André Arndt: Gebäudeenergieberatung – der Schlüssel für Effizienz, Kostenersparnis und nachhaltige Immobilien
„Wir können den Wind nicht ändern, aber die Segel anders setzen.“ Bereits Aristoteles wies darauf hin, dass äußere Umstände nicht zu kontrollieren sind, aber die Art und Weise, wie wir darauf reagieren, sehr wohl. Der Zukunft zugewandt, Klima schützen, dabei Energiekosten senken, Wohnkomfort erhöhen und gleichzeitig den Wert der Immobilie steigern – ist hier eine absolut weise Entscheidung. Nur, wo anfangen und wo aufhören? Die beste Empfehlung lautet deshalb: Setzen Sie frühzeitig auf eine professionelle Energieberatung. André Arndt aus Schermbeck, Schornsteinfegermeister und erfahrener Gebäudeenergieberater, unterstützt Sie bei Ihrem Vorhaben. Mit ganzheitlichem Ansatz, vom Expertenblick hinter die Fassade, von der Gebäudehülle über die Anlagentechnik bis hin zu individuellen Lüftungskonzepten wird alles sinnvoll technisch durchdacht und aufeinander abgestimmt.
STILPUNKTE: Was macht ein Gebäudeenergieberater genau?
André Arndt: Ein Energieberater ist die Schnittstelle zwischen Gebäude, Gesetzgebung und Förderung. Wir nehmen ein Haus auf, rechnen seinen energetischen Zustand durch und sagen dem Eigentümer, wo es klemmt und was sich rechnet. Dazu gehören Heizlastberechnung, hydraulischer Abgleich, Luftdichtheitskonzept, Wärmebrücken und der Energieausweis. Wir erstellen den individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP), wir helfen bei Förderanträgen bei KfW und BAFA und begleiten die Umsetzung bis zum Verwendungsnachweis. Bei Neubauten kommen der GEG-Nachweis dazu und die Effizienzhaus-Bilanzierung. Kurz: Wir sorgen dafür, dass ein Gebäude technisch funktioniert, gesetzlich passt und förderfähig bleibt.
STILPUNKTE: Was war für Sie der Antrieb, den Weg vom Schornsteinfegermeister zum Energieberater zu gehen?
André Arndt: Tatsächlich bin ich beides – Schornsteinfegermeister und Energieberater. Energieberatung ist schon in der Schornsteinfegerausbildung ein eigenes Themenfeld, sowohl in der Gesellen- als auch in der Meisterprüfung. Die Berührungspunkte mit energetischer Gebäudebewertung, Heizungsanlagen, Verbrauchsdaten und Schwachstellen im Bestand haben mir von Anfang an Spaß gemacht. Aus diesem Interesse heraus habe ich mich gezielt weitergebildet und Arndt Energieberatung als eigenständige Firma gegründet. Das Schornsteinfegerhandwerk übe ich weiterhin aus. Beide Tätigkeiten ergänzen sich gut: Als Schornsteinfeger sehe ich täglich, wo Anlagen schlecht laufen oder Gebäude Probleme haben. Als Energieberater kann ich Eigentümer dann von der Bestandsaufnahme bis zur Förderabrechnung weiterbringen.
STILPUNKTE: Beim Thema Heizungskosten oder Heizungstausch werden die meisten wach – wie hilft ein Energieberater dabei, Energiekosten langfristig zu senken?
André Arndt: Der häufigste Fehler ist: Alte Heizung raus, neueHeizung rein, gleiche Größe. Damit verbrennt man bares Geld. Bevor wir eine Anlage planen, schauen wir uns die Gebäudehülle an und rechnen die Heizlast nach DIN EN 12831 sauber durch. Erst danach steht fest, welche Leistung die neue Heizung wirklich braucht. Bei einer Wärmepumpe ist diese Rechnung der entscheidende Punkt für Effizienz und Stromkosten. Dazu kommt der hydraulische Abgleich, damit jeder Heizkörper die richtige Wassermenge bekommt. Wer das macht, spart oft 10 bis 20 Prozent Heizkosten. Im iSFP zeigen wir, in welcher Reihenfolge sich Dämmung, Fenster und Heizung am sinnvollsten kombinieren lassen, damit jeder Schritt auf dem nächsten aufbaut.
