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Dr. Bettina Borg
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Dr. Bettina Borg: Ein starker Beckenboden - Das unterschätzte Zentrum, das Rückenschmerzen löst und für neue Stabilität sorgt

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Der Beckenboden führt in der Gesellschaft noch immer ein Schattendasein. Dabei ist diese tief liegende Muskelschicht der Schlüssel für unsere gesamte Körperstatik, die Energieübertragung und das tägliche Wohlbefinden. Wenn das Fundament der Körpermitte aus der Balance gerät, äußert sich das keineswegs nur in den klassischen Symptomen. Oft sind es chronische Beschwerden im Bewegungsapparat, die Betroffene in die Stuttgarter Praxis von Dr. med. Bettina Borg führen. Im Interview bricht die Expertin das Tabu, erklärt die engen myofaszialen Verknüpfungen und zeigt, warum ein modernes Beckenbodentraining weit über stumpfes Anspannen hinausgeht.

STILPUNKTE: Das Thema Beckenboden wird oft tabuisiert oder nur mit Schwangerschaft und Alter assoziiert. Welche zentralen Aufgaben hat der Beckenboden für Körperstatik, Energie und Wohlbefinden von Frau und Mann?

Dr. Bettina Borg: Der Beckenboden ist viel mehr als ein Randthema – er ist das Fundament unserer gesamten Körpermitte, und zwar bei Frauen wie bei Männern gleichermaßen. Die sensible Beckenbodenmuskulatur stabilisiert unsere Organe, ist ein zentraler Bestandteil unserer Rumpfstabilität und arbeitet eng mit dem Zwerchfell und der Rückenmuskulatur zusammen. Wer langfristig seine Haltung verbessern möchte, kommt an diesem Zentrum nicht vorbei. Ein gesunder Beckenboden ist damit die Basis für eine aufrechte Haltung, eine kraftvolle Atmung und letztlich auch für Kontinenz und Sexualfunktion. Wenn dieses Fundament schwächelt, hat das Auswirkungen auf den ganzen Körper. Deshalb sollten wir das Thema endlich aus der Tabuzone holen und den Beckenboden stärken.

Praxisbereich für Beckenbodentraining und Beckenbodentherapie in Stuttgart
BORGCARE

STILPUNKTE: Was sind typische, oft verkannte Warnsignale, die auf einen geschwächten oder unausgeglichenen Beckenboden hindeuten?

Dr. Bettina Borg: Die Signale sind oft unspezifisch und werden deshalb selten richtig zugeordnet. Das offensichtlichste Symptom, das auf eine Beckenbodenschwäche hindeutet, ist sicher eine leichte Harninkontinenz oder Blasenschwäche, etwa beim Niesen oder beim Sport. Viel häufiger übersehen werden jedoch hartnäckige Rückenschmerzen im unteren Bereich, eine instabile Körpermitte oder Hüftbeschwerden. Denn ein dysfunktionaler, schwacher Beckenboden bringt die gesamte Statik aus dem Lot.

Auch eine flache, angespannte Atmung, Schmerzen im Beckenboden oder ein allgemeines Gefühl mangelnder Stabilität in der Körpermitte können deutliche Hinweise sein. Wichtig ist: Die Beckenbodenmuskeln können nicht nur zu schwach, sondern auch massiv überlastet und verspannt sein. Chronische Beckenbodenschmerzen sind dafür ein gutes Beispiel. Man muss also nicht nur kräftigen, sondern den Beckenboden entspannen lernen. Beides verursacht sonst Beschwerden.

STILPUNKTE: Wie sieht Ihr ganzheitlicher Ansatz aus, um den Beckenboden nicht nur stumpf zu trainieren, sondern in das myofasziale System zu integrieren?

Dr. Bettina Borg: Stumpfes Anspannen nach dem Motto „mehr ist besser“ greift viel zu kurz und kann sogar schaden. Viele Patienten fragen mich: Wie trainiere ich meinen Beckenboden richtig? Unser Ansatz mit betterpelvi betrachtet das Zentrum immer im Zusammenspiel mit dem gesamten myofaszialen System – also der Verbindung aus Muskeln, Faszien, Atmung und Haltung. Wir schauen zunächst im Rahmen einer individuellen Beckenbodentherapie, ob die Muskulatur überhaupt zu schwach ist oder vielleicht eher verspannt und unkoordiniert.

Da der Beckenbodentonus auch hormonell mitgesteuert wird, bestimmen wir ergänzend die bioidentischen Hormone im Blut und gleichen sie bei Bedarf aus. Erst dann machen spezifische Übungen für den Beckenboden Sinn. Es geht um das Wiedererlernen der richtigen Ansteuerung, um die Koordination mit der Atmung und um die Einbindung in alltägliche Bewegungsmuster. Ziel der Beckenbodengymnastik ist nicht ein isoliert „starker“ Muskel, sondern ein funktionierender Beckenboden, der intelligent mit dem Rest des Körpers zusammenarbeitet. Wir kombinieren zudem Stoßwellen, pulsierendes Schröpfen, Massage, Kälte- und Wärmetherapie sowie Faszienbehandlung und Triggerpunkttherapie, um schnelle Linderung für unsere Patienten zu erreichen.

BetterPelvi-Sitz für modernes Beckenbodentraining in Stuttgart
BORGCARE

STILPUNKTE: Gibt es Überschneidungen zwischen Beckenboden-Schwäche und chronischen Schmerzen im Bereich der Lendenwirbelsäule oder Hüfte? Können Therapien wie Axomera® kombiniert werden?

Dr. Bettina Borg: Diese Überschneidungen sehen wir sogar sehr häufig, und sie werden klassisch unterschätzt. Der Beckenboden, die Lendenwirbelsäule und die Hüfte bilden eine funktionelle Einheit. Ist das Becken nicht in Balance, müssen andere Strukturen kompensieren und genau daraus entstehen oft die hartnäckigen Rückenschmerzen, die mit einer rein lokalen Behandlung der Wirbelsäule allein nicht verschwinden.

Hier zeigt sich der Vorteil unseres interdisziplinären, ganzheitlichen Ansatzes: Wir können das funktionelle Beckenbodentraining bei Inkontinenz oder Schmerzzuständen sehr sinnvoll mit anderen Verfahren wie der Axomera®-Therapie oder der Neuraltherapie kombinieren. So lässt sich der akute Schmerz lindern, während wir zeitgleich das Fundament stabilisieren.

Ruhiger Praxisbereich für ganzheitliche Beckenbodentherapie und Schmerzbehandlung in Stuttgart
BORGCARE

STILPUNKTE: Was ist Ihr wichtigster Rat an Menschen, die viel sitzen, um ihren Beckenboden im Alltag fit zu halten und Problemen im Alter vorzubeugen?

Dr. Bettina Borg: Mein wichtigster Rat lautet: Bewegung und Bewusstsein. Langes, statisches Sitzen ist Gift, weil es die Strukturen schwächt und gleichzeitig verspannen lässt. Deshalb empfehle ich, regelmäßig den Beckenboden zu entlasten, indem man die Sitzposition wechselt, immer wieder aufsteht und gezielte Beckenboden Übungen in den Tag einbaut.

Genauso wichtig ist die Wahrnehmung: Schon ein paar Mal am Tag bewusst in die Körpermitte und in eine tiefe Bauchatmung hineinzuspüren, hält die Muskeln präsent und aktiv. Wer sich fragt, wie man den Beckenboden im Alltag trainiert, dem helfen schon kleine Übungen zwischendurch. Wer hier frühzeitig und präventiv ansetzt, kann vielen Problemen im Alter wirkungsvoll vorbeugen – ganz im Sinne unseres Longevity-Gedankens.

Empfangsbereich einer Praxis für Beckenbodentherapie und Schmerztherapie in Stuttgart
BORGCARE

Häufig gestellte Fragen

Welche Warnsignale deuten auf einen schwachen Beckenboden hin?

Ein schwacher Beckenboden zeigt sich oft durch Harninkontinenz, Rückenschmerzen und ein instabiles Körpergefühl. Dr. Bettina Borg nennt auch Hüftbeschwerden, flache Atmung und Schmerzen im Beckenboden als Hinweise. Häufig ist nicht nur Schwäche, sondern auch Verspannung oder Überlastung beteiligt.

Wie trainiert betterpelvi den Beckenboden ganzheitlich?

betterpelvi trainiert den Beckenboden im Zusammenspiel mit Muskeln, Faszien, Atmung und Haltung. Dr. Bettina Borg prüft zuerst, ob die Muskulatur schwach, verspannt oder unkoordiniert ist. Danach folgen gezielte Übungen, ergänzt durch Stoßwellen, Schröpfen, Massage, Kälte, Wärme und Faszienbehandlung.

Warum reichen isolierte Beckenbodenübungen oft nicht aus?

Isolierte Beckenbodenübungen reichen oft nicht aus, weil der Beckenboden mit Zwerchfell, Rücken und Haltung zusammenarbeitet. Dr. Bettina Borg betont, dass stumpfes Anspannen sogar schaden kann. Entscheidend sind richtige Ansteuerung, Atmung und die Einbindung in alltägliche Bewegungsmuster.

Welche Rolle spielen Hormone beim Beckenbodentonus?

Hormone beeinflussen den Beckenbodentonus deutlich und gehören deshalb zur Abklärung dazu. Im betterpelvi-Ansatz werden bioidentische Hormone im Blut bestimmt und bei Bedarf ausgeglichen. Erst danach werden spezifische Übungen sinnvoll, weil dann Muskelspannung und Steuerung besser zusammenpassen.

Wie hilft Bewegung im Alltag dem Beckenboden?

Bewegung im Alltag entlastet den Beckenboden und hält ihn aktiv. Dr. Bettina Borg rät, langes Sitzen zu vermeiden, die Sitzposition häufig zu wechseln und regelmäßig aufzustehen. Zusätzlich helfen kurze Übungen und bewusste tiefe Bauchatmung, um die Körpermitte präsent zu halten.

von Christina Brinkmann
Veröffentlicht am 27. September 2026
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Dr. Bettina Borg

Dr. Bettina Borg

Inhaberin BORGCARE

Kurzbeschreibung über Dr. Bettina Borg

Fachärztin für Anästhesie (Promotion m.c.l., Heidelberg) mit internationaler Erfahrung in der Anästhesie, Notfall-, Intensiv- und Schmerzmedizin sowie im Motorsport, unter anderem bei der Rallye Dakar und der Formel 1. Seit 2024 Gründerin von BORGCARE in Stuttgart mit den Schwerpunkten ganzheitliche Schmerztherapie, Akupunktur, Neuraltherapie und psychosomatische Grundversorgung.
 
 



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