Joel Oberholzer: Prozessoptimierung, Shopfloor Management, Digitalisierung - Wie Proflow Schweizer Unternehmen zuverlässiger und wirtschaftlicher macht
Viele Unternehmen sind überzeugt, ihre Prozesse würden bereits «gut genug» laufen. Doch genau in diesem Gedanken liegt oft das grösste Risiko: Rückfragen, Suchzeiten, Wartezeiten und tägliche Improvisation werden zum Normalzustand und kaum jemand bemerkt es. Die Folge sind versteckte Kosten, die Unternehmen Jahr für Jahr Ertrag und Wettbewerbsfähigkeit kosten. Genau hier setzt Proflow an: Als spezialisierter Partner für Prozessoptimierung und Shopfloor Management unterstützt Proflow Unternehmen in der Schweiz dabei, ihre Abläufe in Produktion, Logistik und Verwaltung sichtbar zu machen, zu vereinfachen und dort gezielt zu digitalisieren, wo es wirklich Mehrwert schafft. Im Interview erklärt Proflow, warum Prozessoptimierung heute kein Nice-to-have mehr ist, sondern über die langfristige Wirtschaftlichkeit eines Unternehmens entscheidet und wie eine durchdachte Digitalisierung dabei zum wirksamen Hebel wird.
STILPUNKTE: Was hat Sie persönlich dazu bewogen, sich auf Prozessoptimierung und Shopfloor Management zu spezialisieren und was zeichnet Proflow als Unternehmensberatung aus?
Joel Oberholzer: Die Erfahrung hinter Proflow stammt direkt aus der Praxis: aus Logistik, Produktion, Projektleitung und Mitarbeiterführung. In all diesen Rollen hat sich immer wieder derselbe Zusammenhang gezeigt: Klare, gut strukturierte Prozesse entlasten Mitarbeitende, senken Kosten und machen Unternehmen nachhaltig erfolgreicher. Genau aus dieser praktischen Erfahrung heraus ist Proflow als Unternehmensberatung entstanden, die sich konsequent auf Prozessoptimierung und Shopfloor Management spezialisiert hat.
Das Alleinstellungsmerkmal von Proflow liegt in dieser Kombination: einerseits fundiertes Methodenwissen aus Lean Management, Kaizen und kontinuierlichem Verbesserungsprozess (KVP), andererseits echte operative Erfahrung direkt am Ort des Geschehens. Statt reiner Theorie oder Folienberatung begleitet Proflow Unternehmen vor Ort konkret bei der Umsetzung,und zwar mit den Mitarbeitenden und bis die neuen Abläufe wirklich funktionieren. Diese Nähe zur Praxis unterscheidet Proflow von vielen klassischen Beratungsangeboten, die oft am Konzept stehen bleiben, statt die Veränderung im Betrieb selbst zu verankern.
STILPUNKTE: Viele Unternehmen denken, ihre Prozesse laufen «gut genug». Woran erkennen Sie, dass in einem Betrieb eigentlich dringender Optimierungsbedarf besteht?
Joel Oberholzer: Genau bei «gut genug» sollte man genauer hinschauen. Dahinter verstecken sich häufig ständige Rückfragen, Such- und Wartezeiten, unklare Zuständigkeiten und eine tägliche Improvisation, die längst zur Routine geworden ist. Das sind deutliche Warnsignale für ungenutztes Optimierungspotenzial. Solche Symptome zeigen sich meist überall im Unternehmen, beispielsweise im Materialfluss, im Informationsfluss oder an den Schnittstellen zwischen Abteilungen, werden aber oft nicht mehr als Problem wahrgenommen, weil man sich an sie gewöhnt hat.
Wer ehrlich hinschaut, erkennt jedoch, dass diese scheinbar kleinen Reibungsverluste sich über die Zeit zu erheblichen Kosten summieren. Genau deshalb lohnt sich eine strukturierte Prozessanalyse, auch wenn auf den ersten Blick nichts akut brennt. Prozessoptimierung bedeutet also nicht nur, bestehende Probleme zu lösen, sondern verborgene kleine Brandherde sichtbar zu machen, bevor sie zum echten Risiko werden.
STILPUNKTE: Wenn Sie einen neuen Auftrag erhalten – wie gehen Sie vor, und wie unterscheidet sich Proflow dabei von anderen Anbietern?
