Ulrike Vorberg: Catering Lübeck – das-culinarium – Genuss seit 22 Jahren
Wer in Lübeck an hochwertiges Catering, außergewöhnliche Genussmomente und perfekt inszenierte Veranstaltungen denkt, kommt am culinarium kaum vorbei. Seit mehr als zwei Jahrzehnten ist Ulrike Vorberg mit ihrem Team für erstklassige Kulinarik, handwerkliche Qualität und einen Service bekannt, der weit über die reine Bewirtung hinausgeht. Hinter dem Erfolg steht eine Unternehmerin, die ihren Weg nicht strategisch geplant hat, sondern mit Leidenschaft, Mut und einer klaren Vision beschritten hat. So entstand aus der Begeisterung fürs Kochen Schritt für Schritt eine feste Größe in der norddeutschen Catering-Landschaft. Liebe zum ehrlichen Handwerk, regionale Zutaten, Authentizität und exzellenter Geschmack sind die Basis, Neugier und Offenheit wichtige Zutaten, Ausdauer und Humor die Abrundung.
STILPUNKTE: Manchmal kommt es anders, als man denkt – inzwischen sind es weit über zwanzig Jahre. Wie entstand die ursprüngliche Idee zur Gründung Ihres Unternehmens?
Ulrike Vorberg: Eigentlich war es nie mein Plan, ein Cateringunternehmen aufzubauen. Ich habe immer schon gerne gekocht und von Mama gelernt. Kochen war zunächst Leidenschaft und etwas, das mir einfach viel Freude bereitet hat, weil es Menschen zusammenbringt. Freunde und Familie waren immer wieder begeistert und ich habe neben einigen anderen Ausbildungen immer nebenbei in der Gastronomie gejobbt. Als dann das Wechselspiel Leben dazukam und Entscheidungen getroffen werden mussten, entwickelte sich eine Idee …
Alleinerziehend mit einer schulpflichtigen Tochter, frei werdende Geschäftsräume in direkter Nähe zu unserer Wohnung – so wurde 2004 aus einem Hobby eine Berufung. Schon immer überzeugt davon, dass gutes Essen besondere Momente schafft, entstand genau daraus die Idee zu das-culinarium – die Manufaktur des guten Geschmacks – einem Ort für Genuss und Gastfreundschaft!
STILPUNKTE: Was waren die größten Herausforderungen in den ersten Jahren?
Ulrike Vorberg: Das geflügelte Wort, „Aller Anfang ist schwer“ trifft auch auf mein culinarium zu. Die größte Herausforderung war sicherlich, alles gleichzeitig stemmen zu müssen. Ich war Mutter und hatte mir in den Kopf gesetzt, ungelernt ein Unternehmen aufzubauen, inklusiv Konzeption, Finanzierung, Einrichtung, Kalkulation, Kundengewinnung und Marketing. Die Gastronomie lebt von Qualität und Verlässlichkeit. Beides musste ich mir im eigenen Unternehmen hart erarbeiten. Rückblickend haben mich diese Herausforderungen stark gemacht, ich habe aus vielen Fehlern gelernt, bin immer neue Wege gegangen und habe meinen Blick für das Wesentliche geschärft.
STILPUNKTE: Welche Meilensteine haben Ihr Unternehmen besonders geprägt?
Ulrike Vorberg: Es gab einige wichtige Stationen: Das Grundkonzept von 2004 war ein Slowfood- & Wellness-Imbiss. Ich stand täglich selbst am Herd und lebte mich mal mehr, mal weniger erfolgreich am Herd aus. Selbstgemachte frische Snacks und kleine Gerichte, von Bio bis Rio, waren und sind meine Passion. Bis hin zum heutigen Catering und gesuchtem kulinarischen Ausrichter für kleine und große, private und gewerbliche Events war es jedoch noch ein weiter Weg. Spannend, abenteuerlich und kräftezehrend, aber der Weg ist das Ziel, sagt man ja …
2007 – nach einer harten Zeit mit mehreren Augen-OPs und einseitiger Erblindung – musste ich mich entscheiden, ob ich das Unternehmen an den Nagel hänge oder aus der Not eine Tugend mache. Ich entschied mich für „I Will Survive“ und stellte das gesamte Konzept um. Aus dem Slowfood- & Wellness-Imbiss, in dem ich jeden Tag à la minute kochen musste, wurde so die Idee, Catering anzubieten, da das besser planbar war.
