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Klaus Kempe
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Klaus Kempe: Vom Schlachthaus zum Penthouse, echte Werte und ein Leben für Immobilien

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Klaus Kempe ist ein Düsseldorfer Immobilienunternehmer und Autor. Mit Kempe Immobilien hat er Immobilien im Wert von mehr als zwei Milliarden Euro vermittelt. Zu seinen früheren Büchern zählen etwa „Immobilien-Erfolg“ und „Geld-Geheimnisse“. In seiner Biografie „Vom Schlachthaus zum Penthouse“ erzählt er, wie er vom Metzgergesellen zum Immobilienunternehmer wurde. Im STILPUNKTE Experteninterview erklärt er, warum er das Buch geschrieben hat, was er unter Betongold versteht und welche Werte ihn als Unternehmer prägen.

STILPUNKTE: Herr Kempe, Sie haben bereits zahlreiche Fachbücher veröffentlicht. Warum haben Sie nun Ihre Biografie geschrieben?

Klaus Kempe: Anfang vergangenen Jahres ist meine Frau gestorben. Wir waren 54 Jahre lang gemeinsam selbstständig und haben in all dieser Zeit zusammengearbeitet. Dieser Verlust war natürlich ein tiefer Einschnitt. Ich musste mich fragen, ob und wie ich weitermachen will und ob ich mir damit nicht zu viel zumute. Schließlich waren all diese Jahrzehnte nicht nur ein Zuckerschlecken, sondern immer wieder mit Herausforderungen verbunden.

Die Arbeit an der Biografie hat mir geholfen, mich noch einmal intensiv mit der Vergangenheit auseinanderzusetzen: Was war richtig, was war falsch und was folgt daraus für die Zukunft? Am Ende stand eine klare Entscheidung: Ich mache weiter. Allerdings möchte ich meine Arbeit jeden Tag so gestalten, dass ich damit gut leben kann. Das Buch war deshalb nicht nur ein Rückblick, sondern auch eine Form der persönlichen Aufarbeitung und Neuorientierung.

STILPUNKTE: Lässt sich Ihr beruflicher Weg überhaupt von der gemeinsamen Zeit mit Ihrer Frau trennen?

Klaus Kempe: Nein, eigentlich nicht. Wo ich ohne sie heute stünde, kann und möchte ich nicht beantworten – so etwas wäre reine Spekulation. Entscheidend ist aber, dass wir über Jahrzehnte gemeinsam gearbeitet und alle Höhen und Tiefen erlebt haben. Heute arbeitet meine Tochter bereits seit mehr als 20 Jahren im Unternehmen und übernimmt sehr viel Verantwortung. Trotzdem muss nach einem solchen Verlust manches neu organisiert werden. Ich muss mich auf die veränderte Situation einlassen, anstatt so zu tun, als wäre alles wie zuvor.

STILPUNKTE: Der Untertitel Ihrer Biografie „Vom Schlachthaus zum Penthouse“ lebt von einem starken Gegensatz. Wie wurde aus dem Metzgergesellen ein Immobilienunternehmer?

Klaus Kempe: Er beschreibt meinen Lebensweg ziemlich genau. Ich komme aus einer Metzgerfamilie und war als Kind ständig im elterlichen Betrieb. Wegen der damals schlechten Luft im Ruhrgebiet besuchte ich zeitweise ein Internat am Starnberger See. Segeln, Skifahren und die neue Umgebung eröffneten mir eine ganz andere Welt. Nach meiner Rückkehr ging ich auf die Handelsschule und half, als meine Mutter krank wurde, wieder täglich im Laden meiner Eltern.

1965 kam ich als Metzgerlehrling nach Düsseldorf und machte meinen Gesellenbrief mit Auszeichnung. Ich konnte dieses Handwerk, aber ich wusste auch, dass ich es nicht mein Leben lang ausüben wollte. Kurz bevor ich am 1. August 1968 in die Immobilienbranche einstieg, kellnerte ich noch auf der Düsseldorfer Kirmes. Ich habe vieles ausprobiert, bis ich meine Aufgabe gefunden hatte. Das Penthouse wiederum ist ganz real: 1980 kaufte ich das Haus an der Achenbachstraße, richtete unten die Büros ein und setzte oben das Penthouse darauf.

Biografie Klaus Kempe
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STILPUNKTE: Was haben Sie aus dem Metzgerhandwerk in die Immobilienbranche mitgenommen?