Joel Oberholzer: Am Anfang jedes Projekts steht eine direkte Analyse vor Ort. Proflow spricht mit den Mitarbeitenden, beobachtet die realen Abläufe und untersucht systematisch Materialfluss, Informationsfluss und Schnittstellen zwischen Abteilungen und Systemen. Erst auf dieser Grundlage erhält der Kunde konkrete, priorisierte Verbesserungsvorschläge, die auf den tatsächlichen Betrieb zugeschnitten sind, und keine generischen Massnahmenkataloge von der Stange.
Diese Herangehensweise ist auch die klare Abgrenzung zu vielen Mitbewerbern: Proflow bleibt nicht bei der Analyse stehen, sondern begleitet die Umsetzung von der ersten Standortbegehung über die Einführung von Shopfloor Management und digitalen Werkzeugen bis zur nachhaltigen Verankerung im Arbeitsalltag aktiv mit. Methoden werden dabei nicht isoliert eingesetzt, sondern in ein gesamthaftes Konzept aus Prozessoptimierung, Change Management und gezielter Digitalisierung eingebettet. So entsteht echte Operational Excellence statt kurzfristiger Einzelmassnahmen.
STILPUNKTE: Welche Kosten oder Risiken entstehen aus Ihrer Erfahrung, wenn Unternehmen Prozessoptimierung zu lange aufschieben?
Joel Oberholzer: Ineffiziente Prozesse führen erfahrungsgemäss zu Überstunden, Fehlern, Nacharbeiten, unnötig hohen Lagerbeständen und verspäteten Aufträgen. Das Tückische daran: Je länger ein Unternehmen mit der Prozessoptimierung wartet, desto stärker werden diese Probleme zu einem festen Bestandteil des normalen Arbeitsalltags. Was zunächst wie ein kleines Ärgernis wirkt, wird so schleichend zur Kostenfalle, oft ohne, dass es in der laufenden Kalkulation überhaupt auffällt.
Diese Risiken betreffen nicht nur die klassische Industrie. Besonders grosses Potenzial für Effizienzsteigerung sehen wir in Produktion, Maschinenbau, Logistik und Lager sowie im Gesundheitswesen. Dabei unterscheiden sich die Herausforderungen je nach Unternehmensgrösse deutlich: KMU benötigen häufig schnelle, unkomplizierte Entlastung mit direkt spürbarer Wirkung, während grössere Unternehmen vor allem mit komplexen Schnittstellen und vielen beteiligten Abteilungen kämpfen. In beiden Fällen gilt: Wer Prozessoptimierung zu lange aufschiebt, verschenkt nicht nur Effizienz, sondern gefährdet langfristig die eigene Wettbewerbsfähigkeit.
STILPUNKTE: Wo setzen Sie die Digitalisierung konkret als Hebel für bessere Prozesse ein und was würden Sie einem Unternehmer sagen, der bisher noch zögert?
Joel Oberholzer: Digitalisierung entfaltet ihren Nutzen dort, wo wiederkehrende, klar definierte Abläufe automatisiert werden können: bei Statusmeldungen, Lieferterminen, Audits, Freigaben und wiederkehrenden administrativen Prozessen. Ist ein Prozess dagegen noch unklar oder unstrukturiert, wird er bei Proflow zuerst vereinfacht und standardisiert, denn sonst digitalisiert man lediglich das bestehende Chaos, statt es zu beheben. Diese Reihenfolge – erst Prozessoptimierung, dann gezielte Digitalisierung – ist zentral für nachhaltige Ergebnisse und unterscheidet echte Prozessberatung von einer reinen Software-Einführung.
Wichtig ist zu verstehen, dass Prozessoptimierung verborgene Kosten sichtbar macht, freie Kapazitäten schafft und dafür sorgt, dass Ihr Unternehmen zuverlässiger und wirtschaftlicher arbeitet. Genau dabei unterstützt Proflow Unternehmen mit praxisnaher Beratung, gelebtem Shopfloor Management und einer Digitalisierung, die dort ansetzt, wo sie wirklich Wirkung entfaltet.
Häufig gestellte Fragen
Was sind KPIs und welche Rolle spielen sie bei der Prozessoptimierung?
KPIs sind messbare Kennzahlen, mit denen sich relevante Unternehmens- und Prozessziele systematisch überwachen lassen. In der Produktion können sie beispielsweise dazu dienen, Leistung, Qualität, Durchlaufzeiten oder andere operative Größen transparent zu machen. Die ISO 22400 definiert hierfür einen eigenen Rahmen für Key Performance Indicators im Manufacturing Operations Management.
