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Prof. Dr. Anabel Ternès von Hattburg
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Prof. Dr. Anabel Ternès von Hattburg: Sauberes Wasser, bewusster Konsum und die Frage nach der richtigen Lösung

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Anlässlich der Auszeichnung von dropvital mit dem German Innovation Award 2026 – gleich in zwei Kategorien – sprach STILPUNKTE mit der Zukunftsforscherin Prof. Dr. Anabel Ternès von Hattburg über sauberes Wasser, bewussten Konsum und die Frage, warum es beim Thema Wasserfilter nicht die eine richtige Lösung gibt, sondern die zum jeweiligen Bedürfnis passende.

STILPUNKTE: Frau Prof. Ternès von Hattburg, Sie beschäftigen sich seit Jahren mit Zukunftsthemen, Gesundheit und Nachhaltigkeit. Warum verdient ausgerechnet Wasser mehr Aufmerksamkeit, als wir ihm im Alltag schenken?

Prof. Dr. Anabel Ternès von Hattburg: Wasser ist wahrscheinlich eines der interessantesten Beispiele dafür, wie selbstverständlich wir Dinge nehmen, die für unser Leben fundamental sind. Wir drehen den Hahn auf und erwarten Wasser. Jeden Tag, mehrfach am Tag. Und gerade weil es so selbstverständlich ist, hinterfragen wir seine Qualität, Herkunft und unseren Umgang damit relativ selten.

Dabei besteht unser Körper zu einem großen Anteil aus Wasser, und Wasser ist nicht einfach ein Getränk, sondern Teil praktisch aller physiologischen Prozesse. Gleichzeitig verändert sich unser Wassersystem durch Klimawandel, Landwirtschaft, Urbanisierung, industrielle Nutzung und neue Stoffe in unserer Umwelt.

Ich finde deshalb den Perspektivwechsel wichtig: Wir sollten Wasser weder romantisieren noch dramatisieren. Wir sollten es als das behandeln, was es ist: eine strategische Ressource für Gesundheit, Gesellschaft und Zukunft.

Und hier beginnt für mich Nachhaltigkeit. Die entscheidende Frage lautet nicht nur: Was kommt aus meinem Hahn? Sondern auch: Wie gehen wir mit einer Ressource um, die wir alle brauchen, aber deren Verfügbarkeit und Qualität wir langfristig sichern müssen?

STILPUNKTE: Die Schweiz und Deutschland gelten als Länder mit exzellentem Leitungswasser. Wie berechtigt ist dieses Vertrauen aus Ihrer Sicht – und wo hört es auf?

Prof. Dr. Anabel Ternès von Hattburg: Das Vertrauen ist grundsätzlich sehr gut begründet. In Deutschland beispielsweise zeigen die aktuellen Daten des Umweltbundesamtes, dass bei den meisten mikrobiologischen und chemischen Qualitätsparametern mehr als 99 Prozent der untersuchten Proben die Anforderungen der Trinkwasserverordnung erfüllen.

Das ist eine enorme Leistung unseres Wasserversorgungssystems. Aber hier beginnt die interessante Differenzierung: Wasserwerk und Wasserhahn sind nicht dasselbe. Das Wasser wird aufbereitet und überwacht, anschließend durch ein komplexes Verteilungs- und Gebäudesystem transportiert. Das Umweltbundesamt weist ausdrücklich darauf hin, dass die Wasserqualität bis zum Hahn durch die Trinkwasserinstallation eines Gebäudes beeinflusst werden kann.

Deshalb würde ich weder sagen: „Leitungswasser ist problematisch“, noch: „Alles ist immer perfekt.“ Die wissenschaftlich vernünftige Haltung ist: Wir haben in Deutschland ein sehr hohes Sicherheitsniveau und trotzdem gibt es individuelle Situationen, in denen eine zusätzliche Aufbereitung sinnvoll sein kann. Das ist ein großer Unterschied zu Angstszenarien.

