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Ramona Köck und Dominik Schomecker
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Ramona Köck und Dominik Schomecker: Digitale Vorreiter in der Kinderbetreuung - Wie Digitalisierung in der Kita mehr Zeit für Pädagogik schafft

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Die Debatte um digitale Medien im Kindergarten wird oft emotional geführt. Viele befürchten, dass Technik die menschliche Wärme in der frühkindlichen Bildung verdrängen könnte. Doch wie sieht eine moderne digitale Lösung aus, die nicht die Kinder, sondern das System entlastet? Ramona Köck und Dominik Schomecker vom Goldschatz erklären im Interview, warum Digitalisierung in der Kita kein Widerspruch zu liebevoller Betreuung ist, sondern als „vierter Erzieher“ den Weg für eine neue Ära der Pädagogik ebnet. Er zeigt auf, wie digitale Vorreiter die Entlastung der Mitarbeiter vorantreiben, um mehr Zeit für das Wesentliche zu gewinnen: das Kind.

Stilpunkte: Warum wird Digitalisierung in deutschen Kitas oft noch als "Feind" betrachtet und wie räumt der Goldschatz mit diesem Vorurteil auf?

Dominik Schomecker: Die Pädagogik, wie wir sie kennen, ist in ihrem Kern die menschliche Wärme, die direkte Beziehung, die Empathie. Und genau aus dieser liebevollen Haltung entsteht die Sorge, dass kalte, sterile Technik diese Menschlichkeit ersetzen könnte.

Der "Feind" ist also nicht die Digitalisierung selbst, sondern die Befürchtung, ein Bildschirm könnte die Umarmung zum Trost verdrängen oder ein Algorithmus die Intuition einer erfahrenen Fachkraft. Und genau hier setzen wir an und räumen mit diesem Vorurteil auf bzw. zeigen eine vollkommen neue Perspektive.

Digitalisierung in der Kita ist unser vierter Erzieher. Doch dieser vierte Erzieher ist nicht für die Kinder da. Er spielt nicht mit ihnen, er tröstet sie nicht und er singt keine Lieder. Seine einzige Aufgabe ist es, unseren menschlichen Fachkräften den Rücken freizuhalten. Er ist der unermüdliche Organisator im Hintergrund, der die Listen führt, die Pläne schreibt, die Dokumentation sortiert und die Kommunikation bündelt. Er bekämpft das wahre Monster im Kita-Alltag: den administrativen Zeitfresser.

  1. Technik ist bei uns kein Selbstzweck, sondern ein Werkzeug zur Befreiung. Wir nutzen digitale Lösungen, um unseren Teams mehr Zeit für das zu schenken, was wirklich zählt: ungestörte, liebevolle Zuwendung zum Kind und optimale Förderung.
  2. Wir digitalisieren nicht die Pädagogik, sondern die Verwaltung. Unsere pädagogische Betreuung bleibt zu 100 % menschlich, intuitiv und beziehungsorientiert. Aber sie findet in einem Umfeld statt, das frei von administrativem Ballast ist.
  3. Wir schaffen eine neue Grundlage. Die Verbindung von moderner Pädagogik und digitaler Exzellenz kann den gesamten Berufsstand aufwerten, ihn für junge Talente attraktiv machen und eine neue Ära der Professionalität und Arbeitszufriedenheit für jede Erzieherin und jeden Erzieher einläuten. 
    Das Büro der Kinderkrippe Goldschatz mit großem Fernseher
    Kinderkrippe Goldschatz

Stilpunkte: Wie verändert der gezielte Einsatz digitaler Tools die Beobachtung und Dokumentation der kindlichen Entwicklung?

Ramona Köck: Der Einsatz digitaler Lösungen verwandelt die Dokumentation von einer statischen, rückblickenden Pflichtaufgabe in ein lebendiges, dynamisches und unglaublich aufschlussreiches pädagogisches Instrument. Wir sehen hier drei entscheidende Veränderungen:

