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IN ALLER MUNDE - DER GIN WIRD WIEDER ENTDECKT

Ein sanfter Zitrusduft, Nuancen von Thymian, Kardamom und Wacholder, abgerundet durch den dezent-warmen Charakter der Lindenblüte – dies sind nur einige der Ingredienzien, die ihn auszeichnen und innerhalb kürzester Zeit weltweit bekannt machten. Schon kurz nach seiner Markteinführung erhielt der „Siegfried Rheinland Dry Gin“, kurz Siggi, die „Double Gold“-Medaille 2015 des renommierten World Spirits Award. Er darf sich damit als bester Gin betiteln, der jemals in Deutschland gebrannt wurde. Der Überraschungserfolg des hoch prozentigen Getränks und die weltweite Beachtung, die auch andere edle Gin-Marken wie Monkey 47 aus dem Schwarzwald oder Bombay Sapphire und Tanqueray No. Ten aus britischer Herstellung erfahren, zeigen eindrücklich das Comeback des Destillates auf Gourmet-Niveau.

EIN WACHOLDERSCHNAPS EROBERT GROSSBRITANNIEN

Zahlreiche Historiker schreiben das ursprüngliche Gin- Rezept dem Arzt François de la Boe zu, der im 17. Jahrhundert einen Wacholderschnaps namens Genever destillierte. Aus dem Holländisch-Spanischen Krieg brachten die verbündeten britischen Soldaten den in den Niederlanden allgemein beliebten Genever mit ins Königreich, der als „Gin“ Verbreitung fand. Da der englische König William III. Ende des 17. Jahrhunderts ein Importverbot für französische Waren und damit auch für die Spirituosen erließ, erlaubte das britische Parlament per Gesetz jedem Getreide zu destillieren. Der Gin wurde zur „Volksdroge“, denn schon wenige Gläser ließen die Armen ihre Sorgen vergessen. Rasch wurde der Gin für die steigende Alkoholsucht und die damit verbundenen Gewaltverbrechen sowie die erhöhte Sterblichkeit verantwortlich gemacht. So wurde ein neuer Name für Gin geläufig: „Mother’s Ruin“.

DER AUFSTIEG IN DIE UPPER CLASS

Mehrere Gesetze, wie der Gin Act von 1791, Steuern und Qualitätskontrollen verteuerten das Getreide-Destillat schließlich künstlich, so dass der Konsum von Gin in den ärmeren Gesellschaftsschichten nachließ. In den zahlreichen Destillerien im Londoner Bloomsbury-Viertel und im Vorort Finsbury wurde an den Rezepturen und Methoden gefeilt, so dass der Gin zunehmend für die gehobenen Kreise attraktiv wurde. Obwohl der Gin in England sogar für die Zeitspanne von 1840 bis 1880 verboten war, ließ sich der Siegeszug des Getränks nicht mehr aufhalten. Heutzutage erlebt der Gin in seiner höchsten Qualität eine neue Wertschätzung. Gin kann pur als Digestiv, Longdrink oder Cocktail genossen werden und erfreut sich als Longdrink Gin Tonic ungebrochener Beliebtheit – ein aromatisch erfrischender Genuss für laue Sommernächte.

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