Ich musste also so schnell wie möglich eine neue Infrastruktur aufbauen, brauchte neue Räumlichkeiten, und professionelles Equipment, musste wieder investieren und den einen oder anderen Mitarbeitenden suchen, und so wurde aus dem kleinen Imbiss eine neue Vision …
Ich musste mich mit Marketing und der Präsentation und Ästhetik von Buffets beschäftigen, neue Abläufe schaffen und versuchen, einen festen Kundenstamm aufzubauen. Es entstanden Kooperationen mit Firmen, die unseren Service erstmalig ausprobierten und uns seitdem die Treue gehalten haben, aber auch mit ganz besonderen Manufakturen, die mir halfen, mein Alleinstellungsmerkmal weiter auszubauen.
Ideen zu verwirklichen ist eine meiner Lieblingsbeschäftigungen. Meist brauche ich nur einen Hinweis des Kunden und entwickle daraus individuelleEventkonzepte. Ich holte mir anfangs professionelle Eventpartner zu Hilfe und lernte noch mehr zum Thema Eventmanagement, Gastfreundschaft & Kulinarik, besuchte Kochkurse und Seminare, bildete mich weiter und habe bis heute das Thema „Lifelong-Learning“ in mein Leben integriert.
Nicht zuletzt dadurch sind wir einer der wenigen Caterer, die viele Nischen bedienen können. Wir bieten von Lübecker Aalsupp bis zu veganen Rezepten eine große Bandbreite toller Spezialitäten an, die in dieser Vielfalt kaum zu finden sind.
Ein aktueller Meilenstein, den ich nicht vergessen darf: 2025 habe ich mich entschieden, dank meiner langjährigen Erfahrung eine Ausbilderqualifikation zu absolvieren. So wurde das-culinarium zu einem anerkannten Ausbildungsbetrieb und gibt damit jungen Menschen eine Chance, in eine hochinteressante Branche hineinzuwachsen und sich in der Kochkunst zu bewähren.
STILPUNKTE: Wie hat sich das Geschäftsmodell von das-culinarium über die Jahre verändert?
Ulrike Vorberg: das-culinarium ruht inzwischen solide auf mehreren Standbeinen.
Mit eigener Location, LA CANTINE in der Wirtschaftsakademie Schleswig-Holstein, sorgen wir für das leibliche Wohl von SchülerInnen und Besuchern, und haben dort einen maritim gestalteten Raum für Veranstaltungen, Kultur und Kulinarik. Zum anderen bewirtschaften wir mit unserem Konzept „Gesund ernähren, statt Abspeisen“ seit 13 Jahren die Mensa des Johanneums zu Lübeck.
Die tragende Säule ist jedoch das Catering-Modell auf hohem Niveau und als Abrundung und Ergänzung unsere Küchenpartys und Gustationen, die mit Begeisterung angenommen werden und meist frühzeitig ausgebucht sind.
Beim Catering selbst standen früher eher klassische Caterings im Mittelpunkt: Speisenauswahl, Kochen, Liefern und Abräumen. Heute wünschen sich Kunden oft ganzheitliche Konzepte. Sie suchen nicht nur gutes Essen, sondern ein stimmiges Gesamterlebnis. Deshalb begleiten wir viele Veranstaltungen inzwischen deutlich umfassender – von der kulinarischen Konzeption bis zur Umsetzung vor Ort. Gleichzeitig haben wir unser Angebot kontinuierlich erweitert und neue Genussformate entwickelt.
STILPUNKTE: Ein stets wichtiges Thema in Ihrem Hause – Handwerk in der Küche. Spielt das heute noch so eine große Rolle?
Ulrike Vorberg: Mehr denn je. Handwerk ist für uns kein Trend, sondern die Grundlage unserer Arbeit. In der Küche vom culinarium walten Hand, Herz und nach wie vor Authentizität. Viele Gerichte werden bei uns bewusst so kurzfristig wie möglich zubereitet.
Hier gibt es wenig Vorarbeiten, was letzten Endes auch nur Geschmack und Optik beeinträchtigen würde. Gute Zutaten verdienen eine frische Verarbeitung. Und genau darin liegt der Unterschied zwischen Großcaterern und echter Küchenkunst. Mit einer kreativen Küchenleitung und in Zusammenarbeit mit kleinen Manufakturen, die die gleichen hohen Maßstäbe ansetzen und Werte pflegen, entstehen bei uns handgemachte Köstlichkeiten, ob mediterran, orientalisch oder hanseatisch modern, die auch verwöhnte Gaumen begeistern.
Unsere Gäste schmecken diesen Unterschied.
