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Stilpunkte-Blog: Geschichte der Taschenuhr und die wichtigsten Varianten Savonette, Halbsavonette und Lépine. Stil, Westentasche, Uhr, Uhrkette.

Für Sammler, Uhrenliebhaber und als Wertanlage

Die Taschenuhr

Schmuck & Uhren

11.06.2019

Wer selbst eine oder mehrere Taschenuhren besitzt, kennt die Faszination, die diese verströmen. Ein Relikt aus einer anderen Zeit, das mit Klassik und Stil ein wenig unserem hektischen Alltag entgegenwirkt. So finden sich unter den Sammlern von Taschenuhren vor allem Liebhaber der Kunstwerke, aber auch Technikbegeisterte, die die Präzisionsarbeit auf kleinstem Raum bewundern. Lesen Sie hier, wo die Taschenuhr ihren Ursprung hat und welche Faktoren den individuellen Wert eines Exemplars ausmachen.

Stilpunkte-Blog: Geschichte der Taschenuhr und die wichtigsten Varianten Savonette, Halbsavonette und Lépine.

Die Geschichte der Taschenuhr

Die Historie der Taschenuhren beginnt im ausgehenden 15. Jahrhundert, genauer gesagt im Jahr 1480 in Oberitalien. Dort wurden die ersten dosenförmigen Uhren entwickelt, die zumeist um den Hals getragen wurden. Damit war es erstmals möglich, sich unabhängig von Ort und Sonnenstand über die Uhrzeit zu informieren. 1510 entwickelte dann der Nürnberger Schlossmeister Peter Henlein eine Dosenuhr, die durch ein Federwerk angetrieben wurde. Die Mechanik war damals noch sehr störanfällig und arbeitete ungenau, aber die mobilen Zeitmesser verfügten auch nur über einen Stundenzeiger, so dass von präziser Zeitanzeige kaum die Rede sein konnte.

 

Stilpunkte-Blog: Geschichte der Taschenuhr und die wichtigsten Varianten Savonette, Halbsavonette und Lépine.

Von der Renaissance zur Moderne

Vor allem bei den Taschenuhren des 17. und 18. Jahrhunderts erkennt man die filigrane Handwerkskunst, die in der Fertigung der Uhrengehäuse steckt. Damals bevorzugte man kreuzförmige Uhren, Zeitmesser in Totenkopf-, Hunde- oder Bibelform. Heutzutage kann man die detailverliebten Exemplare in Museen oder bei Auktionen bestaunen. Übrigens war es angeblich Karl II. von England, der um 1675 mit seiner Vorliebe für Westen dafür verantwortlich war, dass man die Uhren nicht mehr um den Hals hängend, sondern fortan in der Westentasche trug.

 

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Die bürgerliche Gesellschaft

Im 19. und 20. Jahrhundert waren flache, runde Taschenuhren mit Minutenzeiger verbreitet, die auch für das Bürgertum erschwinglich waren. Es gibt Zeitmesser mit Sprungdeckel, die als Savonette bezeichnet werden und solche mit teilverglastem Sprungdeckel, den Halbsavonettes, deren Uhrzeit man auch ohne das Öffnen des Deckels ablesen kann. Taschenuhren ohne Deckel und mit besonders flachem Gehäuse werden nach dem französischem Uhrenbauer Lépine benannt. Die Uhren dieser Epoche sind auch heute noch zu erschwinglichen Preisen erhältlich und erfreuen sich daher bei Sammlern einer großen Beliebtheit.

Taschenuhren des 21. Jahrhunderts

Heutzutage setzen sich Taschenuhren durch, die mit einer Mischung aus antikem Design und moderner Technik glänzen. Filigrane Feingravuren auf vergoldeten oder silbernen Gehäusen runden Quarztechnik oder sogar ein Automatikwerk im Inneren ab. Dabei sind aktuelle Uhren im Retro-Look für Laien auf den ersten Blick kaum von wirklich antiken Zeitmessern zu unterscheiden. Deshalb sollte man eine Uhr vor dem Kauf immer sehr genau prüfen.

 

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Anhaltspunkte zum Wert einer Taschenuhr

Die Wertbestimmung einer Taschenuhr ist von mehreren Faktoren abhängig: Achten Sie auf die Anzahl der Lagersteine und Kompensationen der Uhr. Je mehr davon vorhanden sind, desto höher ist die Qualität und dadurch auch der Wert der Taschenuhr. Wichtig ist auch der Zustand des Uhrwerks, da Reparaturen in der Regel kostspielig sind. Je besser das Uhrwerk erhalten ist und je feiner die Verzierungen der Zahnräder sind, desto hochwertiger ist die Uhr. Zudem erzielen Taschenuhren mit hochrangigen Markennamen meist höhere Preise als Uhren, deren Herkunft unbekannt ist. Seriennummern oder Bildmarken im Deckel oder auf der Rückseite geben zudem Auskunft über den Hersteller und das Herstellungsjahr. Auch das Material des Gehäuses spielt natürlich eine Rolle für den Wert einer Taschenuhr. So waren zum Beispiel im 19. Jahrhundert klassische Legierungen aus Gold, Silber und Kupfer üblich. Angaben zur Legierung sind in der Regel im Deckel oder auf der Rückseite des Zeitmessers zu finden. Silber- und Gold-Gehäuse sollten mit entsprechenden Punzen auf den Feingehalt des Materials hinweisen.

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Fazit

Taschenuhren zeigen Ihnen nicht nur die aktuelle Zeit an, sondern repräsentieren einen historischen Werdegang vom späten 15. Jahrhundert bis heute und sind ein Symbol für Stil und den Sinn für das Besondere. Egal, für welches Modell Sie sich interessieren und ob Sie eine Taschenuhr aus modischen Gründen oder als Sammlerstück erwerben möchten – Preise und Wertangaben können stark variieren. Am besten fragen Sie den Fachmann Ihres Vertrauens, informieren sich in der Fachliteratur und bei Auktionen und Händlerangeboten über gängige Preise. Uhrenmarke, Material, Feinheit der Verarbeitung, Alter und Zustand sind wesentliche Kriterien, die den Wert einer Uhr bestimmen.
 

Text: STILPUNKTE®-Redaktion, vw

Bitte beachten Sie: Die STILPUNKTE®-Blog-Berichte sind als Anregung gedacht, ersetzen aber keinesfalls eine fachkundige Beratung. Unsere Berichte werden sorgfältig recherchiert. Dennoch können, wie auch bei unseren Quellen, Fehler oder Irrtümer auftreten. Daher sind alle Angaben ohne Gewähr.


Fotos:
 
©Sashkin - stock.adobe.com (Aufmacherbild)
©Sergej Razvodovskij - stock.adobe.com (geschlossene Uhr mit Kette)
©a40757se - stock.adobe.com (geöffnete Uhr)
©RTimages - stock.adobe.com (Uhr mit Weste)
©Jim Barber - stock.adobe.com (Uhr auf Mahagoni)
©Popova Olga - stock.adobe.com (Abschlussfoto)

Quellen:
https://www.catawiki.de/stories/4937-wie-man-den-wert-einer-taschenuhr-bestimmt
https://www.sammeln-sammler.de/uhren/taschenuhren/
https://www.selvatime.ch/images/selva/HTML_Files/Taschenuhren.htm
https://welche-taschenuhr.de

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