Glas wird an einem Küchenwasserhahn mit Leitungswasser gefüllt
Dropvital

STILPUNKTE: Sie forschen zu Konsumverhalten und Bewusstseinswandel. Schauen die Menschen heute kritischer hin, was sie täglich trinken und konsumieren?

Prof. Dr. Anabel Ternès von Hattburg: Ja, aber interessanterweise nicht nur aus gesundheitlichen Gründen. Wir erleben gerade einen fundamentalen Wandel vom Konsumieren zum Kuratieren. Menschen fragen zunehmend: Woher kommt etwas? Was ist darin? Wie wurde es hergestellt? Was bedeutet mein Konsum für meine Gesundheit, meine Umwelt und meine Zukunft?

Das sehen wir bei Lebensmitteln, Kosmetik, Kleidung und inzwischen auch bei Wasser. Psychologisch ist das sehr interessant. Sobald Menschen verstehen, dass eine alltägliche Handlung Konsequenzen hat, entsteht ein Bedürfnis nach Agency, also nach dem Gefühl: Ich kann selbst etwas beeinflussen. Das kann sehr gesund sein. Es kann aber auch kippen. Wenn aus Bewusstsein permanente Sorge wird, entsteht Health Anxiety oder eine Art Konsum-Perfektionismus: Man glaubt plötzlich, man müsse alles kontrollieren, um gesund zu bleiben. Das ist nicht mein Verständnis von bewusster Gesundheit. Gesundheitskompetenz bedeutet nicht, alles zu kontrollieren. Sie bedeutet, relevante Informationen von irrelevanten unterscheiden zu können.

STILPUNKTE: Themen wie Mikroplastik oder Rückstände im Wasserkreislauf tauchen immer häufiger in den Medien auf. Wie unterscheidet man als Konsument seriöse Information von Panikmache?

Prof. Dr. Anabel Ternès von Hattburg: Ich würde immer drei Fragen stellen: Was wurde tatsächlich gemessen? In welcher Konzentration? Was bedeutet diese Konzentration nach heutigem wissenschaftlichem Kenntnisstand für die Gesundheit?

Das ist entscheidend.
Mikroplastik ist beispielsweise inzwischen in unterschiedlichen Umweltmedien und auch in Trinkwasser nachgewiesen worden. Aber daraus folgt nicht automatisch, dass jedes nachgewiesene Partikel eine gesundheitliche Gefahr darstellt.

Die WHO hat ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die Datenlage zur gesundheitlichen Bedeutung von Mikroplastik im Trinkwasser noch begrenzt ist und dass insbesondere bei sehr kleinen Partikeln weitere Forschung notwendig ist. Gleichzeitig empfiehlt sie, die bekannten mikrobiologischen und chemischen Risiken weiterhin zu priorisieren.
Das ist für mich ein sehr gutes Beispiel für wissenschaftliche Kommunikation: Nicht verharmlosen. Nicht dramatisieren. Unsicherheit transparent machen. Denn „wissenschaftlich nicht abschließend geklärt“ bedeutet weder „gefährlich“ noch „ungefährlich“. Es bedeutet: Wir wissen es noch nicht ausreichend – und genau deshalb sollten wir weiterforschen.

STILPUNKTE: Für viele ist ein Wasserfilter entweder überflüssig oder ein Allheilmittel. Wo liegt aus Ihrer Sicht die realistische Mitte?

Prof. Dr. Anabel Ternès von Hattburg: Die Mitte liegt dort, wo gute Wissenschaft eigentlich immer liegt: bei der Kontextabhängigkeit. Ein Filter ist weder grundsätzlich notwendig noch grundsätzlich sinnlos. Wenn ich in einem Gebiet mit sehr guter Trinkwasserqualität lebe, eine moderne Hausinstallation habe und mit Geschmack und Zusammensetzung meines Wassers zufrieden bin, kann die beste Entscheidung tatsächlich sein: keinen zusätzlichen Filter zu kaufen.