STILPUNKTE: Gab es prägende Vorbilder oder Mentoren, die Sie auf Ihrem Weg begleitet haben?
Ulrike Vorberg: Ein einzelnes Vorbild gab es nicht. Wenn ich Namen nennen sollte, sind das meine Mama Hermine, Meret Bissegger, Ferran Adrià oder Paul Bocuse. Die haben mich auf meinem Weg begleitet. Aber natürlich auch und mittlerweile viele großartige Inspirationen aus den sozialen Medien!
Meist haben mich Menschen inspiriert, die ihre Arbeit mit Leidenschaft und Konsequenz ausüben, von gewohnten Pfaden abweichen und über den Tellerrand blicken. Wie zum Beispiel Yotam Ottolenghi, der für seine opulenten, farbenfrohen und geschmacksintensiven Kreationen bekannt ist – Gemüseküche aus einem anderen Blickwinkel, veredelt mit spannenden Kombinationen orientalischer Gewürze und frischen Kräutern.
Nicht mehr ganz jung, aber mit einem wachen Geist gesegnet, war und bin ich stets interessiert an Neuem und daran, von anderen zu lernen. Gleichzeitig war es mir wichtig, meinen eigenen Weg zu finden und auch meiner Überzeugung treu zu bleiben.
STILPUNKTE: Auch im besten Betrieb bleibt Kummer nicht aus – wie haben Sie Krisenzeiten gemeistert?
Ulrike Vorberg: Krisen gehören zum Unternehmertum dazu. Entscheidend ist, wie man damit umgeht. Für mich waren Humor, Flexibilität und Optimismus immer wichtige Begleiter. Gerade schwierige Zeiten zeigen, wie stark ein Team wirklich ist. Wir haben Herausforderungen nie als Endpunkt betrachtet, sondern als Anlass, neue Lösungen zu entwickeln.
Die Pandemiezeit etwa, hat uns wie viele andere auch an den Rand der Verzweiflung gebracht. Aufgeben war jedoch nie eine Option. Auch wenn es für mich eine starke persönliche Belastung meiner wirtschaftlichen Existenz bedeutete, sind viele Mitarbeitende geblieben und wir haben uns mit vereinten Kräften angepasst. Ich habe mir einen kleinen Marktstand zugelegt und für den Wochenmarkt mit unseren Bestsellern bestückt, damit die Belegschaft in dieser Zeit immer mal etwas zu tun hatte und nicht zuhause Trübsal blasen musste.
STILPUNKTE: Welche Werte begleiten Sie seit der Gründung?
Ulrike Vorberg: Schonender Umgang mit Ressourcen, Einsatz von Fairtrade- oder Slowfood-Produkten, Inklusion, Respekt vor Mensch und Tier. Diese Werte gelten gegenüber unseren Gästen ebenso wie gegenüber Mitarbeitenden oder Lieferanten.
Langfristiger Erfolg entsteht nicht durch kurzfristige Effekte, sondern durch Vertrauen und Verantwortung für unser Tun. Liebe und Leidenschaft zum Kochen. Authentisch bleiben. Wenn Menschen etwas lieben, dann das!
STILPUNKTE: Lassen sich im Laufe der Jahre Veränderungen im Catering-Bereich festmachen?
Ulrike Vorberg: Definitiv. Gäste interessieren sich heute stärker für Herkunft, Qualität und Nachhaltigkeit. Gleichzeitig sind die Erwartungen an Individualität gestiegen. Veranstaltungen sollen persönlicher, emotionaler und authentischer sein. Diese Entwicklung begrüßen wir sehr, weil sie perfekt zu unserer Philosophie passt.
Auch die einst riesige Speisenauswahl ist passé. Einige vorgeplante Gerichte, die individuell angepasst werden können, haben ein Alleinstellungsmerkmal geschaffen. Ob kalt oder warm, mit Fleisch, Fisch oder vegan und eine große Auswahl an Fingerfood: Wir offerieren eine große Vielfalt an Speisen für alle Geschmacksvorlieben und Anlässe – wovon einige frisch vor den Augen der Gäste, zubereitet werden.
STILPUNKTE: Welche Trends haben Sie früh erkannt und wie spiegeln sie sich im Angebot vom culinarium wider?
Ulrike Vorberg: Slow Food und Gesundheit, Wellness durch eine gesunde und leckere Ernährung, waren mir bereits bei meinem ambitionierten Start ein Anliegen und sind auch nach wie vor die Richtschnur und der rote Faden. Regionalität, und ein bewusster Umgang mit Lebensmitteln beschäftigen uns schon lange.
