

STILPUNKTE: Auch die Zahlen wollen im Blick behalten sein – wie stellen Sie sicher, dass Budgets eingehalten werden?

Andrea Franke: Mit einem Kostenrahmen, nach dem entworfen wird, und einer Kostenverfolgung, die das ganze Projekt begleitet. Wir teilen das Budget nach Gewerken auf, holen Angebote strukturiert über Leistungsverzeichnisse ein und vergleichen sie inhaltlich – nicht nur nach Endsumme, denn die günstigsten Angebote enthalten oft die meisten Nachträge. Leider sind die Handwerkerkosten in den letzten 5 Jahren immens gestiegen. Wir können nicht alles kalkulieren, aber wir können gemeinsam Lösungen und Alternativen finden.

Laufend transparente Kostenstände vermeiden eine böse Überraschung am Schluss. Und falls ein Wunsch den Rahmen sprengen sollte, teilen wir auch dies frühzeitig mit, anstatt derartige Informationen hinauszuzögern.

STILPUNKTE: Welche Details, welche Arbeitsschritte werden von Kunden oft unterschätzt?

Andrea Franke: Ganz vorn liegen Licht- und Elektroplanung. Steckdosen, Schalter und Lichtszenen müssen feststehen, lange bevor verputzt wird – später sind sie kaum noch zu korrigieren. Ebenfalls unterschätzt werden Stauraum, Türanschläge, Sockelhöhen und die Frage, wo eigentlich der Staubsauger wohnt. Zeitlich unterschätzen viele die Lieferfristen; bei Einbaumöbeln und Sonderanfertigungen sind mehrere Monate normal. Und schließlich der Aufwand der Entscheidungen selbst: Ein Projekt verlangt Hunderte davon – die gehören terminiert wie jede andere Leistung auch.

Badezimmer mit Spiegelbeleuchtung, Elektroelementen, Waschtisch und Dusche als Beispiel detaillierter Innenarchitekturplanung
Innenarchitektur Federleicht

STILPUNKTE: Was macht für Sie einen wirklich gelungenen Raum aus?

 Andrea Franke: Ein Raum ist für mich gelungen, wenn man nach zwei Jahren nichts daran ändern möchte. Wenn er dem Leben, das darin stattfindet, nicht im Weg steht, sondern es leichter macht. Daher auch unser Name: Innenarchitektur Federleicht. „Gelungen“ heißt außerdem: ehrlich in den Materialien, ruhig in den Proportionen, warm im Licht und robust genug für den Alltag. Und er muss zu den Menschen passen, die darin leben oder arbeiten, nicht zu einem Pinterest-Board. Wenn Kunden mir sagen, sie könnten gar nicht genau beschreiben, warum sie sich dort so wohlfühlen, dann haben wir unsere Arbeit gut gemacht.

Häufig gestellte Fragen

Was macht ein Innenarchitekt bei einem Umbau?

Ein Innenarchitekt plant bei einem Umbau weit mehr als Farben, Möbel und Materialien. Zu den möglichen Aufgaben gehören Bestandsaufnahme, Grundriss- und Entwurfsplanung, technische Detailplanung, Kostenschätzung, Ausschreibung, Angebotsvergleich sowie die Koordination beteiligter Fachplaner und Gewerke.

Gerade bei Bestandsgebäuden müssen außerdem bauliche Voraussetzungen wie vorhandene Leitungen, Statik oder notwendige Genehmigungen früh berücksichtigt werden. Eine professionelle Innenarchitektur verbindet deshalb Gestaltung, Funktion, technische Planung und Projektkoordination.

Wie läuft eine professionelle Innenarchitekturplanung ab?

Eine professionelle Innenarchitekturplanung beginnt mit der Analyse des Bestands, des Budgets und der gewünschten Nutzung. Danach werden Anforderungen in ein Raumprogramm übersetzt und unterschiedliche Grundrissvarianten entwickelt. Erst wenn die räumliche Struktur feststeht, werden Materialien, Farben und Licht konkretisiert.

Anschließend folgen je nach Projekt unter anderem Detailplanung, Bemusterung, Ausschreibung, Angebotsvergleich und Koordination der Umsetzung. Auch Federleicht beschreibt seinen Prozess entsprechend vom Aufmaß über Entwurf und Ausführungsplanung bis zu Ausschreibung und Baustellenkoordination.

Worauf sollte man bei der Grundrissplanung achten?

Bei der Grundrissplanung sollte zuerst geprüft werden, wie Menschen einen Raum tatsächlich nutzen. Entscheidend sind beispielsweise Laufwege, notwendige Ablageflächen, Licht, Stauraum und die sinnvolle Anordnung einzelner Funktionen. Eine optisch attraktive Lösung ist wenig hilfreich, wenn sie den Alltag erschwert.

Grundrissentscheidungen sollten deshalb früh getroffen und sorgfältig geprüft werden, weil spätere Änderungen aufwendig und teuer werden können. Gute Raumplanung verbindet Funktionalität und Ästhetik, statt beide unabhängig voneinander zu betrachten.

Wann sollte die Licht- und Elektroplanung erfolgen?

Licht- und Elektroplanung sollten möglichst früh im Planungsprozess feststehen – bevor Wände verputzt und relevante Anschlüsse endgültig ausgeführt werden. Positionen von Steckdosen und Schaltern sowie geplante Lichtszenen lassen sich später häufig nur noch mit zusätzlichem Aufwand verändern.

Deshalb sollten Möblierung, Nutzung und Beleuchtung bereits in der Entwurfs- und Ausführungsplanung zusammengedacht werden. Gerade diese technischen Details werden bei Umbauten häufig unterschätzt, obwohl sie erheblichen Einfluss auf die spätere Alltagstauglichkeit eines Raumes haben.

Wie lassen sich die Kosten bei einem Umbau besser im Blick behalten?

Umbaukosten lassen sich besser kontrollieren, wenn bereits zu Beginn ein realistischer Kostenrahmen festgelegt und während des gesamten Projekts fortgeschrieben wird. Sinnvoll ist eine Aufteilung nach Gewerken sowie ein strukturierter Vergleich eingeholter Angebote.

Dabei sollte nicht ausschließlich die niedrigste Endsumme entscheiden. Leistungsumfang und mögliche spätere Nachträge müssen ebenfalls berücksichtigt werden. Zusätzlich können zeitliche und finanzielle Puffer helfen, auf typische Überraschungen bei Umbauten im Bestand reagieren zu können.

von Andrea Hilscher
Veröffentlicht am 27. Oktober 2026
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Andrea Franke

Andrea Franke

Inhaberin Innenarchitektur Federleicht

Kurzbeschreibung über Andrea Franke

  • 2023: Gründung natural SOUL interior Onlineshop
  • 2016: Bis heute selbstständig mit Innenarchitektur Federleicht, Planung von privat- und gewerblichen Projekten
  • 2011-2016: Innenarchitektin Retail Design/ Ladenbau, München
  • 2010: Hoteldesign in Adelaide, Australien
  • 2008-2009: Praktikum und Erlangen der Bauvorlageberechtigung
  • 2004-2008: Studium der Innenarchitektur in Detmold und Kopenhagen
    Sonderpreis für herausragende Leistungen während des gesamten Studiums


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