  1. Früher stand eine Erzieherin mit dem Klemmbrett am Rand des Geschehens. Sie hat einen besonderen Moment beobachtet und ihn später, aus der Erinnerung heraus, notiert. Dabei ging ein Teil der Magie und der Details verloren.
    Heute fangen wir den Moment ein, während er passiert. Mit einem Tablet machen wir ein schnelles Foto von dem komplexen Turm, den ein Kind gerade baut. Wir nehmen eine kurze Tonaufnahme auf, wenn ein Kind zum ersten Mal einen vollständigen Satz spricht. So dokumentieren wir nicht nur, dass etwas passiert ist, sondern auch die Emotionen.
  2. Die wahre Kraft entfaltet sich, wenn unsere Kita digital arbeitet und diese einzelnen Momente über Wochen und Monate hinweg sammelt und intelligent aufbereitet. Die Software wird zu einem digitalen Gedächtnis, das uns Muster und Entwicklungen aufzeigt, die sonst im Trubel der Kinderbetreuung untergehen würden.
    Wir können auf Knopfdruck die Entwicklung der Maltechnik eines Kindes von der ersten Kritzelei bis zur detaillierten Zeichnung sichtbar machen. Wir sehen, wie sich das Sozialverhalten in der Gruppe verändert hat, indem wir Fotos und kurze Notizen aus verschiedenen Monaten nebeneinanderlegen.
  3. Für viele Fachkräfte war die Dokumentation früher eine lästige Pflicht, die am Ende eines langen Tages noch erledigt werden musste. Und vor allem hat sie wertvolle Zeit gekostet, die für die direkte Arbeit mit den Kindern fehlte. Unsere Werkzeuge für die Digitalisierung im Kindergarten machen diesen Prozess einfach, intuitiv und schnell, ohne den Alltag zu stören.

Stilpunkte: Inwiefern fördert die Digitalisierung die Transparenz gegenüber den Eltern, ohne den Kitaalltag zu unterbrechen?

Dominik Schomecker: Unsere App löst einen der größten Spagate im Kita-Wesen auf: Den Wunsch der Eltern nach tiefem Einblick und die Notwendigkeit der Pädagogen, eine ungestörte Tagesbetreuung der Kinder zu gewährleisten. Sie schafft eine neue Form der Transparenz, die tiefer, verlässlicher und gleichzeitig viel weniger störend ist.

  1. Jeder kennt die klassische Abhol-Situation in der Kindertagesstätte: Die Fachkraft ist von mehreren Eltern umringt. Mit der App entzerren wir diese Situation vollständig. Die Eltern haben die wichtigsten Informationen bereits auf ihrem Smartphone erhalten. Dadurch rückt die Beziehungsebene wieder in den Vordergrund, weil die reine Informationsebene bereits als digitale Lösung abgedeckt ist.
  2. Über den Tag verteilt posten unsere Fachkräfte kleine Einblicke in den Gruppen-Newsfeed. Das kann ein Foto vom gemeinsamen Experimentieren sein oder ein kleiner Text über den Ausflug in den Wald. Für die Eltern ist das Gold wert. Sie sehen nicht nur, was ihre Kinder tun, sondern sie spüren die Atmosphäre und die Gemeinschaft.
  3. Gerade für Eltern ist die grundlegende Versorgung ein zentrales Anliegen. Hier bietet die App eine unschätzbare Beruhigung. Unsere Fachkräfte dokumentieren wichtige Eckdaten in Echtzeit auf dem Tablet, egal ob Schlafenszeiten, Essen- und Trinkverhalten oder Windelwechsel. Diese Dokumentation ist für unsere Teams um ein Vielfaches schneller als jede Strichliste auf Papier und bedeutet eine enorme Entlastung der Mitarbeiter.
  4. Zusätzlich laufen alle organisatorischen Informationen über die App: Termine, Schließtage oder Krankmeldungen. Der Zettel-Dschungel auf dem Schreibtisch gehört der Vergangenheit an. Diese zentrale, klare Kommunikation verhindert Missverständnisse und entlastet sowohl Eltern als auch unser Team. 
    Spielzimmer in der Kinderkrippe Goldschatz
    Kinderkrippe Goldschatz

Stilpunkte: Wie stellen Sie sicher, dass die digitale Kompetenz des Teams direkt der Bildungsqualität zugutekommt?

Ramona Köck: Wir stellen das sicher, indem wir einem einfachen, aber fundamentalen Grundsatz folgen: Digitale Kompetenz ist bei uns niemals ein Selbstzweck. Sie ist ausschließlich ein Mittel, um eine exzellente, kindzentrierte Bildungsarbeit zu leisten, die dem Bayerischen Bildungs- und Erziehungsplan (BEP) nicht nur folgt, sondern ihn mit Leben füllt. Unser gesamter technischer Ausbau steht im Einklang mit den Vorgaben des BEP.