Heute stehen diese Themen stärker denn je im Fokus. Gleichzeitig beobachten wir eine Rückkehr zum echten Geschmack. Durch Social Media wird viel vorgegaukelt und beschönigt. Bei uns gibt es filterlose Qualität. Wir brauchen weder Farb- noch Geschmacksverstärker. Weniger Inszenierung um der Inszenierung willen, dafür mehr Qualität auf dem Teller.
STILPUNKTE: Was treibt Sie nach über 20 Jahren Einsatz für vollen Geschmack und Genuss immer noch an?
Ulrike Vorberg: Meine Tochter, meine Freunde, meine Gäste, mein Team. Es gibt kaum etwas Schöneres, als zu erleben, wie Gäste genießen, feiern und gemeinsam besondere Momente erleben. Wenn ein Kunde nach vielen Jahren immer noch gerne zurückkommt oder eine Veranstaltung unvergesslich wird, dann bestätigt das unseren Anspruch. Diese Begeisterung ist bis heute mein größter Antrieb – und dazu gibt es noch jede Menge neue Ideen, die ans Licht wollen und die ich gerne umsetzen möchte.
Häufig gestellte Fragen
Wie entstand das-culinarium aus einem Hobby?
das-culinarium entstand 2004 aus Ulrike Vorbergs Kochleidenschaft. Aus einem Hobby wurde in frei werdenden Geschäftsräumen nahe der Wohnung ein Cateringunternehmen. Ausschlaggebend waren ihre Freude am Kochen, die Begeisterung von Familie und Freunden sowie der Wunsch, gutes Essen als verbindendes Erlebnis anzubieten.
Warum stellte das-culinarium 2007 auf Catering um?
Das-culinarium stellte 2007 auf Catering um, weil ein Imbiss mit täglichem À-la-minute-Kochen nach mehreren Augen-OPs und einseitiger Erblindung nicht mehr praktikabel war. Catering war besser planbar und erlaubte neue Strukturen, professionelles Equipment und einen stabileren Geschäftsaufbau.
Welche Angebote prägen das-culinarium heute besonders?
das-culinarium arbeitet heute mit mehreren Standbeinen. Dazu gehören Catering auf hohem Niveau, die LA CANTINE in der Wirtschaftsakademie Schleswig-Holstein, die Mensa des Johanneums zu Lübeck und Formate wie Küchenpartys und Gustationen. Das Unternehmen bedient kleine und große private wie gewerbliche Events.
Welche Rolle spielt Handwerk in der Küche von das-culinarium?
Handwerk ist für das-culinarium die Grundlage der Küche. Viele Gerichte werden bewusst kurzfristig zubereitet, damit Geschmack und Optik erhalten bleiben. Zusammen mit kleinen Manufakturen entstehen mediterrane, orientalische und hanseatisch moderne Speisen, die ohne Vorarbeiten und mit frischen Zutaten auskommen.
Welche Werte sind Ulrike Vorberg im Catering besonders wichtig?
Ulrike Vorberg setzt auf Ressourcen schonenden Umgang, Fairtrade- und Slowfood-Produkte, Inklusion sowie Respekt vor Mensch und Tier. Diese Werte prägen den Umgang mit Gästen, Mitarbeitenden und Lieferanten. Langfristiger Erfolg entsteht für sie durch Vertrauen, Verantwortung, Liebe und Leidenschaft zum Kochen.
Ulrike Vorberg
Inhaberin das-culinariumKurzbeschreibung über Ulrike Vorberg
Ulrike Vorberg lebt in Lübeck und ist Gründerin sowie Inhaberin von das-culinarium. Seit 2003 entwickelt sie ihr Unternehmen kontinuierlich weiter und hat sich mit hochwertigen Catering- und Eventkonzepten einen Namen gemacht. Ihr Angebot reicht von klassischen Caterings über Schiffs- und Filmcatering bis hin zur kompletten Eventplanung. Seit 2025 ist sie zudem als Ausbilderin für Fachkräfte Küche und Köchinnen/Köche tätig.
Ihre Leidenschaft gilt der französischen, mediterranen, orientalischen und deutschen Küche sowie nachhaltigen Genusskonzepten. Neben ihrer Begeisterung für Kulinarik interessieren sie Kultur, Kunst, Wirtschaft und Politik. In ihrer Freizeit hört sie besonders gerne Musik und lässt sich davon inspirieren.
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