Wenn ich dagegen beispielsweise eine alte Hausinstallation habe, bestimmte Stoffe reduzieren möchte, Probleme mit Geschmack oder Härte habe oder eine spezifische Aufbereitungsanforderung besteht, kann eine zusätzliche Aufbereitung sinnvoll sein. Und genau hier finde ich den Gedanken „Bedürfnis vor Produkt“ so wichtig. Wir sollten uns verabschieden von: „Welche Technologie ist die beste?“ und anfangen zu fragen: „Welche Lösung ist für diese konkrete Situation sinnvoll?“ Das ist ein viel moderneres Verständnis von Konsum.

Schnittdarstellung einer mehrschichtigen DropVital-Filterkartusche zur Wasserfiltration
Dropvital

STILPUNKTE: Wenn jemand über einen Filter nachdenkt: Welche Fragen sollte er sich zuerst stellen – noch bevor es um Technologie oder Marke geht?

Prof. Dr. Anabel Ternès von Hattburg: Ich würde mit fünf Fragen beginnen: Was möchte ich eigentlich verändern? Geht es um Geschmack? Härte? Einen bestimmten Stoff? Eine alte Installation? Komfort? Nachhaltigkeit? Oder schlicht um ein persönliches Sicherheitsgefühl?
Dann: Woher kommt mein Wasser und wie ist seine Qualität? Wie alt und wie beschaffen ist meine Hausinstallation? Welche Stoffe möchte ich tatsächlich reduzieren?
Und schließlich: Was kostet mich die Lösung über ihre gesamte Lebensdauer – ökologisch und finanziell? Das klingt banal, ist aber psychologisch ausgesprochen relevant. Denn Menschen kaufen häufig nicht die Lösung für ihr Problem. Sie kaufen die Lösung, die am überzeugendsten vermarktet wird. Das ist ein großer Unterschied.

STILPUNKTE: Die Ansätze reichen von der einfachen Karaffe bis zu fest installierten Systemen. Warum gibt es Ihrer Meinung nach nicht die eine richtige Lösung für alle?

Prof. Dr. Anabel Ternès von Hattburg: Weil Menschen, Gebäude und Wasser unterschiedlich sind. Eine junge Familie in einem modernen Neubau hat andere Anforderungen als ein einzelner Erwachsener in einem hundert Jahre alten Gebäude. Eine Person, die hauptsächlich Geschmack und Komfort verändern möchte, hat andere Bedürfnisse als jemand, der einen bestimmten Stoff reduzieren möchte.
Das ist eigentlich ein allgemeines Prinzip der Zukunft: Personalisation is becoming the new standard.

Wir sehen es in Medizin, Ernährung, Bildung und inzwischen auch bei Technologien. Warum sollte Wasser die Ausnahme sein? Die Vorstellung, dass eine einzige Technologie alle Bedürfnisse optimal erfüllt, ist deshalb eher ein Relikt des industriellen Massenmarktes. Die Zukunft gehört zunehmend modularen Lösungen, die sich an den Kontext anpassen.

DropVital nano-drink Untertisch-Wasserfilter unter einer Küchenspüle
Dropvital

STILPUNKTE: Manche Anbieter setzen auf eine einzige Technologie, andere kombinieren mehrere und wählen je nach Bedarf. Was halten Sie grundsätzlich für den besseren Ansatz – die eine Speziallösung oder eine Plattform, die mehrere Technologien nach dem konkreten Bedürfnis zusammenstellt?

Prof. Dr. Anabel Ternès von Hattburg: Wissenschaftlich würde ich sagen: Die Technologie sollte dem Problem folgennicht das Problem der Technologie. Wenn eine einzige Technologie ein konkretes Problem hervorragend löst, ist das möglicherweise die beste Lösung. Wenn unterschiedliche Anforderungen bestehen, kann eine Kombination verschiedener Aufbereitungsprinzipien sinnvoller sein.

