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David Baltus
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David Baltus: Trauerfeier in Solingen – Darf Abschied auch bunt sein?

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„Ich will Musik, Spiel und Tanz“, heißt es bei Klaus Hoffmann, wenn er von Emile erzählt, der in Selbstbetrachtung davon spricht, „wenn man mich untern Rasen pflügt“. Eine vielleicht etwas derbe Formulierung bei diesem sehr ernsten Thema, aber schwarz in schwarz muss es doch auch nicht immer sein. Woher kommt es, dass Trauerfeiern bar jeder Farbe sind, wo es doch um ein gelebtes Leben geht, das hier beim finalen Abschied gewürdigt werden soll? War der Verstorbene tatsächlich so ein bitterer Griesgram? – Respektvoll seine Referenz erweisen und sich verabschieden kann auch anders gehen. David Baltus von Der bunte Tod nimmt uns mit zu seiner Arbeit, wo er mit der letzten Feier bleibende Erinnerungen schafft.

STILPUNKTE: Woher kommt es, dass sich Trauerfeiern immer schwarz präsentieren – als hätte der Himmel plötzlich jede Farbe verloren?

David Baltus: Gewissermaßen hat er das ja auch erstmal, zumindest für die Zurückbleibenden. Auch wenn wir alle um den Kreislauf des Lebens wissen, ist es immer unfassbar und äußerst schmerzhaft, wenn plötzlich einer fehlt. Alles scheint von einem grauen Schleier bedeckt. Das Schwarz als klassische Nichtfarbe hat sich aus der kirchlichen Tradition heraus als Trauerfarbe etabliert und ist in Deutschland kulturell fest verankert. In anderen Kulturkreisen sind es die Farben Weiß oder Gelb.

Schmerz und Trauer, Verzweiflung und Hilflosigkeit sind allerdings nicht farbgebunden, und der Abschied lässt sich nicht aufhalten, nur weil wir uns in Schwarz kleiden.

STILPUNKTE: Der bunte Tod. Den ein oder anderen mag der Name Ihres Unternehmens vielleicht irritieren – wie kann der Tod bunt sein? Darf er das überhaupt?

David Baltus: Tod und Leben, das eine gibt es nicht ohne das andere. Und so vielfältig und facettenreich das Leben spielt, mit all seinen Höhen und Tiefen, Freuden und Tränen, Abenteuern und Erlebnissen, so darf sich das auch gern beim Abschied, der letzten großen Feier mit persönlicher Note, zeigen. Eine Trauerfeier zu ermöglichen, die das Leben des Verstorbenen würdigen soll und den Zurückbleibenden durch kostbare Erinnerungen den Abschied vielleicht ein klein wenig erleichtern kann, treibt uns an.

Schaufenster des Bestattungshauses Der bunte Tod in Solingen mit farbig gestalteten Urnen und Dekorationen
Bestattungshaus der bunte Tod

STILPUNKTE: Wie kommt Der bunte Tod bei den Menschen, Ihren Kunden an?

David Baltus: Sehr gut. Inzwischen sind wir umgezogen und haben uns sogar vergrößert. Zentral gelegen, mit einer großen Schaufensterfront, die sich phantastisch mit all den Themen dazu dekorieren lässt und einen weiten Einblick in die Innenräume gewährt, zieht unser Bestattungshaus immer mehr Menschen, wie magisch an. Sei es durch einen akuten Todesfall, durch Empfehlung oder einfach durch reine Neugier, um dann ganz erstaunt und begeistert festzustellen, welche vielfältigen Möglichkeiten der Bestattung und Ausgestaltung der Abschiedsfeier es gibt. Wir betreuen und begleiten unsere Kunden von Anfang an auf ihrem Weg und führen sie sicher und einfühlsam durch diese für sie so schwere Zeit. Und wer langfristig und vorausschauend für sich selbst plant, kommt auch schon mal zum Probeliegen vorbei. Der große Vorteil bei dieser Herangehensweise ist, dass Sie selbstbestimmt für sich entscheiden, wie Sie mit Ihrer Bestattung in Erinnerung bleiben möchten.

STILPUNKTE: Der große Schnitter, Gevatter Tod, viele Namen hat er schon bekommen und ist doch so sehr gefürchtet – gibt es großen Aufklärungsbedarf?

David Baltus: Nicht zum Tod selbst. Wir kommen und werden aktiv, wenn das Leben zu Ende ist. Aber über das, was dann beim Bestatter passiert, geistert noch sehr viel Unwissenheit durch die Köpfe erstaunlich vieler Menschen. Deshalb leisten wir viel Aufklärungsarbeit und schärfen das Bewusstsein – nicht nur in unserem Bestattungshaus. Wir beteiligen uns an vielerlei Aktionen außerhalb, in der Öffentlichkeit, sind präsent mit Sarg, Persönlichkeit und sehr viel Fachwissen.

