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Der Bananensprayer Thomas Baumgärtel

Thomas Baumgärtel ist bekannt als der „Bananensprayer“. Er arbeitet und lebt in Köln. Seinen ersten Kunstort markierte er 1986 mit der Spray-Banane. Er ist noch Student an der Fachhochschule Köln für Freie Kunst. Und warum eine Banane? „Die Banane enthält alles. An ihr kann man, wie in der Kunst, alles darstellen. Sie bringt mit ihrer Lebendigkeit und Vergänglichkeit das Leben, die Kunst und das Seelische besser und konzentrierter auf den Punkt,“ beschreibt es Thomas Baumgärtel, „das Seelenleben der Deutschen gleicht eher einer krummen Banane, als einer geraden, kausalen Logik, wie es uns die Naturwissenschaftler weiß machen wollen. Unser Leben ist Banane und Kunst!“

Auf die erste Spray-Banane folgten bald weitere. Thomas Baumgärtel markiert mit ihr weltweit die von ihm als interessant ausgewählten Kunstorte. Sie ist in Aachen ebenso vertreten wie in Athen, in Basel oder Dresden und in vielen weiteren Städten von Essen, über Innsbruck bis Moskau, New York oder Zürich. Darüber hinaus realisierte der Künstler eine Serie von kleinen gesprühten Bananen auf Leinwand, die er „Bananenpointillismus“ nennt, zunächst in Gelb/ Schwarz, später auch vielfarbig. Er gründete die Ateliergemeinschaft „CAP Cologne“ mit internationalen Künstlern, schloss sich mit dem deutschen Künstler THITZ und dem Schweizer M.S. Bastian zur Künstlergruppe „Könige der Herzen“ zusammen und arbeitete an Serien wie “Menschenmassen”, “Industriekultur”, “Holocaust” in Acryl-Malerei, einer Installation “Phoenix aus der Asche” mit einer 30 Meter langen Stahlskulptur am Hochofen Phoenix-West in Dortmund oder einer Sprayaktion für Amnesty International in Köln. „`Graffiti ist Politik`, könnte man die Maxime von Thomas Baumgärtel auf den Punkt bringen“, sagt die Leiterin der Kunsthalle Schweinfurt Andrea Brandl zur Ausstellungseröffnung von Thomas Baumgärtel in der Kunsthalle Schweinfurt am 30. Juli 2020, „neben der klassischen Leinwand bearbeitet der 1960 in Rheinberg geborene studierte Künstler und Psychologe quasi alles, was ihm vor die Spraydose kommt: Verkehrsschilder, Ölfässer, Kabeltrommeln, diverses Baumaterial und leerstehende Gebäude.“ 

„DIE KUNST DER BANANE WEHRT SICH GEGEN LINEARES DENKEN“

 

GANZ AKTUELL: DIE „IMPFBANANE“
THOMAS BAUMGÄRTEL, STUDIERTER KÜNSTLER UND PSYCHOLOGE

Thomas Baumgärtels aktuelle Projekte greifen auch gerade das derzeitige Geschehen auf. So rief er Ende des Jahres 2021 mit seiner „Impfbanane“ zum Impfen gegen die Infektionskrankheit COVID-19 auf. Das Kölner Kunstauktionshaus VAN HAM versteigerte das Original, das Baumgärtel auf ein Wandpanel seines Impfzentrums gesprüht hatte, zugunsten der COVAX-Kampagne des Kinderhilfswerks UNICEF. Die globale Initiative COVAX hat das Ziel, den COVID-19-Impfstoff weltweit für Menschen verfügbar zu machen. "Lasst Euch impfen! Die Debatte um Impfpflicht oder nicht spaltet gerade extrem die Gesellschaft. Ich werde weiter für das Impfen werben, “ sagt Baumgärtel, „es reicht nicht, die ärmeren Länder mit Impfstoff zu versorgen - wir müssen ihnen auch helfen eine Struktur aufzubauen, dass sie den Impfstoff selber herstellen können.“ Und seine „Impfbanane“ machte er darüber hinaus zum Street Art Projekt. Mit dem Schablonengraffiti spricht er seinen Dank an das Krankenhaus- und Pflegepersonal und einzelne Institutionen aus. Es ist ein Zeichen seiner Wertschätzung für das Engagement um eine hohe Impfquote für bereits mehr als 80 Institutionen in vielen deutschen Städten.

 

IM HIER UND JETZT: DIE „BEUYSBANANE“

Die „Beuysbanane“ ist eine Hommage von Baumgärtel an Joseph Heinrich Beuys. Zum 100. Geburtstag des deutschen Aktionskünstlers Beuys (1921-1986) sprühte Baumgärtel eines seiner bisher größten Werke im Rahmen des GhmS Urban Art Festivals 2021 auf ein 22 Meter-Hochhaus, beides in Goch am Niederrhein. Er hatte bis Juni 2021 im Museum Goch auch eine Ausstellung „Thomas Baumgärtel: GERMAN URBAN POP ART“.

Nun setzte Baumgärtel am Anfang dieses Jahres sein Werk „Beuys trifft Street Art“ als Serie fort. Ein weiteres großes Wandbild der „Beuysbanane“ ist bereits in Hürth-Kalscheuren auf dem ehemaligen Gelände der MMC-Privatfernseh-Studios entstanden, das er im Frühjahr zur Einweihung des EURONOVA CAMPUS der Immobilienprojekt-Entwickler Bernd Reiter Gruppe vorstellten wird.

NOCH MEHR KUNST – NOCH MEHR BANANE

Zum 90. Geburtstag des deutschen Künstlers Gerhard Richter im Februar dieses Jahres veröffentlichte Baumgärtel eine „Richterbanane“, die sich in seine Serie der „Metamorphosen der Spraybanane“ einreiht. Neben weiteren Projekten nimmt der Künstler vom 1. bis  21. Mai an einer Ausstellung im Tuchwerk Aachen-Soers zum Thema Klimawandel/ Widerstand, Braunkohleabbau im rheinischen Revier und Kohlendioxid (CO2)-Emissionen durch fossile Energien teil und plant neben seinen Werken eine größere Installation zum Thema. Fast parallel vom 29. April bis 8. Mai beteilige er sich an der 11. Revierkunst in Hattingen im LWL Industriemuseum Henrichshütte und ist vom 29. April bis 1. Mai bei der Discorvery Art Fair in Köln vertreten. Etliche weitere Kunstwerke sind bereits geplant und wer Interesse hat, kann die Bekanntmachungen des Künstlers über Termine und Themen auf seiner Homepage einsehen. Dabei bleibt er der Banane treu, denn, so Baumgärtel: „Die Banane - sprich Kunst - macht uns deutlich, dass Krummes, Brechungen, Paradoxes notwendig zu jedem Seelischen und jeder Entwicklung dazugehören. Nichts ist eindeutig, logisch, gerade - alles ist Banane!“

 

STILPUNKTE Redaktion

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