Ich finde deshalb Plattformansätze grundsätzlich spannend, wenn sie tatsächlich bedarfsorientiert arbeiten und nicht einfach möglichst viele Technologien verkaufen wollen. Das ist ein wichtiger Unterschied. Eine Plattform ist dann zukunftsfähig, wenn sie nicht sagt: „Wir haben fünf Technologien – Sie brauchen alle fünf.“
Sondern: „Lassen Sie uns zuerst verstehen, was Sie tatsächlich brauchen.“ Das ist nicht nur technologisch klüger. Es ist auch psychologisch und ökologisch interessanter.

Schnittmodell der DropVital-Nanofiltration mit mehrschichtiger Filterstruktur
Dropvital

STILPUNKTE: Wie findet jemand die für ihn passende Lösung, statt sich vom lautesten Marketingversprechen leiten zu lassen?

Prof. Dr. Anabel Ternès von Hattburg: Ich würde eine sehr einfache Regel empfehlen: Erst messen. Dann verstehen. Dann entscheiden. Nicht: Wer verspricht am meisten? Sondern: Welches konkrete Problem existiert? Das ist auch eine Form von Zukunftskompetenz: Wir müssen lernen, mit Daten umzugehen, ohne uns von Daten erschlagen zu lassen. Und wir sollten Anbieter danach beurteilen, wie transparent sie mit Grenzen ihrer Technologie umgehen.

Ein seriöser Anbieter sollte nicht nur erklären können, was ein System entfernt. Er sollte auch sagen können: Was entfernt es nicht? Das ist für mich ein Qualitätsmerkmal. Denn Vertrauen entsteht nicht dadurch, dass man Perfektion verspricht. Vertrauen entsteht durch Transparenz über Möglichkeiten und Grenzen.

STILPUNKTE: Sie verbinden Gesundheit oft mit Nachhaltigkeit. Wie hängen bewusster Wasserkonsum und ökologische Verantwortung zusammen?

Prof. Dr. Anabel Ternès von Hattburg: Sehr unmittelbar. Das Umweltbundesamt bezeichnet Leitungswasser als die kostengünstigste und umweltfreundlichste Getränkeoption in Deutschland und weist darauf hin, dass sein Umweltfußabdruck deutlich unter dem von abgefülltem Mineralwasser liegt. In der aktuellen Darstellung des UBA wird der ökologische Aufwand von Leitungswasser mit weniger als einem Prozent des Umweltaufwands von Mineralwasser angegeben.

Das ist eine beeindruckende Größenordnung. Deshalb wäre es aus meiner Sicht falsch, Wasserfilter als Argument gegen Leitungswasser zu positionieren.
Im Gegenteil: Die interessante nachhaltige Frage ist, wie wir gutes Leitungswasser noch bedarfsgerechter nutzen können – ohne unnötig auf abgefüllte Produkte auszuweichen. Wenn eine Aufbereitung dazu beiträgt, dass Menschen weniger Einwegflaschen kaufen, kann darin ein ökologischer Nutzen liegen. Aber auch ein Filter ist kein automatisch nachhaltiges Produkt. Materialien, Kartuschen, Produktion, Transport und Entsorgung müssen mitgedacht werden. Nachhaltigkeit beginnt dort, wo wir die gesamte Lebensdauer eines Produkts betrachten.

Installiertes DropVital ultranano-drink Filtersystem unter einer Küchenspüle
Dropvital

STILPUNKTE: Wo verläuft für Sie die Grenze zwischen sinnvoller Vorsorge und übertriebenem Konsum immer neuer Produkte?

