Teppichstudio
Jan Kath Design - Bochum
Designteppiche · Exklusive Teppiche · Teppich
Friederikastraße 148
44789 Bochum
1 Kundenbewertung, 5.0/5.0
Teppiche gelten oft als stille Begleiter eines Raumes, als Hintergrund einer Einrichtung. Bei Jan Kath jedoch werden sie zum eigenständigen Ausdrucksträger. Seine Arbeiten bewegen sich zwischen historischer Referenz und zeitgenössischer Abstraktion und stellen die Frage, wie viel Vergangenheit in einem modernen Objekt weiterleben kann, ohne zur bloßen Reproduktion zu werden. Im Zentrum steht dabei ein Verständnis von Gestaltung, das Handwerk, Material und kulturelle Erinnerung miteinander verschränkt und daraus eine eigene Bildsprache entwickelt.
Knoten für Knoten, Reihe für Reihe entsteht ein Teppich von Jan Kath Design. Es ist ein langsamer, fast beharrlicher Prozess, der sich bewusst gegen jede Form von Beschleunigung stellt. Über mehrere Monate hinweg arbeiten Knüpferinnen und Knüpfer in Handarbeit an den komplexen Entwürfen des Bochumer Designers und übertragen seine vielschichtigen Kompositionen in textile Realität. Diese Umsetzung erfordert höchste Präzision, denn viele der Designs sind so anspruchsvoll, dass sie nur von besonders erfahrenen Handwerksmeistern ausgeführt werden können.
Jan Kath zählt heute zu den international bedeutendsten Teppichdesignern. Seine Arbeiten sind vielfach ausgezeichnet worden, zuletzt erhielt er 2025 den Red Dot Award für den Entwurf DOTO, den er gemeinsam mit seinem Sohn, dem Produktdesigner Sanchir Kath, entwickelt hat.
Teppiche von Jan Kath Design sind in Showrooms auf der ganzen Welt vertreten: in New York, Vancouver, Wien, Berlin, Singapur und München sowie in zahlreichen weiteren Metropolen. Auch internationale Modehäuser zählen zu seinen Kunden und setzen seine Arbeiten in ihren Stores ein.
Doch nicht nur in der Designwelt ist Kath verankert. Regelmäßig finden seine Teppiche Eingang in museale Kontexte und Ausstellungen, etwa im Museum für Angewandte Kunst in Frankfurt, im Museum in Riga sowie im Rahmen der Triennale in Bangkok und in Ausstellungen in China. Längst gehen seine Arbeiten über den funktionalen Charakter eines Teppichs hinaus und werden als eigenständige Position im Spannungsfeld von Design, Kunst und Handwerk gelesen.
Während seine Entwürfe formal zeitgenössisch sind und oft wie grafische Interventionen wirken, bleibt Kath in Bezug auf Herstellung und Qualität bewusst kompromisslos traditionell. Sein Ziel ist es, das alte Handwerk nicht nur zu bewahren, sondern in eine zeitgenössischeForm zu überführen, die Bestand hat. „Ich möchte die Antiquitäten von morgen schaffen“, beschreibt er seine Haltung. Dieser Anspruch prägt jeden einzelnen Produktionsschritt.
In den Manufakturen in Nepal wird dafür der traditionelle tibetische Knoten verwendet. Diese Knüpftechnik wurde in den 1950er Jahren durch tibetische Flüchtlinge in das Kathmandu-Tal gebracht, wo sie sich in den folgenden Jahrzehnten etablierte und weiterentwickelt wurde. In den Werkstätten rund um die Stupa von Boudhanath hat sich bis heute ein Zentrum dieses Handwerks erhalten. Die Arbeit dort ist geprägt von einer tiefen handwerklichen Kontinuität, die sich über Generationen fortsetzt und in der die Zeit selbst Teil des Produktionsprozesses zu sein scheint.
Auch Indien ist seit vielen Jahren ein wichtiger Produktionsstandort für Jan Kath Design. In der Region Agra im Norden des Landes entsteht unter anderem die Kollektion „Erased Heritage“. Auch hier besitzt das Knüpfen eine lange historische Tradition. Bereits im 16. Jahrhundert ließ der Mogulkaiser Akbar persische Meister nach Nordindien holen, um dort Teppiche für die höfischen Paläste zu fertigen. Agra entwickelte sich in dieser Zeit zu einem bedeutenden Zentrum der Teppichkunst, in dem bis heute mit dem persischen Knoten gearbeitet wird. Diese historische Tiefe bildet den kulturellen Resonanzraum für die Kollektion „Erased Heritage“.
Diese Kollektion beschäftigt sich mit der Frage, wie sich kunsthistorische Muster in die Gegenwart übersetzen lassen, ohne sie lediglich zu reproduzieren. Ägyptische Mamluk-Teppiche, persische Shiraz-Motive oder türkische Konya-Designs dienen dabei nicht als Vorlage im klassischen Sinne, sondern als Ausgangspunkt eines gestalterischen Dialogs. Die traditionellen Muster werden als Matrix verstanden, aus der sich neue, zeitgenössische Formen entwickeln. Ornamente scheinen aufzubrechen, Linien lösen sich auf, und klassische Strukturen werden von abstrakten Elementen überlagert. Das Ergebnis ist ein Spannungsfeld zwischen Erinnerung und Transformation, das bewusst Irritation erzeugt und den Blick auf historische Teppichkultur neu ordnet. Die Teppiche werden im persischen Knoten gefertigt, während feine Seide gezielt eingesetzt wird, um Lichtreflexe zu erzeugen, die sich deutlich von der matt-organischen Oberfläche der Wolle unterscheiden. Ein spezielles Finishing verleiht den Arbeiten zusätzlich eine leicht reliefartige Struktur, die den Eindruck eines gealterten, fast archaischen Objekts entstehen lässt.