  • Beobachtung & Dokumentation: Wir nutzen digitale Bilddokumentation, um Entwicklungsschritte lückenloser und anschaulicher festzuhalten.
  • Medienkompetenz & Literacy: Wenn die Kinder mit dem Team ein Tablet nutzen, dann um aktiv Informationen zu recherchieren (z.B. "Was frisst ein Igel?"). Sie lernen so den kritischen Umgang mit digitalen Medien – eine Schlüsselkompetenz, die der BEP explizit fordert.
  • Partizipation: Wir können Tools nutzen, um mit den Kindern über Projekte abzustimmen. So wird Partizipation, ein zentraler pädagogischer Ansatz, modern umgesetzt.

Stilpunkte: Wo ziehen Sie die Grenze: In welchen Momenten bleibt der Goldschatz bewusst "analog"?

Ramona Köck: Technologie dient immer der Entlastung der Mitarbeiter, aber niemals als Ersatz für menschliche Zuwendung. Die Grenze ziehen wir genau dort, wo die Würde, die Intimsphäre und die unmittelbare Betreuung der Kinder berührt werden. Es gibt bei uns bewusst geschützte "analoge Heiligtümer":

  1. In allen Momenten der Körperpflege und Intimität.
  2. Im Ruheraum und während der Schlafenszeit.
  3. Es gibt keine Live-Bilder oder Live-Streams aus dem Alltag der Kinderkrippe.
  4. Die persönliche Kommunikation wird niemals ersetzt.

Häufig gestellte Fragen

Warum ist Digitalisierung in der Kita wichtig?

Digitalisierung in der Kita kann pädagogische Fachkräfte entlasten, wenn sie gezielt für Organisation, Dokumentation und Kommunikation eingesetzt wird. Dadurch bleibt mehr Zeit für die direkte Arbeit mit den Kindern. Entscheidend ist, dass digitale Tools nicht die Beziehung zum Kind ersetzen, sondern administrative Aufgaben vereinfachen.

Welche Vorteile haben digitale Medien im Kindergarten?

Digitale Medien können Dokumentation, Elternkommunikation und pädagogische Projekte unterstützen. Fotos, kurze Notizen oder digitale Portfolios helfen, Entwicklungsschritte anschaulicher festzuhalten. Gleichzeitig können Kinder lernen, digitale Medien bewusst, zeitlich begrenzt und zweckgebunden zu nutzen.

Welche Beispiele gibt es für Digitalisierung in der Kita?

Typische Beispiele sind digitale Anwesenheitslisten, Eltern-Apps, digitale Entwicklungsdokumentation, interne Teamkommunikation, Terminverwaltung und Portfolioarbeit. Auch pädagogische Projekte können digital begleitet werden, etwa wenn Kinder gemeinsam Informationen recherchieren, Naturbeobachtungen dokumentieren oder Abstimmungen zu Gruppenprojekten durchführen.

Ersetzt Digitalisierung pädagogische Fachkräfte?

Digitalisierung ersetzt keine pädagogischen Fachkräfte. Kinder brauchen Beziehung, Zuwendung, Trost, Sprache, Vorbilder und direkte Interaktion. Digitale Lösungen sind dann sinnvoll, wenn sie Fachkräfte im Hintergrund entlasten und ihnen mehr Freiraum für genau diese menschliche Arbeit geben.

Wo sind die Grenzen digitaler Medien in der Kita?

Digitale Medien haben dort Grenzen, wo Intimsphäre, Datenschutz, Ruhephasen oder persönliche Zuwendung betroffen sind. Pflege, Schlafsituationen, sensible Beobachtungen und emotionale Begleitung sollten besonders geschützt bleiben. Auch Live-Überwachung oder dauerhafte Bildschirmnutzung passen nicht zu einer beziehungsorientierten Pädagogik.

von Christina Brinkmann
Veröffentlicht am 6. November 2026
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Ramona Köck und Dominik Schomecker

Inhaber Kinderkrippe Goldschatz

Kurzbeschreibung über Ramona Köck und Dominik Schomecker

Ramona Köck und Dominik Schomecker sind Inhaber der Kinderkrippe Goldschatz in Regensburg. Gemeinsam stehen sie für eine moderne, kindzentrierte Betreuung, die frühkindliche Bildung, Geborgenheit und individuelle Entwicklung verbindet. Ihr Fokus liegt auf hoher pädagogischer Qualität, familiärer Atmosphäre, Partizipation und zeitgemäßen Konzepten.



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