…ist das erklärte Ziel von Jan Kath. Der in Deutschland geborene Designer zählt mit seinen Teppichentwürfen weltweit zu den stilprägenden Akteuren seiner Branche. Mit großer Selbstverständlichkeit verbindet er klassische Motive mit einer reduzierten, zeitgenössischen Formensprache, stellt vertraute Sehgewohnheiten infrage und hat damit neue Maßstäbe im Teppichdesign gesetzt. Seine Kollektionen wurden mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Red Dot Award und dem Carpet Design Award. Heute sind seine Arbeiten auch in renommierten Museen vertreten. Die Serie „Rug Bombs“ wurde erstmals im Rahmen der Documenta 15 in Kassel präsentiert, war anschließend bei der Bangkok Art Biennale in Thailand zu sehen und fand schließlich ihren Weg ins Museum Rijswijk in den Niederlanden.
Jan Kath verbindet mit der traditionellen Handwerkskunst eine tiefe, emotionale Nähe. „Ich bin sozusagen auf dem Teppich groß geworden“, sagt er selbst. Bereits sein Großvater handelte mit hochwertigen Teppichen; später begleitete er seinen Vater Martin Kath auf Einkaufsreisen zu den lebendigen Märkten und Basaren in Teheran, Istanbul und Tabriz. „Das hat mein Auge geschärft und mein Verständnis für Farbkompositionen und Proportionen geprägt.“ Dennoch war der Schritt vom Handel hin zur eigenen kreativen Arbeit zunächst nicht vorgesehen. Anfang zwanzig brach Jan Kath zu einem Roadtrip durch Indien auf, um seinen eigenen Weg zu finden.
Nach rund einem Jahr auf Reisen blieb er in Kathmandu hängen und begegnete dort zufällig auf der Straße einem langjährigen Handelspartner seines Vaters – ein Zusammentreffen, das alles veränderte und die Verbindung zum Teppich erneut herstellte. Statt nach Hause zurückzukehren, begann Jan Kath als Qualitätskontrolleur in Nepal zu arbeiten und vertiefte sein Wissen innerhalb der Branche. Einige Jahre später übernahm er selbst eine Manufaktur und startete mit der Entwicklung eigener Entwürfe. Der Weg dorthin war anspruchsvoll, denn längst nicht jede Idee, die auf dem Papier überzeugt, lässt sich auch textil umsetzen. Doch mit dem Entschluss, den eigenen gestalterischen Ideen konsequent zu folgen, stellte sich schließlich der Erfolg ein.