Entscheidend für die Wirkung eines Teppichs von Jan Kath ist die Auswahl und Verarbeitung der Materialien. Im Zentrum steht dabei die handgekämmte Hochlandwolle aus Tibet, die zu den widerstandsfähigsten und zugleich edelsten Wollarten weltweit zählt. Durch das raue Klima des Himalayas entwickelt die Wolle besonders lange, elastische Fasern und einen hohen natürlichen Lanolingehalt. Diese Eigenschaften machen sie nicht nur robust gegenüber Schmutz, sondern verleihen ihr auch eine lebendige, fast atmende Materialqualität. Die Wolle kann Feuchtigkeit aufnehmen und wieder abgeben und trägt so zu einem ausgeglichenen Raumklima bei.
Ergänzt wird sie durch feinste chinesische Seide, die gezielt für brillante Lichtreflexe eingesetzt wird. Ihre glatte Struktur reflektiert das Licht deutlich stärker als Wolle und setzt einzelne Musterteile subtil in Szene. Besonders charakteristisch ist dabei die Kombination verschiedener Materialien innerhalb eines Teppichs, die gezielt Kontraste erzeugt und Tiefe schafft.
Ebenso findet die sogenannte Nepal-Nessel Verwendung, eine robuste Naturfaser, die sowohl textile Festigkeit als auch eine leicht rustikale, organische Haptik mitbringt. Sie wird aus der „allo sisnu”-Pflanze gewonnen, die in Höhenlagen des Himalayas wächst und in aufwendigen, traditionellen Verfahren weiterverarbeitet wird. Durch das Zusammenspiel dieser Materialien entsteht eine komplexe Oberfläche, die zwischen Weichheit, Struktur und Glanz changiert.
Alle Teppiche werden zudem durch die Schweizer Stiftung STEP zertifiziert, eine unabhängige Organisation, die den gesamten Produktionsprozess engmaschig kontrolliert. Von der Materialbeschaffung über die Arbeitsbedingungen in den Manufakturen bis hin zur Verarbeitung wird jeder Schritt überprüft, um faire und transparente Produktionsstandards sicherzustellen. Diese Kontrolle bildet einen wichtigen Rahmen für die handwerkliche Produktion und schafft zusätzliche Transparenz in einer globalen Lieferkette, die traditionelles Handwerk mit zeitgenössischem Design verbindet.
Ein Teppich von Jan Kath Design ist weit mehr als ein dekoratives Objekt. Er ist das Ergebnis eines komplexen Zusammenspiels aus Entwurf, Handwerk, Material und kultureller Erinnerung. Seine Wirkung entfaltet sich nicht nur visuell, sondern auch haptisch und räumlich. Sie verändern Räume, ohne sich aufzudrängen, und schaffen eine Atmosphäre, die zwischen Ruhe, Spannung und materieller Präsenz schwingt.
Jan Kath kombiniert vor allem tibetische Hochlandwolle, chinesische Seide und Nepal-Nessel. Die Wolle bringt Robustheit und ein ausgeglichenes Raumklima, die Seide sorgt für Lichtreflexe, und Nepal-Nessel liefert Festigkeit sowie eine organische Haptik. Zusammen entsteht eine Oberfläche zwischen Weichheit, Struktur und Glanz.
Ein Teppich von Jan Kath entsteht Knoten für Knoten in monatelanger Handarbeit. Besonders erfahrene Knüpferinnen und Knüpfer setzen die komplexen Entwürfe um, oft mit dem traditionellen tibetischen oder persischen Knoten. Diese langsame Produktion macht die Teppiche präzise, langlebig und handwerklich außergewöhnlich.
Erased Heritage übersetzt historische Teppichmotive in eine zeitgenössische Bildsprache. Mamluk-, Shiraz- und Konya-Elemente dienen als Ausgangspunkt, werden aber abstrahiert, aufgebrochen und neu kombiniert. So entsteht ein Spannungsfeld zwischen Erinnerung und Transformation, das klassische Teppichkultur bewusst neu ordnet.
Jan-Kath-Teppiche entstehen vor allem in Nepal und Indien. In Nepal wird der traditionelle tibetische Knoten verwendet, in Agra entsteht unter anderem die Kollektion Erased Heritage mit persischem Knoten. Beide Standorte verbinden jahrhundertealtes Handwerk mit den Entwürfen des Bochumer Designers.
Jan Kath erhielt 2025 den Red Dot Award für den Entwurf DOTO. Entwickelt hat er ihn gemeinsam mit seinem Sohn Sanchir Kath, der als Produktdesigner arbeitet. Die Auszeichnung unterstreicht die internationale Relevanz von Jan Kath Design im Spannungsfeld von Kunst, Handwerk und zeitgenössischem Teppichdesign.
Die Schweizer Stiftung STEP zertifiziert alle Teppiche von Jan Kath. Sie kontrolliert Materialbeschaffung, Arbeitsbedingungen und Verarbeitung entlang des gesamten Produktionsprozesses. Dadurch entstehen faire und transparente Standards, die das traditionelle Handwerk in eine nachvollziehbare globale Lieferkette einbetten.
Vielen Dank für Ihren Kommentar
Antwort auf: