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Produktfotografie: Der Blick für das Wesentliche

Doch die später aufkommende Werbebranche erkannte seine Wirkung rasch. Heutzutage sind Bilder aus der Welt und insbesondere der Werbung nicht mehr wegzudenken. Sie begegnen uns überall in den Online-, TV- und Print-Medien, auf Plakaten im Straßenbild oder auf Verpackungen von Produkten, die wir täglich nutzen.

 

Licht hat eine entscheidende Bedeutung

Doch wie erzielt das Bild eines Produktes seine beste Wirkung? „ Die Eigenschaften und Vorzüge des beworbenen Produktes versuchen wir optisch hervorzuheben und auf das Wesentliche zu fokussieren“, betont der Düsseldorfer Fotograf Achim Krug, der nationale und internationale Kampagnen seiner Kunden bildnerisch begleitet. „Dabei hat neben der vielleicht überraschenden Perspektive, das Licht eine entscheidende Bedeutung. Denn ein geschicktes Schattenspiel lässt faszinierende Wirkungen entstehen.“ Doch häufig ist nicht nur das pure Produktbild gefragt,dann sollen ganze Geschichten in einem Bild erzählt werden. Dies hat der italienische Fotograf Oliviero Toscani durch seine Schock-Kampagnen mit sterbenden Aidskranken oder magersüchtigen Models, die er für das Modelabel Benetton entwarf, auf die Spitze getrieben. „Heutzutage besinnen wir uns wieder mehr auf das Produkt und die Emotionen, die es bei uns auslöst“, so Achim Krug.

 

Moderne Bildbearbeitung eröffnet neue Wege

Dabei sind die Grenzen zwischen fotografischem Handwerk und Fotokunst fließend. So bieten die heutigen digitalen Kameras und Bildbearbeitungsprogramme ungeahnte Variationsmöglichkeiten, ein Bild zu verändern. So kann das Produkt sogar nachträglich durch Fotomontage an einen karibischen Sandstrand versetzt werden, ohne je vor Ort gewesen zu sein. In manchen Bereichen der Werbefotografie wird gleich das ganze Produkt ersetzt. So kommen in der Lebensmittelfotografie häufig naturgetreue Modelle zum Einsatz. Denn Eissorten im Scheinwerferlicht des Fotografen schmelzen zu schnell, um noch appetitlich abgelichtet zu werden. So kreieren mit teils hohem Aufwand Food-Stylisten die Produkte beispielsweise aus Kunststoffschäumen nach.

 

Die Zukunft der Werbefotografie soll 3D sein

Als nächsten Schritt prognostiziert die Werbebranche den Einzug von dreidimensionalen Darstellungen. So könnte man vielleicht künftig um ein Produkt, das in 3D aufgenommen wurde wie auf dem „Holodeck“ einer Science Fiction Serie herumlaufen.

 

 

Text: Claudia Wingens / Foto: Achim Krug

 

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