Markus Schwager: Physische Werte als Fundament - Strategien für den Kauf von Gold, krisensichere Anlage und langfristiges Investment
Der Markt für Edelmetalle verzeichnet ein anhaltend hohes Interesse. Doch wie sieht eine moderne Goldanlage aus, die sowohl Vermögen schützt als auch maximale Flexibilität bietet? Und worauf müssen Anleger achten, wenn sie physisches Gold kaufen oder in Zukunft einen strategischen Goldverkauf planen?
Wir haben nachgefragt bei Markus Schwager, Geschäftsführer von VIO Gold. Im Interview erklärt er, warum physische Edelmetalle im Vergleich zu Aktien oder Immobilien einzigartige Vorteile bieten und wie sowohl Einsteiger als auch erfahrene Anleger ihr Portfolio krisenfest strukturieren.
Stilpunkte: Herr Schwager, das Interesse an Edelmetallen ist ungebrochen. Wie sieht eine fundierte Goldanlage für Einsteiger aus und wie führen Sie Kunden in einem Erstgespräch an das Thema heran?
Markus Schwager: In einem Erstgespräch geht es uns grundsätzlich nicht darum, sofort ein bestimmtes Produkt zu verkaufen. Vielmehr möchten wir die individuelle Ausgangssituation und das Vorwissen des Kunden verstehen. Wir analysieren gemeinsam, ob und wie bereits andere Anlageklassen wie Aktien, Fonds, Immobilien oder klassische Liquidität im Vermögen gewichtet sind.
Darüber hinaus besprechen wir intensiv die persönlichen Ziele: Steht der langfristige Vermögenserhalt, eine gezielte Krisenvorsorge, die Diversifikation des Portfolios oder ein regelmäßiger Vermögensaufbau im Vordergrund? Auch das geplante Budget, der Anlagehorizont, die gewünschte Flexibilität und die bevorzugte Lagerung fließen in die Überlegungen ein. Auf dieser soliden Basis entwickeln wir eine maßgeschneiderte Strategie und stellen exakt die Produkte zusammen, die perfekt zu den Lebensumständen des Kunden passen.
Stilpunkte: Viele Anleger schwanken bei der Frage, ob sie in Gold investieren, Immobilien erwerben oder auf den Aktienmarkt setzen sollten. Wo sehen Sie die markantesten Vorteile physischer Edelmetalle gegenüber anderen Anlageformen?
Markus Schwager: Der wichtigste Vorteil physischer Edelmetalle – insbesondere von Gold – liegt darin, dass Gold kein Versprechen ist, sondern Besitz. Eine Aktie ist eine Beteiligung an einem Unternehmen, ein Bankguthaben oder eine Anleihe ist eine Forderung gegenüber einem Schuldner. Physisches Gold dagegen trägt kein klassisches Emittentenrisiko. Es muss von keiner Bank, keinem Unternehmen und keinem Staat zurückgezahlt werden, um einen Wert zu haben.
Hinzu kommt die außergewöhnliche historische Beständigkeit. Gold hat über Jahrhunderte hinweg Währungen, Finanzkrisen, Geldsysteme und politische Umbrüche überdauert. Diese Funktion als Wertspeicher ist nahezu einzigartig und unterscheidet Gold deutlich von vielen anderen Anlageformen.
Aktien und Immobilien haben selbstverständlich ihre Berechtigung beim Vermögensaufbau. Sie sind jedoch stärker abhängig von Zinsen, Konjunktur, Regulierung, Marktstimmung oder Finanzierungskosten. Gold erfüllt dagegen eine andere Aufgabe: Es ist weniger ein kurzfristiger Renditebringer, sondern vor allem ein Stabilitätsanker und eine Versicherung im Portfolio.
Gerade in Zeiten hoher Staatsverschuldung, geopolitischer Spannungen, schleichender Währungsentwertung und möglicher Überbewertungen an Aktien- oder Immobilienmärkten gewinnt dieser Schutzgedanke an Bedeutung. Viele Anleger möchten einen Teil ihres Vermögens bewusst außerhalb des klassischen Finanzsystems halten – greifbar, weltweit akzeptiert und langfristig werthaltig.
Stilpunkte: Wenn die Entscheidung gefallen ist, physisches Gold zu kaufen, steht man vor der Wahl: Münzen oder Barren? Nach welchen Kriterien bestimmen Sie das passende Produkt und welche Rolle spielt dabei ein späterer Wiederverkauf?