Prof. Dr. Anabel Ternès von Hattburg: Eine sehr wichtige Frage. Ich würde die Grenze dort ziehen, wo Angst zum Geschäftsmodell wird. Wenn Menschen das Gefühl bekommen: „Wenn ich dieses Produkt nicht kaufe, gefährde ich meine Gesundheit“, obwohl die Evidenz diese Schlussfolgerung nicht trägt, haben wir ein ethisches Problem. Vorsorge sollte Menschen kompetenter und freier machen. Nicht abhängiger. Das ist psychologisch entscheidend.

Wir dürfen Gesundheit nicht in eine endlose Optimierungsaufgabe verwandeln. Heute Filter. Morgen Supplemente. Übermorgen Wearables. Danach das nächste Biohacking-Produkt. Irgendwann wird aus Gesundheitsbewusstsein ein permanentes Projekt der Selbstüberwachung. Ich plädiere deshalb für: evidence-based minimalism. So viel Technologie wie nötig. So wenig Konsum wie möglich. Und so viel wissenschaftlich fundierte Information wie notwendig, um eine gute Entscheidung treffen zu können.

STILPUNKTE: Wenn Sie zehn Jahre vorausdenken: Wie verändert sich unser Verhältnis zu Wasser und zu dem, was wir täglich zu uns nehmen?

Prof. Dr. Anabel Ternès von Hattburg: Ich glaube, Wasser wird in zehn Jahren wesentlich stärker als individuelle Ressource verstanden werden. Wir werden genauer wissen wollen: Woher kommt mein Wasser? Welche Eigenschaften hat es? Welche Belastungen gibt es? Welche Aufbereitung ist sinnvoll? Und welche Lösung ist ökologisch tatsächlich die beste?

Gleichzeitig wird die Technologie intelligenter werden. Sensorik, Datenanalyse und zunehmend KI können dazu beitragen, Wasserqualität und Nutzung stärker zu individualisieren. Aber hier kommt meine psychologische Warnung: Mehr Daten bedeuten nicht automatisch mehr Gesundheit. Wir müssen verhindern, dass aus der Idee der personalisierten Gesundheit eine Kultur permanenter Selbstvermessung wird. Die Zukunft sollte nicht heißen: „Measure everything.“ Sondern: „Understand what matters.“

Schnittmodell der DropVital-Nanofiltration mit mehrschichtiger Filterstruktur
Dropvital

STILPUNKTE: Was würden Sie einem Menschen mitgeben, der heute anfangen möchte, bewusster mit dem Thema Wasser umzugehen?

Prof. Dr. Anabel Ternès von Hattburg: Ich würde nicht mit einem Produkt anfangen. Ich würde mit einem Glas Wasser anfangen. Schauen Sie hin. Woher kommt es? Wie schmeckt es? Wie wird es aufbereitet? Wie alt ist die Installation? Wie viel Wasser kaufen Sie in Flaschen? Und warum?
Dann informieren Sie sich – möglichst anhand seriöser Quellen – und entscheiden Sie auf dieser Grundlage.
Denn für mich ist bewusster Konsum nicht: mehr kaufen. Es ist: besser entscheiden. Mit allen Sinnen, Und das ist genau eine der wichtigsten Fähigkeiten unserer Zukunft. Wir leben in einer Welt, in der uns immer mehr Lösungen angeboten werden. Die entscheidende Kompetenz wird deshalb nicht sein, mehr Lösungen zu besitzen, sondern zu erkennen: Welche Lösung brauche ich wirklich – und welche nicht? Das gilt für Wasser genauso wie für Gesundheit, Technologie und Nachhaltigkeit.

Und genau dort treffen sich Zukunftsforschung, Psychologie und Nachhaltigkeit: bei der Fähigkeit des Menschen, bewusst zu entscheiden, statt reflexhaft zu konsumieren.