Klaus Kempe: Vor allem die Verantwortung für das eigene Produkt. Im Handwerk stehen Menschen für das, was sie herstellen. Das gilt für Metzger ebenso wie für Bäcker, Dachdecker oder Zimmerleute. Was wir produzieren, nutzen oder essen andere Menschen. Deshalb muss ich mich damit auseinandersetzen und dahinterstehen können. Theorie und Praxis gehören dabei zusammen; genau darin liegt für mich auch die Stärke des dualen Systems.

Diese Haltung habe ich auf Immobilien übertragen. Fachwissen allein reicht nicht. Es geht ebenso um Menschlichkeit, um den Umgang mit Kunden, ihren Wünschen, Ängsten und finanziellen Möglichkeiten. Ich muss zuhören und die Überlegungen des Kunden einbeziehen. Aber am Ende darf ich nur etwas empfehlen oder liefern, das ich selbst für vernünftig halte. Wenn es mein Produkt ist, stehe ich dafür auch gerade.

STILPUNKTE: Ihr Weg verlief trotz des großen Erfolgs nicht geradlinig. Welche Krise hat Sie besonders geprägt?

Klaus Kempe: Zu den härtesten Erfahrungen gehörte ein schwerer Autounfall. Wir waren damals eine Aktiengesellschaft und auf dem Weg zu einer Veranstaltung in Frankfurt. Bei einem Platzregen geriet der Wagen ins Schleudern, überschlug sich dreimal und kam auf meiner Seite zum Liegen. Ich erlitt eine Quetschung des ersten Lendenwirbels. Es bestand die schwierige Frage, ob operiert werden konnte und sollte – verbunden mit dem Risiko, den Rückenmarkskanal zu verletzen.

Ich lag zunächst zwei Wochen im Krankenhaus und konnte nicht einmal aufstehen. Danach ließ ich mich auf eigenen Wunsch entlassen. Meine Frau half mir zu Hause die Treppe hinauf. Die Genesung dauerte fast ein Jahr, doch sobald es möglich war, versuchte ich vom Büro aus, das Wichtigste am Laufen zu halten. Später wandelten wir die Aktiengesellschaft wieder in eine GmbH um und konzentrierten unseren Arbeitsradius zunächst auf 50 Kilometer rund um Düsseldorf. Heute fokussieren wir uns auf einen Radius von etwa 20 Kilometern. Ich sehe es als Heimvorteil. Wer die Region wirklich kennt, kann Chancen und Werte besser beurteilen, denke ich.

Mehrfamilienhaus mit Balkonen in Wohnlage im Kontext langfristigen Vermögensaufbaus mit Immobilien
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STILPUNKTE: Was verstehen Sie unter Betongold – und wann wird eine Immobilie für Sie zu einem „echten Wert“?

Klaus Kempe: Eine Immobilie ist zunächst ein realer Sach- und Gebrauchswert. Ich verwende dafür gern den Begriff Betongold. Gold muss gelagert werden; eine vermietete Immobilie kann dagegen laufende Einnahmen erwirtschaften. Entscheidend ist jedoch, sauber zu rechnen. Der Ertrag muss die Finanzierung und die weiteren Belastungen tragen können. Kaufpreis, Zins, Eigenkapital, Zustand, Lage und erzielbare Miete müssen zueinanderpassen.

Denn, eine Immobilie wird nicht allein dadurch zu einer guten Anlage, dass man sie kauft. Wenn die Rechnung solide ist, kann man über viele Jahre mit Immobilien Vermögen aufbauen. Genau das verstehe ich unter echten Werten: nicht kurzfristige Euphorie oder bloß hochgeschriebene Zahlen, sondern etwas, das genutzt wird und wirtschaftlich trägt. Mir geht es nicht darum, bei jedem Objekt den größtmöglichen Profit zu erzielen. Wenn ein vernünftiger Bestand dauerhaft Geld verdient, muss ich ihn nicht zwingend verkaufen.

STILPUNKTE: Neben all den unternehmerischen Themen enthält das Buch eigene Gedichte. Was gibt Ihnen diese andere Form des Schreibens?

Klaus Kempe: Seit ungefähr 20 Jahren schreibe ich Gedichte. Sie ermöglichen mir, über die Welt mit anderen Augen nachzudenken, etwa über Gedanken, Dankbarkeit, Mut, Liebe, Erfolg und persönliche Verantwortung. Das ist kein Gegensatz zur Immobilienwelt. Auch dort geht es letztlich um Menschen, Entscheidungen und darum, welche Haltung hinter dem eigenen Handeln steht. Mir macht das Schreiben Freude, und deshalb gehören die Gedichte zu meiner Lebensgeschichte.

Mehrgeschossige Wohnimmobilien in innerstädtischer Lage im Kontext regionaler Marktkenntnis
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STILPUNKTE: Was möchten Sie Ihrer Familie, Ihren Mitarbeitenden und der nächsten Generation mit dem aktuellen Buch mitgeben? Und wie schaut Ihre (berufliche) Zukunft aus?

Klaus Kempe: Werte kann jeder auf eine Internetseite schreiben. Entscheidend ist, ob man sie lebt und vor sich selbst verantworten kann. Ich erwarte nicht, dass jeder Mensch genauso denkt oder arbeitet wie ich. Unterschiedliche Meinungen gehören dazu. Aber wer gemeinsam etwas erreichen will, muss hinschauen, lernen wollen und verlässlich sein. In unserem Hotelbereich arbeiten rund 60 Menschen, im Immobilienunternehmen etwa 20. Ohne dieses Team geht es nicht; Vertrauen ist die Grundlage.

Mein roter Faden bleibt die Verantwortung für das, was ich anderen anbiete. Ich muss nicht jede Aufgabe lieben. Aber wenn ich sie annehme, muss ich etwas Vernünftiges liefern und sie zu Ende bringen. Solange mir die Arbeit Freude macht, mich fordert und ich hinter ihr stehen kann, möchte ich weitermachen. Arbeit hat für mich mit Herz zu tun: Man entscheidet sich für eine Aufgabe und übernimmt dann auch die Verantwortung dafür.

Häufig gestellte Fragen

Warum schrieb Klaus Kempe seine Biografie jetzt?

Klaus Kempe schrieb seine Biografie nach dem Tod seiner Frau als persönliche Aufarbeitung. Der Verlust nach 54 gemeinsamen Jahren zwang ihn, Bilanz zu ziehen und neu zu entscheiden, wie er weitermachen will. Das Buch half ihm, Vergangenheit, Verantwortung und Zukunft klar zu ordnen.

Wie wurde aus dem Metzgergesellen ein Immobilienunternehmer?

Klaus Kempe wurde über Ausbildung, Praxis und viele Umwege Immobilienunternehmer. 1965 kam er als Metzgerlehrling nach Düsseldorf, machte den Gesellenbrief mit Auszeichnung und stieg am 1. August 1968 in die Immobilienbranche ein. 1980 kaufte er das Haus an der Achenbachstraße und setzte dort ein Penthouse darauf.

Was bedeutet für Klaus Kempe Betongold?

Für Klaus Kempe ist Betongold eine vermietete Immobilie mit solidem Ertrag. Sie muss Finanzierung, Zins, Eigenkapital, Zustand, Lage und Miete sauber tragen. Dann kann sie über viele Jahre Vermögen aufbauen und als echter Sach- und Gebrauchswert funktionieren.

Welche Rolle spielt das duale System in Kempes Denken?

Klaus Kempe sieht im dualen System die Verbindung von Theorie und Praxis als Stärke. Aus dem Metzgerhandwerk nahm er Verantwortung für das eigene Produkt mit und übertrug diese Haltung auf Immobilien. Fachwissen allein reicht ihm nicht; Menschlichkeit und Verlässlichkeit gehören dazu.

Wie stark prägt der Autounfall Kempes Unternehmen heute?

Der schwere Autounfall prägte Kempes Arbeitsweise nachhaltig. Nach der Quetschung des ersten Lendenwirbels lag er zwei Wochen im Krankenhaus und brauchte fast ein Jahr zur Genesung. Danach verkleinerte das Unternehmen den Radius erst auf 50, heute auf etwa 20 Kilometer rund um Düsseldorf.

Warum schreibt Klaus Kempe seit 20 Jahren Gedichte?

Klaus Kempe schreibt seit etwa 20 Jahren Gedichte, weil sie ihm einen anderen Blick auf das Leben geben. Er denkt darin über Dankbarkeit, Mut, Liebe, Erfolg und Verantwortung nach. Für ihn gehören diese Texte genauso zur Lebensgeschichte wie die Immobilienwelt.

von Peter Laaks
Veröffentlicht am 4. September 2026
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Klaus Kempe

Klaus Kempe

Inhaber KEMPE Grundbesitz GRUPPE

Kurzbeschreibung über Klaus Kempe

Klaus Kempe ist Geschäftsführer der KEMPE Immobilien GmbH in Düsseldorf und seit 1968 in der Immobilienwirtschaft tätig. Als erfahrener Immobilienunternehmer verbindet er jahrzehntelange Marktkenntnis mit Expertise in Immobilienvermittlung, Kapitalanlagen und Grundbesitz. Sein Wissen gibt er zudem über Bücher, Marktanalysen, Seminare und Immobilien-Foren weiter.



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