Markus Schwager: Ob etablierte Goldmünzen oder klassische Goldbarren die bessere Wahl sind, hängt zu einem großen Teil von den persönlichen Präferenzen des Anlegers ab. Grundsätzlich haben sich beide Varianten als Anlageform im Edelmetallhandel über Jahrzehnte hinweg bestens bewährt. Die Unterschiede liegen vielmehr in der Preisstruktur, dem weltweiten Bekanntheitsgrad und der alltäglichen Handelbarkeit.
Guss- oder Prägebarren sind im Verhältnis zum reinen Feingoldwert in der Produktion meist etwas günstiger im Einkauf, da die Prägung einfacher gehalten ist. Bekannte Anlagemünzen weisen aufgrund des aufwendigeren Designs oft ein leicht höheres Aufgeld auf, bieten dafür jedoch eine exzellente, weltweite Wiederverkäuflichkeit. Dieser anfängliche Mehrpreis spiegelt sich beim späteren Verkauf von Gold oft wider, da diese Klassiker im Handel universell nachgefragt und sofort prüfbar sind. Wichtig ist letztlich nicht die pauschale Entscheidung für das eine oder das andere, sondern die gezielte Auswahl: Bei Münzen sollte man auf international anerkannte Klassiker setzen, bei Barren auf zertifizierte Hersteller. Eine ausgewogene Mischung aus beiden Produktwelten bildet meist das solideste Fundament.
Stilpunkte: Inwiefern beeinflusst die Stückelung die Flexibilität des Portfolios und wie bewerten Sie das Verhältnis von Anschaffungskosten und praktischem Nutzen im Alltag?
Markus Schwager: Die richtige Stückelung ist die entscheidende Stellschraube für die Handlungsfähigkeit des Anlegers. Wer sein Kapital ausschließlich in sehr großen Einheiten anlegt, sieht sich im Bedarfsfall mit dem Problem konfrontiert, dass er nur die gesamte Einheit veräußern kann. Kleinere Barren oder gängige Münzgrößen erlauben hingegen präzise Teilverkäufe und eine exakte Steuerung der eigenen Liquidität, falls kurzfristig Kapital benötigt wird. Ein weiterer Vorteil ist, dass kleinere Einheiten den schrittweisen Vermögensaufbau mit kleineren monatlichen Raten erleichtern.
Allerdings muss man hierbei die Kostenstruktur im Auge behalten. Der Nachteil kleinerer Grammaturen liegt in den verhältnismäßig höheren Präge- und Herstellungskosten pro Gramm, die sich natürlich auf den Preis auswirken. Für eine kluge Investition gilt daher immer die Daumenregel: Wählen Sie die Einheiten so groß wie möglich, um von einem vorteilhaften Grammpreis zu profitieren, aber splitten Sie den Bestand so klein wie nötig auf, um eine hohe Flexibilität zu wahren.
Stilpunkte: Die sichere Verwahrung ist für jeden Anleger ein zentrales Thema. Welche Ratschläge geben Sie hinsichtlich der Lagerung im eigenen Zuhause im Vergleich zu einem externen Bankschließfach?
Markus Schwager: Für die Lagerung in den eigenen vier Wänden ist die Anschaffung eines hochwertigen, fachgerecht im Mauerwerk oder Boden verankerten Tresors mit einer zertifizierten Sicherheitsklasse absolute Pflicht. Zudem sollte vorab detailliert mit der eigenen Hausratversicherung geklärt werden, welche Summen unter welchen Bedingungen abgedeckt sind. Oftmals sind Edelmetalle zu Hause oder sogar die Inhalte von Bankschließfächern bis zu einem gewissen Prozentsatz in bestehenden Verträgen mitversichert – dies muss jedoch zwingend individuell geprüft und bei Bedarf angepasst werden. Oberstes Gebot bei der Heimlagerung bleibt zudem die absolute Diskretion: Je weniger Personen vom Tresor wissen, desto höher ist die Sicherheit.