Anabels Kernbotschaft für das gesamte Interview

„Ich glaube nicht an eine Welt, in der wir alles filtern, messen und optimieren müssen. Ich glaube an eine Welt, in der Menschen genügend Wissen und gute Technologien zur Verfügung haben, um genau die Entscheidung zu treffen, die zu ihrer Situation passt. Die Zukunft des Konsums ist deshalb nicht maximaler Konsum, sondern maximale Entscheidungskompetenz bei minimalem Ressourcenverbrauch.“

Häufig gestellte Fragen

Wie gut ist Leitungswasser in Deutschland wirklich kontrolliert?

Leitungswasser in Deutschland ist sehr gut kontrolliert und erfüllt meist hohe Standards. Laut Umweltbundesamt entsprechen mehr als 99 Prozent der untersuchten Proben bei mikrobiologischen und chemischen Parametern der Trinkwasserverordnung. Entscheidend bleibt aber die Hausinstallation, weil Wasserwerk und Wasserhahn nicht dasselbe sind.

Wann kann ein Wasserfilter trotz gutem Leitungswasser sinnvoll sein?

Ein Wasserfilter kann sinnvoll sein, wenn die Hausinstallation alt ist oder ein konkretes Problem besteht. Dazu zählen Geschmack, Härte oder der Wunsch, bestimmte Stoffe zu reduzieren. Prof. Anabel Ternès von Hattburg betont deshalb: Erst messen, dann verstehen, dann entscheiden.

Warum ist Mikroplastik im Trinkwasser nicht automatisch gefährlich?

Mikroplastik im Trinkwasser ist nicht automatisch eine Gesundheitsgefahr. Die WHO sagt, dass die Datenlage zur gesundheitlichen Bedeutung noch begrenzt ist und vor allem bei sehr kleinen Partikeln weitere Forschung nötig bleibt. Vorrang haben weiterhin bekannte mikrobiologische und chemische Risiken.

Welche Fragen sollte ich vor dem Kauf eines Filters stellen?

Vor dem Kauf eines Filters sollten Sie klären, was Sie verändern wollen und welche Wasserqualität vorliegt. Wichtig sind Geschmack, Härte, alte Installationen, gewünschte Stoffreduktion sowie ökologische und finanzielle Lebensdauer. So zählt das Bedürfnis vor dem Produkt.

Warum gilt Leitungswasser als nachhaltiger als Mineralwasser?

Leitungswasser gilt als nachhaltiger, weil sein Umweltfußabdruck deutlich unter dem von abgefülltem Mineralwasser liegt. Das Umweltbundesamt nennt es die kostengünstigste und umweltfreundlichste Getränkeoption in Deutschland. Der ökologische Aufwand liegt laut UBA bei weniger als einem Prozent von Mineralwasser.

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Prof. Dr. Anabel Ternès von Hattburg

Prof. Dr. Anabel Ternès von Hattburg

Zukunftsforscherin & Nachhaltigkeitsexpertin Dropvital

Kurzbeschreibung über Prof. Dr. Anabel Ternès von Hattburg

Prof. Dr. Anabel Ternès von Hattburg ist Zukunftsforscherin, Psychologin, Unternehmerin, Autorin und internationale Keynote Speakerin. Als Gründerin und CEO mehrerer Impact-Unternehmen verbindet sie Nachhaltigkeit, Digitalisierung, Innovation und Leadership mit gesellschaftlicher Verantwortung. Ihre frühere Top-Management-Erfahrung bei internationalen Marken sowie ihre Arbeit als Professorin und Direktorin des SRH Instituts für Nachhaltigkeitsmanagement prägen ihren interdisziplinären Blick auf Zukunftsfragen. In Gremien wie dem Club of Rome, dem Club of Budapest Germany, dem Deutschen UN-Ozeandekade-Komitee sowie in Aufsichts-, Beirats- und Stiftungsfunktionen engagiert sie sich für Transformation, Bildung und eine lebenswerte Zukunft. Als TEDx-Speakerin, Journalistin, Moderatorin und vielfach ausgezeichnete Autorin zählt sie zu den profilierten Stimmen für Impact, Future Skills und verantwortungsvolle Führung.



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