STILPUNKTE: Welche Bedeutung haben individuelle Lüftungskonzepte in der Energieberatung?
André Arndt: Sobald das Gebäude dichter gemacht wird, durch etwa Fenstertausch oder Dachsanierung, ist ein Lüftungskonzept nach DIN 1946-6 Pflicht. Der Grund ist einfach: Eine dichte Hülle ohne Plan für den Luftwechsel führt zu Schimmel. Im Konzept legen wir fest, ob freie Lüftung über Fenster reicht oder ob mechanische Lüftung mit Wärmerückgewinnung sinnvoll ist. Die Wärmerückgewinnung holt 80 bis 90 Prozent der Energie aus der Abluft zurück. Das senkt die Heizkosten und sorgt gleichzeitig für gleichmäßig gute Luftqualität. Bei Sanierungen mit hoher Dichtheit gehört ein durchdachtes Lüftungskonzept aus meiner Sicht zum Pflichtprogramm, nicht zum Komfort-Extra.
STILPUNKTE: Warum wird die Energieberatung in Deutschland immer wichtiger?
André Arndt: Drei Dinge greifen ineinander. Erstens das Gebäudeenergiegesetz mit immer schärferen Anforderungen, zweitens die CO₂-Bepreisung, die fossile Energie Jahr für Jahr teurer macht, drittens die Förderlandschaft, die ohne Fachexpertise kaum noch zu durchschauen ist. Dazu kommt das Klimaziel 2045: Bis dahin soll der Gebäudebestand klimaneutral sein. In Deutschland sind rund 19 Millionen Wohngebäude älter als 30 Jahre. Den Bestand bekommen wir nur über systematische Sanierung in den Griff, nicht über Neubau. Wer heute investiert, ohne seine Maßnahmen energetisch und förderrechtlich zu prüfen, verschenkt regelmäßig fünfstellige Beträge.
STILPUNKTE: Welche Aufgaben übernimmt ein Energieberater bei Neubau und Sanierung – und wie profitieren Bauherren und Eigentümer davon?
André Arndt: Beim Neubau erstellen wir den GEG-Nachweis, rechnen das Effizienzhaus-Niveau, prüfen Wärmebrücken und Luftdichtheit und begleiten gegebenenfalls die QNG-Zertifizierung. Bei Bestandssanierungen geht es um Bestandsaufnahme, iSFP, Antragstellung und Baubegleitung. Der Vorteil für Bauherren: Sie bekommen eine technisch sauber abgestimmte Lösung, die zur Förderung passt. Ein klassisches Beispiel: Wer beim Heizungstausch parallel ein iSFP vorgelegt hat, bekommt 5 Prozent Bonus auf weitere Einzelmaßnahmen der Hülle. Diese Verzahnung kennt das Bauunternehmen meist nicht, der Energieberater schon. Am Ende heißt das: niedrigereInvestitionskosten nach Förderung, weniger Folgefehler und eine Immobilie, die ihren Wert behält.
STILPUNKTE: Wie läuft eine professionelle Energieberatung Schritt für Schritt ab?
André Arndt: Wir starten mit einem Erstgespräch, in dem wir Ziele, Budget und Zeitplan klären. Dann folgt der Vor-Ort-Termin: Aufmaß, Bauteilbewertung, Fotos, Erfassung der Heizung und der Verbrauchsdaten. Mit diesen Daten rechnen wir das Gebäude im energetischen Modell durch. Anschließend zeige ich Varianten: Welche Maßnahmen bringen welche Einsparung, was kostet das, welche Förderung passt. Im iSFP wird daraus ein klarer Fahrplan über mehrere Jahre. Wenn der Eigentümer die Maßnahmen umsetzen will, stellen wir die Förderanträge, begleiten die Umsetzung mit den Fachfirmen und erstellen am Ende den Verwendungsnachweis. Vom ersten Gespräch bis zur fertigen Sanierung sind das meist mehrere Monate, oft auch ein bis zwei Jahre.