Ein Bankschließfach bietet den großen Vorteil der räumlichen Trennung vom Wohnort, was insbesondere bei größeren Vermögenswerten das persönliche Sicherheitsgefühl stärkt. Hierbei sollte man auf ein renommiertes Institut mit modernen Sicherheitsstandards und eindeutigen Zugangsregelungen achten. In der Praxis erweist sich eine kombinierte Strategie meist als die beste Lösung: Ein kleinerer Teil der Edelmetalle verbleibt für den direkten, schnellen Zugriff zu Hause, während der größere Hauptanteil geschützt und extern verwahrt wird. So verbindet man optimale Risikostreuung mit permanenter Handlungsfähigkeit.
Über VIO Gold
Das Edelmetallhaus VIO Gold mit seinen spezialisierten Filialen und Experten vor Ort ist der kompetente Ansprechpartner für den seriösen An- und Verkauf von Edelmetallen. Neben dem klassischen Goldankauf von Altgold, Zahngold, Bruchgold oder beschädigtem Schmuck liegt der Fokus des Unternehmens auf der strategischen Anlageberatung. Das Team unterstützt Kunden dabei, vorhandene Werte zu analysieren, Bestände sinnvoll zu stückeln und eine krisenfeste Vermögensstruktur aufzubauen.
Weitere Informationen zu Anlagestrategien und aktuellen Kursen finden Sie unter: https://vio-gold.de/
Häufig gestellte Fragen
Soll man 2026 noch in Gold investieren?
Gold kann auch 2026 für Anleger interessant sein, die ihr Vermögen breiter aufstellen und einen physischen Sachwert ergänzen möchten. Wichtig ist jedoch, Gold nicht als kurzfristige Spekulation oder alleinige Geldanlage zu betrachten. Der Goldpreis kann stark schwanken, gleichzeitig bringt Gold keine Zinsen oder Dividenden. Sinnvoll ist Gold vor allem als langfristige Beimischung zur Vermögenssicherung und Diversifikation.
Ist Gold eine gute Geldanlage?
Gold kann eine gute Geldanlage sein, wenn es als stabilisierender Baustein innerhalb eines breit aufgestellten Vermögens verstanden wird. Besonders physisches Gold bietet den Vorteil, dass Anleger einen realen Wert besitzen, der unabhängig von einem Zahlungsversprechen Dritter ist. Gleichzeitig ist Gold nicht risikofrei, da der Preis schwankt und keine laufenden Erträge entstehen. Deshalb sollte Gold strategisch und langfristig eingesetzt werden.
Welches Gold eignet sich am besten als Geldanlage?
Für die Geldanlage eignen sich vor allem physische Goldbarren und bekannte Anlagemünzen mit hoher Feinheit, guter Handelbarkeit und nachvollziehbarer Herkunft. Entscheidend sind anerkannte Hersteller, marktübliche Stückelungen und eine transparente Beratung. Anleger sollten nicht nur auf den günstigsten Kaufpreis achten, sondern auch darauf, wie gut sich das Gold später wieder verkaufen oder flexibel nutzen lässt.
Wie investiert man am besten in Gold?
Wer in Gold investieren möchte, sollte zuerst Anlageziel, Budget, Zeithorizont und Lagerung klären. Danach kommt es auf die richtige Produktwahl an: Goldbarren bieten häufig ein günstigeres Aufgeld, Goldmünzen punkten oft durch Bekanntheit und flexible Handelbarkeit. Für viele Anleger ist eine Kombination aus Barren und Münzen sinnvoll, ergänzt durch eine Stückelung, die spätere Teilverkäufe ermöglicht.
Was ist besser als Geldanlage, Goldbarren oder Goldmünzen?
Goldbarren sind häufig sinnvoll, wenn Anleger möglichst viel Feingold zu einem vergleichsweise niedrigen Aufgeld erwerben möchten. Goldmünzen können dagegen Vorteile bei Bekanntheit, Flexibilität und Wiederverkauf haben. Die beste Lösung ist oft eine Kombination aus beiden Formen: größere Barren für Kosteneffizienz und kleinere Münzen oder Barren für flexible Teilverkäufe.
Markus Schwager
Geschäftsführer VIO Gold EdelmetalleKurzbeschreibung über Markus Schwager
Markus Schwager war von 2010 bis 2021 in der Geschäftsleitung eines der größten Metall- und Edelmetallrecyclingbetriebe Ostbayerns mit Sitz in Regensburg tätig. Seit 2020 führt er als geschäftsführender Gesellschafter die GOSIREC GmbH unter der Marke Vio Gold Edelmetalle. Er steht für Erfahrung, Vertrauen und Kompetenz im Edelmetallhandel.
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