Rosafarbene Urne in einer individuellen floralen Gestaltung für eine persönlich geprägte Abschiedsfeier
Bestattungshaus der bunte Tod

STILPUNKTE: Gibt es hierfür Beispiele, wo überall können wir den bunten Tod antreffen?

David Baltus: Sarg und Urne sind nicht unbedingt das klassische Shoppingprodukt, nach dem man sich sehnt, wie vielleicht Schuhe oder Ähnliches. Dabei wäre ein weniger verhaltener Umgang mit dem Tod wünschenswert und ein selbst gestalteter Abschied sehr tröstlich. Für Sichtbarkeit waren wir vor kurzem erst bei der Solinger Lichternacht, unter dem Motto „Ein Licht ins Dunkel bringen“ beteiligt. Ein bunt beleuchteter Sarg und entsprechende musikalische Begleitung erfuhren durchweg positive Resonanz.

Wie auch das gemeinsame Wirken von Oliver Uschmann und Der bunte Tod. Ein begnadeter Autor, der sich intensiv mit diesem Thema beschäftigt hat. Er hat die Eröffnungslaudatio für die neuen Geschäftsräume gehalten. Und seine, von uns organisierten Lesungen finden immer wieder eine interessierte und begeisterte Zuhörerschaft.

Ebenfalls begeistert sind unsere Kunden von der noch relativ frischen Zusammenarbeit mit Anne-Christina Düwel, einer Designerin, die hinreißende Papeterieprodukte und individuelle Trauerkarten gestaltet. Mit Designs, die sich gerne auch auf der Urne wiederholen und fortsetzen lassen.

Selbst die Kleinsten bekommen durch unser Mitwirken beim „Türöffnertag“ der „Sendung mit der Maus“, dieser findet in verschiedensten Betrieben in ganz Deutschland statt, die Möglichkeit, einen Blick hinter die Kulissen zu erhaschen oder auch den kompletten Ablauf einer Bestattung mit Legosteinen nachzuspielen. 

Häufig gestellte Fragen

Warum sind Trauerfeiern in Deutschland oft schwarz?

Trauerfeiern sind in Deutschland oft schwarz, weil sich Schwarz aus der kirchlichen Tradition als Trauerfarbe etabliert hat. Die Nichtfarbe ist kulturell fest verankert und steht für Abschied und Schmerz. Andere Kulturkreise nutzen dafür auch Weiß oder Gelb.

Welche Farben nutzen andere Kulturkreise bei Trauerfeiern?

Andere Kulturkreise verwenden bei Trauerfeiern auch Weiß oder Gelb. Die Farbwahl ist kulturell geprägt und nicht weltweit einheitlich. Schwarz dominiert in Deutschland vor allem durch die kirchliche Tradition als klassische Trauerfarbe.

Was macht Der bunte Tod bei Abschiedsfeiern anders?

Der bunte Tod gestaltet Abschiedsfeiern persönlicher und lebensnäher. Das Bestattungshaus würdigt das Leben des Verstorbenen mit individuellen Elementen und erleichtert den Abschied durch Erinnerungen. Ziel ist eine letzte Feier mit persönlicher Note statt starrer Konventionen.

Wie begleitet Der bunte Tod Angehörige im Trauerfall?

Der bunte Tod begleitet Angehörige von Anfang an durch die schwere Zeit. Das Team betreut Kunden sicher und einfuhlsam und klärt über Abläufe beim Bestatter auf. Zusätzlich arbeitet das Bestattungshaus öffentlich mit Fachwissen, Sarg und Persönlichkeit.

Welche Aktionen macht Der bunte Tod außerhalb des Bestattungshauses?

Der bunte Tod beteiligt sich an Aktionen in der Öffentlichkeit und macht Bestattungsthemen sichtbar. Bei der Solinger Lichternacht zeigte das Team einen bunt beleuchteten Sarg mit musikalischer Begleitung. Auch Lesungen und der Türöffnertag der Sendung mit der Maus gehören dazu.

von Andrea Hilscher
Veröffentlicht am 21. September 2026
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David Baltus

Inhaber Bestattungshaus der bunte Tod

Kurzbeschreibung über David Baltus

Ich heiße David Baltus und begleite Menschen im Abschied – aus Überzeugung. 19 Jahre Rettungsdienst haben mir gezeigt, wie schwer Einsamkeit wiegt. Heute schenke ich Zeit, Raum und Würde in der Stille danach: mit Notfallseelsorge und Gesprächen mit Angehörigen, wenn Worte fehlen, Fragen drängen und der Abschied ansteht. Mein tiefstes Bedürfnis ist es, Menschen Zeit, Raum und Würde zu geben.



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