Für eine fundierte Prozessoptimierung sollten deshalb zunächst geeignete Kennzahlen definiert und der Ist-Zustand erfasst werden. Erst auf dieser Basis lassen sich Schwachstellen erkennen, Veränderungen bewerten und Verbesserungsmaßnahmen nachvollziehbar steuern. Auch die KPI-Definition und -Erhebung gehört bei Proflow zur Prozessanalyse.
Was ist Lean Management und wie verbessert es Produktionsprozesse?
Lean Management ist ein Managementansatz, der Prozesse konsequent auf Wertschöpfung ausrichtet und nicht wertschöpfende Tätigkeiten beziehungsweise Verschwendung reduziert. Wesentliche Elemente sind transparente Wertströme, kontinuierliche Verbesserung und die aktive Einbindung der Mitarbeitenden. Fraunhofer beschreibt Lean Management entsprechend als Philosophie und Methode zur effizienteren Gestaltung von Produktionsprozessen.
Für Unternehmen bedeutet das nicht, lediglich einzelne Abläufe schneller zu machen. Entscheidend ist, den gesamten Prozess zu betrachten und Verbesserungen dauerhaft in den Arbeitsalltag zu integrieren.
Wie kann man Prozesse in Produktion und Logistik systematisch optimieren?
Eine systematische Prozessoptimierung beginnt mit einer Analyse des Ist-Zustands. Dazu können Prozesse und Wertströme aufgenommen, relevante KPIs definiert, Material- und Informationsflüsse untersucht und konkrete Schwachstellen identifiziert werden. Anschließend wird ein Soll-Zustand entwickelt und schrittweise umgesetzt. Proflow verbindet dafür Prozessanalyse und Optimierungskonzepte mit operativer Umsetzungsbegleitung, Standards und Teamschulungen.
Die Wertstromanalyse ist dabei eine etablierte Methode: Sie visualisiert Produktions-, Material- und Informationsflüsse und kann dadurch Verschwendung und Verbesserungspotenziale sichtbar machen.
Was ist Shopfloor Management und wie unterstützt es die Prozessoptimierung?
Shopfloor Management bezeichnet die operative Führung und Steuerung unmittelbar am Ort der Wertschöpfung. Führungskräfte und Mitarbeitende betrachten dort Prozesse, Kennzahlen, Abweichungen und Probleme regelmäßig gemeinsam, damit Verbesserungen möglichst nah am tatsächlichen Arbeitsprozess entstehen. REFA beschreibt die kontinuierliche Verbesserung direkt am Ort des Geschehens als ein wesentliches Ziel des Shopfloor Managements.
Kennzahlenbasierte Shopfloor-Systeme können zusätzlich Transparenz über Produktionsleistung und Optimierungspotenziale schaffen. Entscheidend sind dabei nicht nur Dashboards, sondern klare Routinen, Verantwortlichkeiten und die Einbindung der Mitarbeitenden.
Was ist Change Management und warum ist es bei Prozessveränderungen wichtig?
Change Management ist ein strukturierter Ansatz, um Menschen und Organisationen vom bestehenden Zustand in einen angestrebten neuen Zustand zu begleiten. Das Project Management Institute bezieht dabei ausdrücklich Menschen, Unternehmenskultur, Prozesse, Infrastruktur und Technologie in die Veränderung ein.
Bei Prozessoptimierungen ist diese Perspektive besonders relevant, weil neue Abläufe oder digitale Lösungen dauerhaft von den Mitarbeitenden angewendet werden müssen. Deshalb gehören neben technischen oder organisatorischen Veränderungen auch Kommunikation, Schulung und Umsetzungsbegleitung zu einer nachhaltigen Einführung neuer Arbeitsweisen. Proflow führt Change Management und Teamschulungen ausdrücklich als Teil seiner Umsetzungsbegleitung auf.
Joel Oberholzer
Inhaber Proflow ConsultingKurzbeschreibung über Joel Oberholzer
Joel Oberholzer ist in der Logistik gross geworden - gestartet mit der Lehre als Logistiker und Schritt für Schritt weiterentwickelt. Vom täglichen Anpacker über spannende Projekte bis zur Führung von Teams: Logistik, Prozesse und Menschen begleiten seinen Weg. Heute verbindet er praktische Erfahrung mit neuen Ideen, Unternehmergeist und der Freude daran, Dinge vorwärtszubringen.
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