STILPUNKTE: Wie beeinflussen gesetzliche Vorgaben die Arbeit von Energieberatern?
André Arndt: Stark. Das GEG ist die Grundlage und wird laufend angepasst. Die BEG-Richtlinien, also die Förderbedingungen, ändern sich teilweise mehrmals im Jahr. Allein 2024 und 2025 gab es mehrere große Umstellungen: Die Heizungsförderung ist von der BAFA zur KfW gewandert (KfW 458), die Boni-Systematik wurde überarbeitet, und 2026 wurde die Biomasse aus der progres.nrw-Förderung gestrichen. Wer sich nicht ständig weiterbildet, verliert hier den Anschluss. Für meine Kunden bedeutet das: Sie können sich auf einen aktuellen Stand verlassen, statt selbst hinter den Vorschriften herzulaufen.
STILPUNKTE: Welche Rolle spielt der Energieberater bei Fördermitteln und Anträgen?
André Arndt: Eine zentrale. Bei den meisten Förderprogrammen ist der Energieeffizienz-Experte (EEE) Pflicht. Ohne EEE-Eintrag in der Energieeffizienz-Expertenliste der dena gibt es keine Förderung in der BEG (Einzelmaßnahmen, KfW 458 Heizung, KfW 261 Effizienzhaus, KfW 297/298 „Klimafreundlicher Neubau“). Konkret stelle ich die Bestätigung zum Antrag (BzA) aus, daraufhin wird der Antrag eingereicht, dann läuft die Maßnahme. Nach der Umsetzung erstelle ich die Bestätigung nach Durchführung (BnD) und den Verwendungsnachweis. Diese Schritte müssen formal sauber laufen, sonst kippt die Förderung. Genau dafür sind wir da.
STILPUNKTE: Welche typischen Fehler können durch eine Energieberatung vermieden werden?
André Arndt: Die häufigsten sind: zu groß dimensionierte Heizungen, da die Heizlast nicht gerechnet wurde. Außenwanddämmung ohne Lüftungskonzept, mit Schimmel als Folge. Förderanträge, die nach Auftragserteilung gestellt werden und damit wertlos sind, weil der Vorhabenbeginn schon erfolgt ist. Wärmebrücken, die im Detail nicht beachtet wurden und später als Tauwasserschaden auftauchen. Bei QNG-Zertifizierungen Materialien, die keine EPDs haben und damit die Ökobilanz killen. Diese Fehler kosten oft fünfstellige Beträge oder lassen sich nachträglich nur schwer reparieren. Eine saubere Beratung im Vorfeld kostet einen Bruchteil davon.
STILPUNKTE: Werterhalt und Wertsteigerung von Immobilien – wie wirkt sich hier die Zusammenarbeit mit einem zertifizierten Energieberater langfristig aus?
André Arndt: Der Energieausweis ist seit Jahren bei jeder Vermietung und jedem Verkauf Pflicht. Eine schlechte Klasse drückt den Preis spürbar. Studien der dena zeigen Wertaufschläge im zweistelligen Prozentbereich für sanierte Gebäude in den oberen Effizienzklassen. Bei Mehrfamilienhäusern kommen ESG-Anforderungen institutioneller Investoren dazu: Gebäude mit schlechter Energieperformance werden als „Stranded Assets“ gehandelt. Wer langfristig denkt, sichert sich heute mit einer geplanten Sanierung den Wert seiner Immobilie für die nächsten zwanzig bis dreißig Jahre.
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